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Expansion

Vision, Perfektion, Präzision

Nächster Schritt nach vorn: Stangl & Kulzer feiern die Einweihung ihrer neuen Produktionshalle mit Büroflächen in Roding.
Von Bastian Schreiner

Ein Tag der Freude für Architekt wie Unternehmer: Edmund Olmor (links) bei der Schlüsselübergabe mit Stefan Kulzer und Hans Stangl. Fotos: Schreiner
Ein Tag der Freude für Architekt wie Unternehmer: Edmund Olmor (links) bei der Schlüsselübergabe mit Stefan Kulzer und Hans Stangl. Fotos: Schreiner

Roding. Bei der Einweihung der neuen Produktionshalle stand am Freitagnachmittag nicht nur eine millionenschwere Investition im Mittelpunkt, sondern vielmehr die unternehmerische Leistung der Chefs Hans Stangl und Stefan Kulzer.

Vor 30 Jahren haben die beide ihre erste Vision entwickelt. Heute hat die Unternehmensgruppe 365 Mitarbeiter. Die Segnung des Neubaus war ein weiterer Meilenstein, der mit 600 Gästen gefeiert wurde. Dabei würdigten die Redner den Mut, Einsatzwillen und Weitblick der Geschäftspartner.

Neben den Mitarbeitern fand sich auch eine illustre Gästeschar mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Behörden und Schulen ein. „Wir haben viel geleistet und deshalb Grund zu Freude“, sagte Hans Stangl zu Beginn. Die Einweihung sei ein wichtiges Ereignis der Firmengeschichte. Sein Dank galt Stefan Kulzer für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.

Automobil und Leichtbau

Nach dem Start unter widrigen Bedingungen in einem kleinen Stall im Jahr 1988, habe man bereits zwei Jahre später ein neues Gebäude im Industriegebiet bezogen. 2008 kam dann der Gedanke, so Kulzer, sich im Fahrzeugbau zu engagieren. 2009 wurde der „Roding Roadster“ auf der Automobil-Ausstellung präsentiert. Danach widmete man sich dem Thema Leichtbau. So entstanden neben Stangl & Co. die beiden Unternehmen Roding Automobile und SK Carbon.

Einweihung bei Stangl & Kulzer in Roding

„Da es immer enger wurde, haben wir uns für den Bau einer neuen Halle entschieden“, berichtete Kulzer. Trotz der Krankheit von Hans Stangl habe man das 14-Millionen-Euro-Projekt durchgezogen. Baubeginn war im Sommer 2015, die Fertigstellung gelang im Februar 2017. Dort wurden 58 Kilometer Kabel verlegt, der Großteil der 77 Maschinen musste ab- und an einem anderen Platz wieder aufgebaut werden. Außerdem zog die komplette Verwaltung um. „Da wir das alles während des laufenden Betriebs geschafft haben, gilt den Mitarbeitern ein besonderer Dank“, betonte Kulzer.

Es sei Wert auf eine energieeffiziente Bauweise gelegt worden. Die Halle ist klimatisiert, die Abwärme der Maschinen werde für die Wärmerückgewinnung genutzt. Zudem habe man das Ausbildungszentrum erweitert, damit sich die jungen Leute optimal zu Fachkräften entwickeln können. „Wir streben weiter nach Perfektion und freuen uns auf die Zukunft“, sagte Kulzer.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erbat den Segen Gottes über den Neubau, den man auch als Kathedrale oder Festzelt nutze könnte, wie er schmunzelnd feststellte. Die Erfahrung zeige, dass man sich die wichtigen Dinge im Leben nicht kaufen könne. „Da hilft weder Technik noch Präzision“, meinte er. In einer Firma spiele deshalb auch das Arbeitsklima eine wichtige Rolle. Stangl und Kulzer hätten viel für die Region getan, dafür überreichte ihnen der Bischof ein Kreuz.

Dekan Walter Kotschenreuther lobte den verantwortungsvollen Umgang und den schöpferischen Geist der beiden: „Man braucht nicht nur Fantasie und Kreativität, man muss es auch umsetzen können.“ Er lobte zudem den Gedenken der Solidarität. „Baut weiter miteinander an der Zukunft“, forderte der Dekan.

Mitarbeiter als wichtigstes Kapital

Nach der Segnung beglückwünschten die Redner die Firma und überreichten Präsenten. „Die Menschen, die hier arbeiten, sind das wichtigste Kapital“, betonte Finanz-Staatssekretär Albert Füracker. Die Mitarbeiter seien die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg, der Stangl & Co. bereits in einer Vielzahl an Auszeichnungen bestätigt worden sei. Er würdigte die Leistung der Firma: „Arbeitsplätze schaffen die Unternehmen, nicht die Politiker“, machte er deutlich.

Landrat Franz Löffler lobte Philosophie und Vision der Partner. Die Firma hätte hochwertige Arbeitsplätze geschaffen, das, so Löffler, bereite den Bürgern im Landkreis Cham große Freude. „Ihr lebt Industrie 4.0 vor“, freute sich der Landrat.

Bürgermeister Franz Reichold bezeichnete Hans Stangl als freundschaftlichen Ratgeber, der über den eigenen Tellerrand hinaus blicke. „Wir sind stolz, Unternehmer, die sich etwas trauen und neue Wege gehen, in der Stadt zu haben“, sagte Reichold. Der Rodinger Betrieb mit Zweitsitz in Waldmünchen nehme mit den innovativen Produkten nicht nur in der Region eine Vorreiterrolle ein, sagte IHK-Vizepräsident Dr. Alois Plößl.

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