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Wettbewerb

Stamsried hat den schönsten Friedhof

Die Jury hat entschieden: Harrling ist zweiter Preisträger, gefolgt von Lohberg. Sonderpreise gehen an Lam, Zenching und Ast.

Beim Friedhof Stamsried überzeugte die Kommission insbesondere die parkähnliche Erweiterung.
Beim Friedhof Stamsried überzeugte die Kommission insbesondere die parkähnliche Erweiterung. Foto: Landratsamt

Stamsried. Friedhöfe sind symbolträchtige Orte mit regional verankerter Trauerkultur. Friedhofsträger stehen zunehmend vor der Herausforderung, neue Bestattungsformen stimmig in die Gestaltung ihrer gewachsenen Friedhofskultur zu integrieren. Der Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“ soll gute Konzepte und positive Beispiele der Friedhofsgestaltung herausstellen und Impulse zur Orientierung und Nachahmung geben.

Im Landkreis beteiligten sich 16 sowohl kommunale als auch kirchliche Friedhofsträger. Im Mittelpunkt der Bewertung standen Fragen zur Konzeption des Friedhofs, seinen Grünstrukturen, dem Umgang mit historischer Substanz bis hin zur Gestaltung der einzelnen Gräber. Von Interesse war ebenso, ob neue Bestattungsformen behutsam in das Gesamtkonzept eingefügt wurden.

Friedhof Stamsried, Träger ist der Markt Stamsried

Beim Friedhof Stamsried überzeugte die Kommission insbesondere die parkähnliche Erweiterung des Friedhofs. Eine hoch qualifizierte Planung ist die Grundlage des jetzigen Erscheinungsbildes mit vorbildlicher Ein- und Durchgrünung. Umpflanzte Grabfelder unterteilen die Fläche der Friedhofserweiterung in stimmungsvolle Nischen. Würdevoll eingebettet liegen darin gut gestaltete Einzelgräber. Skulpturen und Grabsteine, so die der Priestergräber, sowie stilvolle Wasserbecken haben hohen ästhetischen Wert. Überzeugen konnte der Friedhof auch im Umgang mit der Historie. Einzigartig sind die liegenden Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert sowie das neogotische Grabmal der Familie von Abel. Die Aussegnungshalle mit Kapelle wurde aufwendig saniert. Neben Sargbestattungen werden auch Urnenbestattungen zunehmend nachgefragt. Hier besteht die Möglichkeit die Urne im Familiengrab oder in einem eigens dafür vorgesehenen Urnengrabfeld würdig zu beerdigen.

Friedhof Harrling, Träger Kath. Kirchenstiftung Harrling

Der grüne Friedhof in Harrling hat Vorbildcharakter.
Der grüne Friedhof in Harrling hat Vorbildcharakter. Foto: Landratsamt

Der grüne Friedhof in Harrling hat Vorbildcharakter über den Landkreis hinaus. Herausragend sind durchgängig bepflanzte Grabbeete, die wohl einzigartig in ganz Bayern sind. Durch harmonische, einheitliche Bepflanzung der Grabreihen kommt, nach dem ehemaligen Pfarrer Berndl, die Gemeinschaft der Gläubigen zum Ausdruck. Eine individuelle Grabbepflanzung mit Einfassungen entfällt somit. Überzeugend sind auch die hellen Grabsteine, die mit großer Aussagekraft und ihren christlichen Botschaften Hoffnung und Trost spenden. Bei der Gestaltung der Grabsteine wurde auf die Verstorbenen besonderer Bezug genommen. Die Grünstreifen zwischen den Grabfeldern und die ortstypische Friedhofsmauer runden das harmonische Gesamtensemble ab. Vor der Wahl eines Grabsteins empfiehlt es sich, einen Rundgang durch den Harrlinger Friedhof zu machen. Dort erhält man im Hinblick auf Ästhetik von Grabdenkmälern, aber auch in Bezug auf christliche Grabbotschaften viele Anregungen. 1500 ehrenamtliche Stunden werden jährlich für Pflege und Erhalt des Friedhofes aufgewendet. 8000 Sommerblumen werden dabei pro Pflanzung gesetzt.

