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Brauchtum

Volksliedkreis gedenkt Toter

Der Verein hält seine Verstorbenen in Ehren. Neue Totenbretter wurden gesegnet, in einer Andacht wurde die heilige Maria geehrt.
Jakob Moro

Ruhestandspfarrer Martin Schultes segnete die neuen Totenbretter. Das Koller Duo sorgte für die musikalische Gestaltung. Foto: Moro
Ruhestandspfarrer Martin Schultes segnete die neuen Totenbretter. Das Koller Duo sorgte für die musikalische Gestaltung. Foto: Moro

Stamsried.Zahlreiche gepflegte Totenbretter erinnern an die vielen mittlerweile verstorbenen Sänger, Volksmusikanten und Förderer der Volksmusik. Alljährlich treffen sich im Mai Volksmusikfreunde zum Gedenken ihrer Verstorbenen bei der Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts errichteten Gedenkstätte am Fuße der Kürnburg bei Stamsried.

Drei neue Totenbretter für die begnadeten Sänger und Musikanten Franz Wittmann, Erna Niederalt und Josef Lobenhofer wurden aufgestellt. Ruhestandspfarrer Martin Schultes segnete sie und hielt eine Andacht. Der Oberpfälzer Liedkreis sang zur Ehre der Gottesmutter. Auch die Niedermuracher Sänger, die Stubenmusi Maxhütte und das Koller Duo beteiligten sich.

Frischer Wind, ein Mailüftchen wehte über der Gedenkstätte, die Blätter des nahen Waldes rauschten, als die Gruppe Stubn-Musi Maxhütte mit einem Instrumentalstück die vielen gekommenen Marienverehrer begrüßte und der Vorsitzende des OVK des Bereiches Schwandorf, Leonhard Bayerl, Pfarrer Martin Schultes, die Volksmusikfreunde und Marienverehrer willkommen hieß.

Marienlieder und Menuette

Mit einem bunten Blumenstrauß von Marienliedern wartete nicht nur die Stubenmusi Maxhütte, sondern auch die anderen Musikgruppen, das Koller Duo und die Niedermuracher Sänger, auf.

Ruhestandspfarrer, Martin Schultes, dessen Wohnhaus in der Nähe der Gedenkstätte liegt, freute es auch in diesem Jahr wieder die besondere Verehrung des Gottesmutter in seiner Heimat durch verbindende Worte, eine kurze Predigt und den Segen begleiten zu dürfen. Weisen der Volksmusik, Menuette, Instrumental- und Gesangsbeiträge wechselten sich mit Gebeten zur Gottesmutter ab.

Leonhard Bayerl, der OVK-Vorsitzende, dankte anschließend vor allem Pfarrer Schultes, den teilnehmenden Gruppen und den vielen Besuchern der Maiandacht. Ferner dankte er dem Markt Stamsried mit Bürgermeister Herbert Bauer für die Betreuung der Gedenkstätte.

Folgende drei Totenbretter wurden gesegnet: 1. Totenbrett für Franz Wittmann aus Meidenried, starb am 30. November 2018 im Alter von 94 Jahren. Bekannt war Wittmann als leidenschaftlicher Gstanzlsänger und freudiger Volkstänzer. Unvergessen sind die vielen Volkstanznachmittage im Gasthaus Breu in Friedersried.

2. Totenbrett für Josef Lobenhofer aus Schwarzenfeld, starb am 17. Dezember 2018. Er war Leiter der Oberpfälzer Bettlmusikanten und Mitglied beim Oberpfälzer Volksliedkreis Schwandorf. 26 Jahre stand Sepp Lobenhofer am Dirigentenpult der Schmidmühlener Blaskapelle St. Ägidius und war den Musikkapellen in Ebermannsdorf, Pischdorf und Schwarzenfeld eng verbunden. Für Lobenhofer war die Musik Lebenserfüllung und Berufung. Jungen Menschen eine Musikausbildung mit auf den Weg zu geben, war seine Lebenseinstellung.

3. Totenbrett für Erna Niederalt aus Oberviechtach, starb am 2. Dezember 2018. Sie war bekannt als Sängerin bei den Geschwister Steindl und als „Vöichtacher Sängerin“. Sie stand mehr als 60 Jahre mit ihren beiden Schwestern auf der Bühne. Die Musik wurde ihr schon in die Wiege gelegt.

Mit zehn Jahren auf der Bühne

Sie stammte vom Preglerhof bei Hiltersried. Bereits mit 10 Jahren sang sie 1953 beim Böhmerwaldsingen in Waldmünchen. Seit Gründung des Oberpfälzer Volksliedkreises im Jahre 1955 gehörte sie diesem an, war engagiertes Vorstandsmitglied und moderierte diverse Veranstaltungen. Die Geschwister Steindl waren die älteste Singgruppe im Oberpfälzer Volksliedkreis und weit darüber hinaus bekannt.

Mit dem Schlussgebet, dem Segen und dem bekannten Marienlied „Segne du, Maria, segne mich, dein Kind, dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find! ...“ endete die besinnliche Maiandacht. Der Erlös aus der Sammlung bei der Maiandacht dient dem Erhalt der Gedenkstätte. Im Anschluss waren alle zur Sitzweil in den Zedernhof eingeladen. (rjm)

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