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Kommunalpolitik

Stadträte planen Cham in die Zukunft

Parkplätze per App, fahrerlose Busse und Ladestationen für Elektro-Autos: Die ArGe Chamland kommt ganz schön innovativ daher.
Von Tanja Fenzl

Die Mitglieder der ArGe Chamland vor dem Eingangstor zur Chamer Altstadt, die den Stadträten besonders am Herzen liegt. Foto: Fenzl
Die Mitglieder der ArGe Chamland vor dem Eingangstor zur Chamer Altstadt, die den Stadträten besonders am Herzen liegt. Foto: Fenzl

Cham.Wenn die Frauen sagen, „das ist ein g’scheiter Blödsinn“, kann am Ende nur etwas Gutes herauskommen. Mit einem Augenzwinkern führte Klaus Hofbauer den Erfolg der ArGe (Arbeitsgemeinschaft) Chamland auf den Einfluss der Partnerinnen zurück, die die zehn Stadträte bei ihrer Zusammenarbeit regelmäßig unterstützen.

„Wir verstehen uns alle einfach menschlich gut“, so der Sprecher der ArGe. Gegen Ende der aktuellen Wahlperiode wollte die Chamland-Mannschaft im Stadtrat am Freitagnachmittag im Kolpinghaus auf ihre Initiativen und Projekte zurückblicken - und notwendige Veränderungen und Ziele aufzeigen, die Cham erfolgreich in die Zukunft führen sollen. Und die müssen geprägt sein von Innovation und Nachhaltigkeit, da sind sich die ArGe-Mitglieder von Vilzing bis Untertraubenbach einig.

Fahrerlos im Bus von der Innenstadt nach Janahof

Denken ohne Schranken: Um Cham im Zeitalter der Digitalisierung bestmöglich aufzustellen, will die ArGe viele Einzelprojekte zusammenführen. Dazu müsse man nicht das Rad neu erfinden, meint Georg Kerschberger, aber die technischen Möglichkeiten unserer Zeit einsetzen. Parkplätze mit dem Handy reservieren, bei Baugebieten eine gemeinsame Heiztechnik oder Ver- und Entsorgungssysteme planen sei nicht nur zeitgemäß, sondern ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Beispiel Auto-Industrie: „Dinge, die seit Jahrzehnten unverändert waren, verändern sich rapide.“ Deutschland stehe in Sachen Autobau wieder auf Null. Auf diese Veränderungen müsse man reagieren. „Eine Stadt, die attraktiv ist für den Tourismus, ist auch fürs direkte Umfeld attraktiv. Dazu gehören eine ausgewogene Innenstadt und dazu auch Parkplätze.“

Die Stärkung der Altstadt ist ein Ziel

Überhaupt: Die Altstadt steht im Mittelpunkt einiger Überlegungen der ArGe Chamland. Im Fokus besonders die westliche Altstadt. Aber auch eine noch bessere Verbindung von Innenstadt und Janahof sei wichtig, um Cham insgesamt zu stärken. „Es ist nur eine große Stadt“, sagt Hofbauer. Möglicherweise könne eine solche Verbindung mit fahrerlosen Bussen hergestellt werden. Passend zum Thema Verkehr betont auch Peter Hofbauer: „Wir müssen voranpreschen, was die Elektromobilität angeht. Es wird nicht reichen, drei, fünf oder zehn Ladestationen zu haben. Wir brauchen eher 20, 50 oder hundert davon, am besten vor jedem öffentlichen Gebäude, in jedem Parkhaus, und auch vor den Geschäften.“ Hofbauer bringt sogar eine Wasserstofftankstelle ins Gespräch, die früher oder später ebenfalls notwendig werden könne.

„Wir planen gesamtstädtisch“

Klaus Hofbauer, ArGe-Sprecher

Insgesamt zogen die ArGe-Mitglieder eine positive Bilanz ihrer Arbeit, die die früheren Gemeinden und heutigen Chamer Ortsteile mit der Kernstadt verbinden soll. „Wir planen gesamtstädtisch“, betonte Hofbauer gleichwohl, und erinnerte an die Einstufung Chams als Oberzentrum, woran die ArGe maßgeblichen Anteil gehabt habe. Auch die Neugestaltung des Marktplatzes und die Idee, dass dort wieder der Verkehr rollt, sowie den Plan eines modernen Parkleitsystems für Cham schreibt sich die ArGe auf die Fahnen. Und selbst in Sachen Energiemanagement haben die Chamland-Mitglieder für positive Effekte gesorgt: „Da geht es ja nicht um große Dinge, oft reicht es, die Heizung in öffentlichen Gebäuden ein wenig runterzufahren. Oder, wie bei der neuen Stadthalle, das Licht im Parkhaus nicht 24 Stunden lang anzulassen.“

Die AG Chamland

  • Zusammenschluss

    Die Arbeitsgemeinschaft Chamland ist keine Partei oder Fraktion, sondern ein Zusammenschluss von Stadtrats-Vertretern mehrerer Wählergruppen, mit dem selbst gesteckten Ziel, der Chamer Kommunalpolitik mehr Bewegung zu geben. Die Mitglieder arbeiten seit sechs Jahren zusammen.

  • Mitglieder

    Josef Griesbeck und Peter Hofbauer (CWG Chammünster und Ortsteile), Christian Bauer (Janahofer Liste), Klaus Hofbauer (CWG Windischbergerdorf), Josef Blaha und Georg Kerschberger (Gemeindewohl Loibling-Katzbach/Cham-West), Walter Dendorfer (Wählergemeinschaft Thierlstein), Martin Stoiber und Klaus Kernbichl (Wählergemeinschaft Vilzing-Schachendorf)

Hoffen auf Fortbestand der ArGe

Sollten die zehn ArGe-Mitglieder im künftigen Stadtrat wieder vertreten sein, hoffen alle auf eine Weiterführung der ArGe. Dafür stehen die nächsten Ziele bereits fest:

  • Cham als Oberzentrum weiterentwickeln,
  • einen Forderungkatalog für ein Entwicklungskonzept erstellen (Hofbauer: „Unser bisheriges Konzept enthält viele Punkte, die bereits umgesetzt wurden.“)
  • Eine Verbesserung des Stadtmarketings auch über die Landkreisgrenzen hinaus. („Die Leute in Sankt Englmar oder Bodenmais würden gerne nach Cham zum Einkaufen kommen.“)
  • die Handelsstadt Cham stärken
  • Straßensanierungen
  • Umsetzung des Feuerwehrgutachtens
  • Vorgehen gegen den Leerstand in Cham
  • Gewinnung von Personal für die Verwaltung („Die jungen Leute wollen heutzutage vor allem ein gutes Arbeitsklima. Das müssen wir bieten.“)

Wichtig sei bei allem, dass die gesamte Stadt einbezogen werde, betonte Hofbauer, der gleichzeitig den Vorteil hervorhob, dass alle Umlandorte im Stadtrat vertreten würden. „Uns wird oft vorgeworfen, dass wir nur um unsere Bereiche kümmern, aber die Vergangenheit beweist, dass unsere Initiativen die ganze Stadt abdecken.“

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