Friedhof in Lohberg, Träger ist die Gemeinde Lohberg

Lohberg
Lohberg Foto: Landratsamt

Der Friedhof in Lohberg besticht zum einen durch unverwechselbare Lage im Ort, aber auch in der ihn umgebenden Landschaft. Im Lohberger Friedhof ist die Geschichte des Ortes und seiner Familien noch sichtbar. Die historischen Grabsteine dominieren nach wie vor den älteren Teil des Friedhofs. Die Haupterschließung erfolgt durch einen Pflasterweg aus Granit. Die Einzelgräber liegen stilvoll in den grünen Grabfeldern. Für Urnenbestattungen sind, neben der Bestattung in den Familiengräbern, Nischen in einer bestehenden Natursteinmauer vorgesehen. Diese Form einer Urnenwand fügt sich harmonisch in den Altbestand ein. Die Entsorgungseinrichtungen sind gut zugänglich und dennoch vom eigentlichen Friedhof getrennt.

Friedhof Lam, Träger katholische Pfarrkirchenstiftung Lam

In Lam gefielen die Nischengräber.
In Lam gefielen die Nischengräber. Foto: Landratsamt

Eine Besonderheit im Lamer Friedhof sind die Nischengräber im Umgriff der Kirche, die mit Statuen von Heiligen versehen sind. Der Friedhof gliedert sich in vier Bereiche: Alter und neuer Friedhof, Urnenfriedhof und hinzugekommen ist der Bereich der Urnenbestattung unter Bäumen. Neben Sargbestattung gibt es zunehmend Urnenbestattungen. Die Urnen können sowohl in Urnenwänden, aber auch in Beetflächen, die mit schönen Rosenpflanzungen versehen wurden, beerdigt werden. Zudem beschreitet die Pfarrkirchenstiftung einen neuen Weg. Der Friedhof ist der einzige im Landkreis, in dem eine Bestattung unter Bäumen möglich ist. Federführend in der Konzeption ist Gerhard Paulus. Friedhofsträgern, die ähnliche Wege beschreiten möchten, wird empfohlen, den neuen Teil des Lamer Friedhofs zu besichtigen. Erwähnenswert ist auch die renovierte Aussegnungshalle, die den Hinterbliebenen genügend Raum bietet, um Abschied zu nehmen. Religiöse Kunstobjekte aus Holz und Glas fügen sich gut in den Friedhof ein. Ein Projekt der Zukunft ist noch in Bearbeitung. Durch Digitalisierung des relativ großen Friedhofs sollen es künftig Besucher einfacher haben, die Gräber auf dem weitläufigen Friedhof zu finden.

Friedhof Zenching, Träger Katholische Pfarramt Rimbach

In Zenching begeisterte die Harmonie.
In Zenching begeisterte die Harmonie. Foto: Landratsamt

Der Friedhof in Zenching ist ein Kleinod unter den Friedhöfen im Landkreis. Das harmonische Erscheinungsbild des Friedhofs, der die Expositurkirche St. Ägidius umgibt, hat Seltenheitswert. Er musste aufgrund seiner Lage terrassiert werden. Die Gräber, größtenteils ohne störende Einfassung, fügen sich geschmeidig in die Grünflächen ein. Viele der Grabbepflanzungen haben Vorbildcharakter. Eine Besonderheit ist zudem der Totentanz in der Seelenkapelle. Er besteht aus acht Ölgemälden, die ihrerseits mit linearen Wandmalereien gerahmt und durch je eine zweizeilige Bildunterschrift erläutert werden.

Friedhof in Ast, Träger Kirchenstiftung Ast

In Ast beeindruckte die Pflege.
In Ast beeindruckte die Pflege. Foto: Landratsamt

Der Friedhof in Ast konnte einen Sonderpreis für das außerordentliche, ehrenamtliche Engagement erzielen. Federführend, nicht nur bei der Pflege der Anlage, sondern auch bei der Gestaltung des Friedhofs, ist der Obst- und Gartenbauverein. Schöne Rosenpflanzungen wurden nach und nach angelegt. Zudem wird das große Priestergrab bereits seit Jahren vom OGV gepflegt. Der Verein kümmert sich nicht nur um den Friedhof, sondern auch um alle angrenzenden Flächen, wie Parkplatz und aufwendige Böschungen im Bereich des Pfarrheims.

Die Verantwortlichen der 16 Teilnehmerfriedhöfe werden zur Jahresversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege am 10. November ins ATT in Furth im Wald eingeladen und gewürdigt. Anhand einer Präsentation werden die Friedhöfe mit ihren jeweiligen Besonderheiten vorgestellt.

Denn nicht nur die Preisträger sind sehenswert, sondern alle Teilnehmer können vorbildliche Strukturen in der Grün- und Grabgestaltung aufweisen.

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