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Kurios

Die Jagd nach dem gestohlenen Ortsschild

In Asbach verschwindet immer wieder das Ortsschild. Bürgermeister und die Marke Asbach setzen eine Belohnung aus.
Von Jakob Moro und Martin Hladik

Dieses Verkehrsschild ist noch an seinem Platz: Gut versteckt aus Richtung Hindelmühle. Foto: Jakob Moro
Dieses Verkehrsschild ist noch an seinem Platz: Gut versteckt aus Richtung Hindelmühle. Foto: Jakob Moro

Stamsried.In Asbach sind die Ortsschilder schon wieder weg. Offensichtlich ist das Asbacher Ortsschild begehrt bei Sammlern oder Jugendlichen. Vermutlich wegen der Namensgleichheit mit der bekannten Weinbrandmarke. Das kleine Asbach bei Stamsried dagegen hat nur fünf Häuser, und dürfte nur Einheimischen bekannt sein.

Schon zweimal setzte Bürgermeister Herbert Bauer Belohnungen aus, weil die Ortsschilder gestohlen wurden. Zum Teil erfolgreich, denn die Schilder wurden wiedergefunden. Insgesamt waren das 1200 Euro. Auch diesmal will der Bürgermeister 200 Euro für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung der Schilder führen, ausloben. Bauer: „Letztlich würden wir uns so sogar etwas sparen. Ein neues Schild kostet rund 600 Euro.“

Den Ort Asbach gibt es über 40 Mal

In Asbach fehlt schon wieder das Ortsschild Foto: Jakob Moro
In Asbach fehlt schon wieder das Ortsschild Foto: Jakob Moro

Unser Medienhaus hat bei der Marketingabteilung der Weinbrandmarke – sie gehört zum Hause Underberg – angefragt. Dagmar Peters, die International Senior Brand Managerin, kennt das Phänomen aus anderen Orten dieses Namens. In Deutschland gibt es über 40 Orte, die in Wikipedia mit dem Namen Asbach eingetragen sind. „In Bayern ist Asbach sehr beliebt!“, sagt sie.

Einen Aufruf für den ehrlichen Finder der Ortsschilder würde das Unternehmen Underberg gerne unterstützen. „Wir beteiligen uns mit unserer bekannten Marke Asbach auch gern an einer Belohnung – mit einem Probepaket Asbach für den ehrlichen Finder. Wir würden dies auch auf unserer Facebook-Seite unterstützen.“ Für Stamsried wird das Wiederbeschaffen der Ortsschilder jedenfalls langsam teuer. 1400 Euro Belohnungen in nicht einmal zehn Jahren, dazu jeweils die Ortsschilder, da kommt einiges zusammen.

Die Marke

  • Gründung

    Die Weinbrandmarke Asbach wurde 1892 in Rüdesheim am Rhein gegründet.

  • Unternehmen

    Heute gehört Asbach zur Underberg AG.

  • Bekanntheit

    Obwohl die Marke Asbach heute auch bei Facebook und andern nodernen Medien präsent ist, kennen viele noch die TV-Werbung aus den 50er/60er-Jahren: „Wenn einem so viel Gutes widerfährt – das ist schon einen Asbach Uralt wert“

Waren es wieder Jugendliche oder Sammler, die der Name der Weinbrandmarke Asbach und das Ortschild reizte? Die Marke Asbach ist in Deutschland so bekannt, dass die Bezeichnung „Asbach“ vor allem in der Jugendsprache in der Art eines Synonyms für „uralt“ verwendet wird.

Woher kommt der Ortsname?

Aber wie kam die kleine Ortschaft Asbach zu ihrem Namen? Asbach hat keinen Bach. Der nächste Bach ist der Hiltenbach. Asbach verdankt seinen Namen dem Waldbaum, die Espe. Solche gibt es viele um Asbach. Asbach ist eine Siedlung an einem Espenwald und wurde 1125 als „Aspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Asbach sagt eigentlich niemand bei uns, alle verwenden die Mundart „Aschba“. Eine Namensänderung in „Aschba“ stünde nicht mehr in Verbindung zur Weinbrandmarke „Asbach Uralt“, die im 19. Jahrhundert durch den Firmengründer Hugo Asbach bekannt wurde. Eine Namensänderung wäre allerdings auch schade. Bei so einem berühmten Namen.

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