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Kabarett

„Schauer“-Preis geht an Martin Frank

Der Spaßmacher aus Niederbayern erhielt den Kulturpreis auf Burg Neuhaus. Die Jury würdigte seinen unverwechselbaren Stil.

Kabarettist Martin Frank wurde von Jury-Sprecher Theo Zellner und Landrat Franz Löffler mit dem Kulturpreis „Schauer 2019“ ausgezeichnet. Foto: csa
Kabarettist Martin Frank wurde von Jury-Sprecher Theo Zellner und Landrat Franz Löffler mit dem Kulturpreis „Schauer 2019“ ausgezeichnet. Foto: csa

Schorndorf.Obwohl mit 27 noch recht jung an Jahren hat der niederbayerische Kabarettist Martin Frank schon namhafte Auszeichnungen erfahren, etwa 2018 den Bayerischen Kabarettpreis in der Kategorie „Senkrechtstarter“. Am Dienstagabend ist für den Shootingstar auf Burg Neuhaus ein weiterer dazugekommen, klein, aber fein: Der Kulturpreis Schauer 2019.

Es passte auf dem „grünen Hügel“ wieder alles zusammen: ein höchst beeindruckender Preisträger und eine vortreffliche Laudatio durch den Jury-Vorsitzenden Theo Zellner, eingebettet in ein herrliches Naturambiente. Martin Frank erhielt den Schauer-Kulturpreis insbesondere in Anerkennung seines herausragenden Beitrags zu einer Kultur, die „kritisch“ macht und einer Kultur, die „lachen“ macht.

Prominenter Empfang auf der Burg

Walter Reiser von der Laienbühne Schorndorf als Gastgeber hieß die vielen Ehrengäste sowie die „Burgherrin“ Thekla Schauer in Begleitung ihres Gatten Ludwig Oswald, Rallye-Legende Walter Röhrl und zahlreiche Bürgermeister aus dem Landkreis willkommen.

Zehn der bisherigen Preisträger waren anwesend: Toni Lauerer (2002), Walter Thanner (2003), Monika Raith und Georg Maier (beide 2006), Hans-Jürgen Buchner (2010), Norbert Neugirg (2011), Manfred Zollner (2013), „Bäff“ Josef Piendl (2014), Jürgen Kirner (2016) sowie aus dem Vorjahr Christian Maier (da Huawa), Matthias Meier (da Meier) und Sepp Haslinger (I).

„Für uns ist das heute wieder ein ganz besonderer Abend“, so Reiser. Mit dem Kulturpreis beabsichtige die Laienbühne einerseits an den verstorbenen Neuhauser Burgbesitzer, Förderer und Freund Vinzenz Schauer zu erinnern. Zum anderen sollen mit dem „Schauer“ Personen, Gruppen oder Institutionen geehrt werden, die schon lange Zeit im kulturellen Bereich wirken oder engagiert sind.

Den Glaskünstlern Hubert Hödl und Theo Sellner gelinge es bei den Anfertigungen in hervorragender Art und Weise, die Gedanken des Schauer-Kulturpreises, das Landkreislogo und die Landkreisfarben zum Ausdruck zu bringen.

Gemeinde ist „mächtig stolz“

„Dieser Abend ist auch für die Gemeinde Schorndorf eine besondere Ehre und Auszeichnung“, sagte Gemeindeoberhaupt und Kreisrat Max Schmaderer. „Die Laienbühne ist ein großartiges Aushängeschild für die Kommune und macht uns mächtig stolz.“

Einer der Kabarettisten, die „schon gewonnen haben, bevor sie überhaupt einen Satz g’sagt hab’n“ (Theo Zellner). Foto: csa
Einer der Kabarettisten, die „schon gewonnen haben, bevor sie überhaupt einen Satz g’sagt hab’n“ (Theo Zellner). Foto: csa

Zur Jury gehören der bayerische BRK-Präsident Theo Zellner, das Laienbühne-Ehrenmitglied Inge Zellner, Landrat Franz Löffler, Andrea Löffler (Initiative Bürger helfen Bürgern), Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx (Kulturreferentin), Petra Meindl (Tourismusreferentin), Thekla Schauer (Besitzerin Burg Neuhaus), Max Schmaderer (Bürgermeister Gemeinde Schorndorf) und Toni Lauerer als erster Schauer-Preisträger überhaupt.

Neben dem Sponsoring durch die Sparkasse, die Bäckerei Hutterer und die Gärtnerei Iglhaut hat der Landkreis für den Schauer-Kulturpreis die Patenschaft übernommen, und so überreichte Landrat Franz Löffler an den Preisträger Martin Frank sowohl Urkunde als auch Glas-Ehrengabe.

Es kommt wie’s kommt

Martin Frank, der nach eigenen Aussagen sein technisches Talent bereits mit der Nabelschnur verloren hat und deshalb für die Hofnachfolge nicht in Frage kam, bedankte sich sehr für die Auszeichnung und sorgte mit einigen Auszügen aus seinem aktuellen Soloprogramm „Es kommt wie’s kommt“ sofort für Lachsalven im Publikum.

Der neue Schauer-Preisträger mit „Haindling“ Hans-Jürgen Buchner, der den Schauer 2010 erhalten hat.  Foto: csa
Der neue Schauer-Preisträger mit „Haindling“ Hans-Jürgen Buchner, der den Schauer 2010 erhalten hat. Foto: csa

„Als ich am Morgen um halb acht am Marienplatz in die U-Bahn einstieg und Grüß Gott miteinander sagte, brach Panik aus", erzählte Frank und erklärte: „Die dachten alle, ich bin der Fahrkartenkontrolleur.“ Und auch eine Opernarie durfte zum Abschluss nicht fehlen, obwohl es beim Vorsingen für die Musikhochschule am Mozarteum in Salzburg trotz der Unterstützung der Oma nicht gereicht hat.

Die Oma will Martin Frank künftig auch auf die Burg Neuhaus mitbringen, nachdem ihm Laienbühne-Vorstand Säp Kiesl erklärt hat, dass er als Schauer-Preisträger künftig vor Ort immer „zechfrei“ sein wird.

In unserer Bildergalerie finden Sie die schönsten Impressionen der Preisverleihung

Die Verleihung des "Schauer"-Preises 2019

Ein unverwechselbarer Stil

Laudator Theo Zellner zeigte an Beispielen aus Franks Programmen auf, wie der Preisträger, manchmal in Liedform, seine Texte mitten aus unserer Erfahrungswelt greift. „Das Autobiografische, das eigene Lebensumfeld in Hutthurm, hier im Bayerischen Wald, wo er sich auf dem Bauernhof zu Hause immer noch viel aufhält, bringt es mit sich, dass er mit seinem ganz eigenen Blick für die Details, die manchmal so wichtigen Nebensächlichkeiten um ihn herum, jetzt schon in jungen Jahren einen unverwechselbaren Stil in der wahrlich nicht armen Kabarettlandschaft gefunden hat.“

„Als ich am Morgen um halb acht am Marienplatz in die U-Bahn einstieg und Grüß Gott miteinander sagte, brach Panik aus. Die dachten alle, ich bin der Fahrkartenkontrolleur.“

Martin Frank, Kabarettist

„Das Leben auf dem Land und auch in der Stadt, wo alles ein bisschen anders ist, dieses Bodenständige dem Fremden entgegenzusetzen, das zieht sich bei ihm durch.“ Beispiel Wohnungssuche in München, 25 Quadratmeter, alles renovierungsbedürftig, aber 1000 Euro Miete. Martin Franks Vergleich: „25 Quadratmeter, dazu sagt man in Niederbayern Windfang.“ Dies seien die Momente, so Zellner, „wo wir uns als Waidler so herrlich mit ihm identifizieren können – da hat es wieder einer von uns ins Rampenlicht geschafft.“

Und so fasste Zellner die Begründung der Schauer-Jury für Martin Frank wie folgt zusammen: „Ein bayerischer Kabarettist mit unbändiger Spielfreude, die spontan und unverkrampft das Publikum begeistert.“

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