MyMz
Anzeige

Verständigung

Gute Partnerschaft seit 40 Jahren

Die Freundschaft zwischen Stamsried, Suben und St. Marienkirchen wird heuer beim Feuerwehrfest im Mai bekräftigt.
Von Jakob Moro

Seit über 40 Jahren wird die Partnerschaft gepflegt: Ein Foto aus den 1980er Jahren, als der damalige Marktrat und die Bürgermeister auf einem Besuch in St. Marienkirchen weilten. Foto: Jakob Moro/Archiv des Marktes Stamsried
Seit über 40 Jahren wird die Partnerschaft gepflegt: Ein Foto aus den 1980er Jahren, als der damalige Marktrat und die Bürgermeister auf einem Besuch in St. Marienkirchen weilten. Foto: Jakob Moro/Archiv des Marktes Stamsried

Stamsried. Die damaligen Bürgermeister, Wolfgang Spießl (Stamsried), Josef Reininger (Suben) und Josef Pichler (St. Marienkirchen) haben vor 40 Jahren nach entsprechenden Beschlüssen der drei Gemeinden Stamsried, Suben und St. Marienkirchen (beide aus Oberösterreich) eine große Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Sie beschlossen, die seit mehr als zehn Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Bürgern der drei Gemeinden durch die Aufnahme der Gemeindepartnerschaft feierlich zu besiegeln.

Was mit der Begegnung der Freunde echter und bodenständiger Volksmusik des Innviertels und der Oberpfalz begann und sich über Jahre hinweg durch zahlreiche Kontakte in der Bürgerschaft der drei Gemeinden festigte, wurde damit in würdiger Form öffentlich bekundet. Angesichts der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte, der gleichen Sprache und des eng verwandten kulturellen Erbes war es das Ziel dieser Partnerschaft, die Menschen der oberösterreichischen Gemeinden und des oberpfälzischen Marktes Stamsried über die Landesgrenzen hinweg einander näher bringen und der Verständigung und der Freundschaft zwischen Völkern zu dienen.

Der Inn ist keine Grenze

Die Urkunden wurden bei einem Empfang am Samstag 30. Juni 1979 unter Anwesenheit sämtlicher Markt- und Gemeinderäte der drei Gemeinden unterzeichnet. Mit dabei Max Gruber aus Cham, der Schirmherr und Freund Stamsrieds, Landrat Ernst Girmindl, MdL Staatssekretär Dr. Max Fischer, MdB Dr. Dionys Jobst, Staatssekretär a.D. Franz Sackmann, Pfarrer Pfeffer, Rektor Eduard Werner, die Armen Schulschwestern, Förster Sigmund Bischoff, Regierungspräsident Dr. Ernst Emmerich und der Bezirkshauptmann von Schärding, Dr. Kimberger. „Uns trennt fast gar nichts“, meinte damals Bezirkshauptmann Dr. Kimberger.

Der Inn sei keine Grenze, sondern Verbindungslinie sagte Kimberger. Von Anfang an hätten menschliche Beziehungen im Vordergrund gestanden, so Kimberger. Bürgermeister Pichler aus St. Marienkirchen ging auf die Feiern zur 200-jährigen Zugehörigkeit des Innviertels zu Oberösterreich ein und sagte: „Im Grunde sind wir Bayern geblieben.“ Liebe auf den ersten Blick, nannte Bürgermeister Reininger aus Suben die Verbindung seiner Gemeinde zu Stamsried. Nach diesem Festakt ging es zu Totenehrungen am Kriegerdenkmal am Marktplatz, wo alle drei Bürgermeister Kränze niederlegten, schrieb damals die MZ.

Im Festzelt beim 110-jährigen Feuerwehrfest in Stamsried ging’s dann hoch her. Wolfgang Spießl begrüßte die Gäste, besonders Stamsrieds Ehrenbürger Pfarrer Johann Gruber und seinen Bruder Domkapitular Franz Spießl. Spießl bezeichnete die Partnerschaft als „unseren Beitrag für Frieden und Verständigung in der Welt.“ Die beiden Hymnen der Landesteile wurden abgespielt und Geschenke ausgetauscht. Durch den bayerisch-österreichischen Heimatabend führte Karl Stiegler, bekannt vom Österreichischen Rundfunk. Bis in die Nacht hinein spielten die Musikanten aus Oberösterreich zünftig auf.

Im Festzelt wird groß gefeiert

Beim 150-jährigen Feuerwehrfest in Stamsried in diesem Jahr findet am Samstag, 25. Mai, wie vor 40 Jahren ein Festakt zur 40-jährigen Gemeindepartnerschaft mit Suben und St. Marienkirchen statt. Die Partnerschaft wird erneuert und anschließend im Festzelt wie vor 40 Jahren groß gefeiert.

Suben hat rund 1500, St. Marienkirchen rund 1800 Einwohner. Beide sind im Bezirk Schärding im Innviertel gelegen, das lange „Innbaiern“ hieß. Sie sind wie Stamsried landwirtschaftlich geprägt. Bei Gründung des Herzogtums Bayern waren beide Orte bayrisch. Beide Orte kamen 1779 mit dem Innviertel (damals Innbaiern) zu Österreich. Während der napoleonischen Kriege wurden beide oberösterreichischen Partnergemeinden wieder bayerisch. Seit 1814 gehören beide Orte wieder zu Österreich.

: Nach den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 gehörten sie zum Gau Oberdonau. Nach dem verlorenen Krieg zu Österreich.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht