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Einsatz

Rodings Kommandant tritt wieder an

Konrad Bauer kandidiert für eine vierte Amtszeit. Die Feuerwehren im Stadtgebiet sind derweil stark gefordert. Ein Rückblick
Von Thomas Mühlbauer

Konrad Bauer, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr, stellt sich am 6. Juli zur Wiederwahl. Foto: Mühlbauer
Konrad Bauer, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr, stellt sich am 6. Juli zur Wiederwahl. Foto: Mühlbauer

Roding.„Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ – So lautet der Slogan der Feuerwehr. In Roding hat man ihn noch um den Satz erweitert „... retten, löschen, bergen, schützen“. Am 6. Juli steht für die Feuerwehr Roding ein wichtiger Termin an, wenn bei der Dienstversammlung der Kommandant neu gewählt wird. Im Gespräch mit dem Bayerwald-Echo lässt der derzeitige Kommandant Konrad Bauer, lässt wissen: „Ja, ich werde mich noch einmal als Kommandant zur Wiederwahl stellen.“

Seit 30. Juni 2001 ist Bauer der „Chef“ von rund 60 aktiven Feuerwehrkameraden der Stadtfeuerwehr Roding. Damit würde der 54-jährige – eine erfolgreiche Wiederwahl vorausgesetzt – in seine vierte Amtszeit gehen. Bevor Bauer im Jahr 2001 zum Kommandanten gewählt worden ist, übte er von 1994 bis 2001 das Amt des Stellvertreters aus. „Ich könnte das Amt aber nicht in dieser Form ausüben, wenn die Aktiven nicht so hinter mir stehen würden und meine Familie selbst nicht Feuer und Flamme für die Wehr wäre“, sagt Bauer. Denn gerade bei Neubauten mit dem vorbeugenden Brandschutz, auch bei Industriebetrieben, sei der Feuerwehrkommandant ein wichtiger Ansprechpartner. Zudem nehme die Bürokratie viel Zeit in Anspruch.

Brand und Verkehrsunfall

Meterhohe Rauchwolken bei Brand in Rodinger Indust

Doch insbesondere die vergangenen vier Wochen waren für den Kommandanten in Sachen Einsätze sehr arbeitsintensiv. Alles begann mit einem Großbrand in Kastell Windsor in der Gemeinde Rettenbach am 6. Mai. Die Vielzahl an Einsätzen, die anschließend folgte, hat die Feuerwehr Roding vorher nur selten erlebt. Denn innerhalb weniger Tage wurde die Wehr – wie auch ein paar andere im Stadtgebiet – zu einem Dutzend weiterer Einsätze gerufen. Trauriger Höhepunkt war dabei neben dem Großbrand bei der Firma BO im Industriegebiet am Bahnhof am 17. Mai der tödliche Verkehrsunfall auf der Ortsumgehung in Neubäu am See am 25. Mai.

Bilanz

Der Großbrand in Roding und seine Folgen

Nach dem Feuer in der Galvanik-Halle sind einige Fragen offen. Wir sprechen mit Feuerwehrchef, Firmenvertretern und Polizei.

Beim Blick zurück sagt Kommandant Konrad Bauer: „Es waren auch viele kleine Sachen dabei, doch der Großbrand bei der Firma MBO hat uns schon massiv gefordert und ist dabei ganz klar an die Substanz gegangen.“ Denn der Rodinger Rüstzug rückte bei der ersten Alarmstufenerhöhung aus und war schließlich bis Samstag um 4 Uhr mit vielen Kräften vor Ort. Bereits am Samstag um 8 Uhr wurde man erneut zu Nachlöscharbeiten alarmiert. Nach nur wenigen Stunden Pause rückte man am Samstagabend wieder zu Löscharbeiten aus, ehe man am Montag den ganzen Nachmittag vor Ort war, um das Löschwasser und Schaum abzupumpen. Er kann sich noch gut an den Freitagabend erinnern: „Als wir angekommen sind, war die Dimension noch nicht so groß, du musst dann abwägen, was machst du: Schickst du die Leute rein oder löscht du nur von außen?“ Denn man wisse nie, was in der Halle gelagert ist.

Über die Rodinger Feuerwehr

  • Aktive:

    Die Rodinger Feuerwehr zählt aktuell 60 aktive Feuerwehrler, die alle ehrenamtlich tätig sind und ausrücken, wenn die Alarmierung am Handy oder Piepser eingeht. Der Kommandant hofft weiter auf Unterstützung.

  • Fuhrpark:

    Das Tanklöschfahrzeug 21/1 ist Baujahr 1987. Konrad Bauer hofft, dass man in Kürze den Kauf eines neues Fahrzeuges realisieren kann, so dass die Auslieferung vermutlich im Jahr 2021 erfolgen kann.

Nachdem es nur vier Tage vorher in einem anderem Industriebetrieb gebrannt hat, wurden auch hier viele Schläuche verbraucht. Die Rodinger Wehr wäscht die Schläuche der Feuerwehren im Stadtgebiet. „In unserem Keller schaut es aus, da liegen über 100 Schläuche, die gewaschen und getrocknet werden“, berichtet der Kommandant. Zu den Einsätzen in den vergangenen Wochen zählten zwei etwas kuriosere, wie Bauer schmunzelnd sagt. Unter anderem der gemeldeten Lastwagen-Unfall am 29. Mai zwischen Neubäu am See und Altenkreith, wo lediglich ein Auto mit einem Anhänger seine Ladung verloren hatte oder auch die Rauchentwicklung in Piendling am 3. Juni. Diese entpuppte sich schlussendlich als Grillfeier mit einem Holzofen.

Bier-Transporter verliert Ladung auf B85 bei Rodin

Wechsellader im Einsatz

Hervorragend findet man in Roding das Konzept des Wechselladers mit dem Landkreis Cham. „Beim Unfall auf der B 85 am 29. Mai, als ein Bierlaster seine Ladung verloren hat, nutzte die Wehr den Abrollbehälter. „Gut, dass mir das gleich eingefallen ist. Denn wo wirfst du die Flaschen und Kisten hin?“, so Bauer. Es gehe ja darum, die Straße – gerade die viel befahrene Bundesstraße – zur Mittagszeit schnell wieder frei zu bekommen. Da ist Bauer schon beim nächsten Problem unserer schnelllebigen Zeit: Die Autofahrer hätten kaum mehr Zeit. So müssten sich die Feuerwehrler, die die Straße absperren, oft einige unschöne Worte anhören.

„Ich wünsche mir, dass die Aktiven weiterhin tatkräftig mit anpacken.“

Konrad Bauer, Kommandant

Welchen Wunsch hat der Stadtkommandant für die Zukunft? „Ich wünsche mir, dass meine Aktiven weiterhin genauso tatkräftig mit anpacken, mich unterstützen und bei der Stange bleiben wie in der Vergangenheit.“ Das Ziel von Bauer ist es – bei einer erfolgreichen Wahl –, dass man sich nach drei Jahren auf die Suche nach weiteren Stellvertretern macht, die sich dann einarbeiten können, da er das Zepter in sechs Jahren in jüngere Hände legen will.

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