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Einsatz

Feuer in Stamsried: Ursache ist unklar

In der Silvesternacht brannte in Stamsried eine Scheune nieder. Wahrscheinlich liegt keine vorsätzliche Brandstiftung vor.
Von Peter Nicklas

  • Mit Wasser aus mehreren Strahlrohren und dem Wasserwerfer wurde das Feuer bekämpft. Fotos: Nicklas
  • Von einem Weiher aus wurden eine Reihe von Schlauchleitungen gelegt. Fotos: Nicklas
  • Aus der eingebauten Stallung konnten alle Tiere rechtzeitig ins Freie gelassen werden. Fotos: Nicklas

Stamsried.Die Silvesterkracher waren abgeklungen und die nächtlichen Raketen abgeschossen, da heulten in der Nacht auf den Neujahrstag gegen 2.25 Uhr die Sirenen im Raum Stamsried, Roding und Rötz sowie im Nachbarlandkreis Schwandorf in rascher Folge. Eine weit sichtbare Feuersäule stieg in den Himmel. Wie berichtet, brannte eine zirka 50 mal 20 Meter große Stallung, auf der eine Photovoltaikanlage installiert war und in der sich Erntevorräte befanden, komplett nieder. Die mehr als 40 darin befindlichen Tiere konnten gottlob gerettet werden. Zwei Feuerwehrmänner wurden leicht verletzt. Der Sachschaden beläuft sich auf zirka 500 000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Kripo Regensburg übernommen. Wegen der massiven Brandzehrungen, teilt die Kripo mit, lässt sich die Brandursache nicht mehr definitiv klären. Aufgrund der Spurenlage ist laut Kripo eine vorsätzliche Brandstiftung jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

Der Strom war ausgefallen

Zurück zu den Ereignissen in der Nacht auf den Neujahrstag: Gegen 2.20 Uhr war im Haus, das unmittelbar an der Scheune steht, aber durch eine Brandmauer abgesichert ist, die dort lebende Tochter des Anwesenbesitzers wach, weil plötzlich der Strom ausgefallen war. Sie sah nach, wo die Ursache sein könnte, und bemerkte die auflodernden Flammen. Geistesgegenwärtig öffnete sie die Stalltüren und ermöglichte damit den insgesamt 42 Rindern, darunter auch etliche Milchkühe, den Weg nach draußen auf eine unmittelbar angrenzende, umzäunte Weide.

Feuerwehr auf vereisten Straßen

Trotz der vereisten Straßen trafen die Feuerwehren der Umgebung in rascher Folge ein und nahmen die Brandbekämpfung mit Löschwasser aus Tanklöschfahrzeugen und einem Hydranten auf. Am unmittelbar angrenzenden Weiher wurden vier Tragkraftspritzen eingesetzt und von dort aus die Leitungen zum Brandobjekt und zu den Strahlrohren gelegt, auch ein Wasserwerfer und ein starkes B-Strahlrohr von der Drehleiter der Feuerwehr Roding aus waren im Einsatz.

Atemschutz an „forderster Front“

Vor allem an „vorderster Front“ waren die Feuerwehrler mit schwerem Atemschutz im Einsatz. Zu berücksichtigen war bei diesem Einsatz auch eine Photovoltaikanlage, die auf dem Dach angebracht war.

Etwa 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort, dazu Notarzt und Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes. Wie BRK-Rettungsdienstleiter Michael Daiminger wissen ließ, mussten zwei Feuerwehrmänner wegen einer leichten Rauchvergiftung beziehungsweise einer leichten Kopfplatzwunde behandelt werden.

Die 50 mal 20 Meter große Scheune wurde samt den darin eingelagerten Erntevorräten zum Raub der Flammen. Von den in der eingebauten Stallung untergebrachten Rindern kam keines zu Schaden. Auch das unmittelbar angrenzende Wohnhaus wurde kaum in Mitleidenschaft gezogen, es war durch eine Brandmauer geschützt. „Wenn andere feiern, sind wir zur Stelle“. Dieser Grundsatz der Feuerwehren bewahrheitete sich einmal mehr bei diesem Großbrand.

Umsichtig und trotz der nachtschlafenden Zeit und des vorherigen Silvesterabends in ausreichender Zahl waren die Aktiven, darunter auch Jugendliche und Feuerwehrdamen, am Einsatzort und packten mit an.

Der Sachschaden beträgt nach erster Einschätzung der Polizei rund eine halbe Million Euro. Wie die Polizei mitteilte, konnten Rückstände von Feuerwerkskörpern in der Nähe der Brandstelle gefunden werden. Aktuell, so die Kripo, könne aber eine vorsätzliche Brandstiftung als unwahrscheinlich angesehen werden.

Der Brand in der Nacht zum Neujahrstag ereignete sich keine zwei Kilometer Luftlinie von der letzten Brandstelle in der Gemeinde Stamsried entfernt. Am 20. November wurde bei einem Großbrand ein Gebäude eines landwirtschaftlichen Anwesens in Friedersried ein Raub der Flammen, wobei jedoch zumindest zum jetzigen Zeitpunkt kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den beiden Großbränden erkennbar ist.

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