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Leerer Vorsperrensee zieht Besucher an

Am Sonntag wurden sogar die Parkplätze am Eixendorfer Stausee knapp. Frau rutschte am Ufer aus und brach sich das Bein.
Von Georg Sturm

Die Staumauer des Vorsperrensees mit fünf Meter Höhe und 60 Meter Breite vom Hauptsee aus
Die Staumauer des Vorsperrensees mit fünf Meter Höhe und 60 Meter Breite vom Hauptsee aus Fotos: SturmFotos: Sturm

Rötz.Eine Woche ist der Vorsperrensee bei Hillstett abgelassen – seitdem entwickelt er sich zu einem Besuchermagnet. Der strahlende Sonnenschein am Sonntag führte zu einem „Ausnahmezustand“. Besucherströme bevölkerten den Wanderweg, dazwischen versuchten auch Massen an Radlfahrer durchzukommen. Wer mit dem Auto gekommen war, hatte enorme Schwierigkeiten, einen Parkplatz zu bekommen.

Erster Beobachtungspunkt war aufgrund der freien Sicht der Bereich der Museumsschänke Salzfriedl. Von der Terasse, aber auch vom Wanderweg aus, konnte man statt der bisherigen Wasserfläche nur noch die Schwarzach als kleines Rinnsal erkennen.

Aus Vorsperrensee wird ein Rinnsal

Fleißige Hände sammeln am Ufer Muscheln auf.
Fleißige Hände sammeln am Ufer Muscheln auf. Fotos: Sturm

An der Vorsperre selbst ist die fast freistehende Staumauer zu sehen, durch die jetzt die Schwarzach fließt. Durch das kontinuierliche Absenken des Hauptsees wegen Revisionsarbeiten an der Staumauer ist hier im Oberlauf nur noch ein kleines Rinnsal Schwarzach und eine große Schlammkrawatte zu erkennen, in der von freiwilligen Helfern fleißig nach Muscheln gesucht wird. Bis der Seewasserstand voraussichtlich Mitte November sein Abstauziel erreicht hat, wird sich hier die Wasserfläche noch weiter erheblich verringern.

All das wurde am Wochenende von den zahlreichen Besuchern bis ins Detail in Augenschein genommen. Dabei wurde bis ans abgesenkte Ufer hinabgeklettert und sogar auf der Schlammkrawatte herumgegangen. Hier versank so mancher in der weichen Masse.

An die Vorsperre wird eine Ökowasserkraftanlage mit einer Leistung von
An die Vorsperre wird eine Ökowasserkraftanlage mit einer Leistung von

Dass dies alles nicht ungefährlich ist, zeigte sich etwas flussabwärts nach der Vorsperre. Hier rutschte eine Frau auf den glitschigen Steinen im doch teilweise doch recht steilen Uferbereich aus und brach sich das Bein. Um die Frau medizinisch versorgen und ins Krankenhaus transportieren zu können, rückten nicht nur die Helfer vor Ort der Rötzer Malteser sowie Rettungswagen und Notart an, es wurde auch die Feuerwehr Hillstett unter Leitung von KBI Norbert Auerbeck und KBM Michael Sturm alarmiert, um bei der Bergung der der Frau sowie deren Transport von der Unglücksstelle zum Rettungswagen zu helfen.

Im Bereich der Vorsperrensee, die im Oktober 1989 in Betrieb ging, und für einen gleichbleibenden Wasserstand zur Vermeidung der Geruchsbelästigung sorgt, ist inzwischen auch die Baustelleneinrichtung erfolgt und es soll schon bald mit dem Bau einer Ökowasserkraftanlage begonnen werden. Dies erfolgt im Auftrag der Bayerischen Landeskraftwerke.

Ein „bewegliches Kraftwerk“

Blick von der Museumsschänke auf den leeren Vorsperrensee, in dem die Schwarzach noch ein Rinnsaal ist.
Blick von der Museumsschänke auf den leeren Vorsperrensee, in dem die Schwarzach noch ein Rinnsaal ist. Fotos: Sturm

Das Kraftwerk wird direkt unterhalb der Vorsperre in Fließrichtung auf der linken Seeseite angeordnet. Der Einlaufquerschnitt wird aus der Schwergewichtsmauer ausgebrochen. Die Wasserkraftanlage ist als sog. „Bewegliches Kraftwerk“ geplant. Bei diesem Kraftwerkstyp ist das gesamte Krafthaus mit Turbine und Generator beweglich gelagert und kann planmäßig ober- und unterströmt werden.

Die Kraftwerksart „Bewegliches Kraftwerk“ ist ein kompaktes System, welches im Wesentlichen als Stahlbau im Werk gefertigt und am Standort per Autokran in das einfache Betonbauwerk eingehoben wird. Das System gilt laut der Bayerischen Landeskraftwerke als fischverträglich und kann als ökologisches Wasserkraftwerk bezeichnet werden.

Neue Öffnungen zum Entleeren

Bisher war laut Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weiden ein Ablassen der etwa fünf Meter hohen und 60 Meter breiten Vorsperre nur über das Öffnen von zwei mit Dammtafeln verschlossenen Öffnungen möglich. Die Tafeln haben keinen eigenen Antrieb und müssen mittels eines Lastkrans gezogen werden. Eine Steuerung des Abflusses ist dabei nicht bzw. nur bedingt möglich.

Deshalb habe WWA Weiden, als Betreiber der Tal- und Vorsperre, überlegte daher schon länger, die Anlage umzubauen. Durch den Bau der Ökowasserkraftanlage ist nun an der Vorsperre ein Stromanschluss vorhanden. Dadurch wird nun die Gelegenheit genutzt, die Anlagenteile zu modernisieren und mit einem elektrischen Hubzylinder auszustatten. Die Dammtafeln werden dabei ersetzt.

Die LaKW und das WWA Weiden haben vereinbart, die beiden Maßnahmen abzustimmen und gemeinsam durchzuführen. Eine ebenfalls geplante Fischtreppe kann derzeit aufgrund noch fehlender Genehmigungen noch nicht mit realisiert werden.

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