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Kirche

Bischof bittet um Gebet für Ukraine

Durchaus auch eine politische Note hatte am Wochenende der Besuch von Bischof Milan Šašik in der Pfarrei Schorndorf.

  • Bischof Milan Šašik bezog bei der Predigt auch klar Stellung zur unruhigen politischen Situation in seiner ukrainischen Heimat.
  • Schorndorfs 1. Bürgermeister Max Schmaderer bat Bischof Šašik um Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde.

Schorndorf.Durchaus auch eine politische Note hatte am Wochenende der Besuch von Bischof Milan Šašik in der Pfarrei Schorndorf. „Es ist kein Bürgerkrieg“, so der Geistliche in seiner Predigt, „die Aggression geht von Russland aus und es gibt Leute, die das unterstützen“.

Bischof Milan Šašik weilte nicht zum ersten Mal in der Pfarreiengemeinschaft Schorndorf-Michelsneukirchen. Zurück geht der Kontakt auf Pfarrer Myroslav Rusyn, der den Schorndorfern seit den Tagen der Begegnung im Vorfeld des Kölner Weltjugendtages ein echter Freund geworden ist und der im Herbst 2012 in Schorndorf auch seine Nachprimiz feierte.

Ausdruck der Verbundenheit

„Ich freue mich, dass Bischof Šašik aus der Westukraine mit uns den Beginn eines neuen liturgischen Kirchenjahres feiert“, so Pfarrer Dr. Stanislaus Slabon zu Beginn der Vorabendmesse am ersten Adventswochenende. Ebenfalls ein herzliches Willkommen galt Myroslav Rusyn, „er ist inzwischen oft dagewesen, uns allen bekannt und hat viele Freunde hier“. Die Situation in der Ukraine sei derzeit nicht einfach, trotz der schwierigen politischen Lage habe sich Bischof Šašik etwas Zeit auch für Schorndorf und Michelsneukirchen genommen. Dies sei Ausdruck der Verbundenheit zwischen der Pfarreiengemeinschaft vor Ort und der Bischofs-Diözese in der Westukraine, aber auch der Verbundenheit zwischen den Kirchen, der römisch-katholischen einerseits und der ukrainisch griechisch-katholischen (Katholische Ostkirche) anderseits.

Und so äußerte Pfarrer Slabon den Wunsch, dass dieser Gottesdienst und die Adventszeit sowohl zum Beten für den Frieden in der ukrainischen Heimat von Bischof Šašik bzw. Pfarrer Rusyn als auch zum Beten für den Frieden unter den Konfessionen genutzt werde.

Nachdem Bischof Šašik zunächst den Adventskranz gesegnet und die erste Kerze feierlich angezündet hatte, hielt er die Predigt in seiner Muttersprache. Pfarrer Myroslav Rusyn fungierte als Dolmetscher. Der hohe Geistliche nahm zunächst Bezug auf das Evangelium vom ersten Adventssonntag („Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“). Auch wir sollten wachsam sein und Wache halten. Gerade jetzt im Advent könne man sich wieder bewusst vor Augen führen, dass wir nicht alleine auf der Erde sind und in Teilen der Welt auch Unruhen und Terrorismus herrschen.

Damit war Bischof Šašik auch schon in seiner ukrainischen Heimat. Im Osten des Landes zeige sich großes Chaos, Plünderungen und Diebstahl gehörten zur Tagesordnung. Der Bischof berichtete auch von Einzelschicksalen, von gefangenen und mehrmals an die Wand gestellten Seelsorgern. Immer mehr Geistliche ziehen sich deshalb mittlerweile von diesem gefährlichen Territorium zurück.

„Zeit, Zeugnis abzugeben“

Was alle Bürger in der Ukraine trifft, ist die Inflation und eine immer katastrophalere finanzielle Situation. Während die Einkommen gleich geblieben sind, haben sich die Preise zum Teil verdoppelt und verdreifacht. „Bitte betet für uns“, so Bischof Šašik. „Wacht also auf“, lautete der abschließende Appell des Predigers, jetzt sei die Zeit ein Zeugnis abzugeben - auch im Hinblick auf die drohende Islamisierung Europas.

Bischof Milan Šašik bedankte sich am Ende nicht nur für die geistliche Unterstützung im Gebet, sondern ebenso für die finanzielle Hilfe. „Ihre Worte sollten uns ermutigen, wach zu sein“ fasste Pfarrer Dr. Slabon zum Abschluss des Gottesdienstes zusammen. Kirchenpfleger Thomas Hruby bedankte sich bei Bischof Šašik für den Besuch, „wir werden mit Ihrer Diözese im Glauben weiter verbunden bleiben“. Als Unterstützung in der ukrainischen Heimat überreichte Hruby stellvertretend für die Kirchenverwaltung und den Pfarrgemeinderat einen Betrag in Höhe von 1000 Euro. Neben der Kirchenkollekte gab es weitere Spenden aus der Pfarrei.

Putins Machtstreben

Nach Gottesdienst und Kontakt mit der Pfarrbürgerschaft fanden sich Bischof Milan Šašik und Pfarrer Miroslav Rusyn im Landgasthof Baumgartner noch zum gemeinsamen Abendessen ein. Dabei nutzte Schorndorfs 1. Bürgermeister Max Schmaderer die Gelegenheit, den Bischof um Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde zu bitten. Die abschließende Gesprächsrunde machte deutlich, welch große Gefahr Bischof Šašik im Machtstreben des russischen Präsidenten Putin sieht.(cls)

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