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Stamsried
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MZ-Serie

Von Killer-Clowns und weiteren Fakes

Was im Netz steht, ist wahr – oder nicht? Birgit Zwicknagel spricht über die Brisanz bei der Verbreitung von Falschmeldungen.
Von Birgit Zwicknagel

Mit Halloween endeten auch die Meldungen über die sogenannten „Killer-Clowns“.
Mit Halloween endeten auch die Meldungen über die sogenannten „Killer-Clowns“. Symbolfoto: dpa

Cham.Mit Halloween endeten auch die Meldungen über die sogenannten „Killer-Clowns“. Für die Computermäuse, den Netzverein für Jugendliche und Eltern, bedeutete das das Ende der täglichen Anfragen („Stimmt das?“) und das Ende der Beschwichtigungen der Panik, die durch diese Meldungen bei Kindern und Jugendlichen ausgelöst wurden. Denn der Großteil der Meldungen waren sogenannte Fakes (auch Hoax genannt). Ein Hoax ist eine im Netz absichtlich verbreitete Falschmeldung. Wir finden diese Fakes nicht nur bei Facebook, sondern auch in WhatsApp (oft in Form von Kettenbriefen) oder bei anderen Messengerdiensten.

Die Verfasser solcher Meldungen machen sich im Grunde darüber lustig, dass die Leser so gutgläubig und naiv sind, diesen Geschichten Glauben zu schenken. Ganz beliebt sind Meldungen wie „Datenschutzänderungen bei Facebook“, „Virenwarnungen“, oder eben wie jetzt erst die „Clownmeldungen“. Diese sinnlosen Meldungen verbreiten oft Unsicherheit bei den Lesern und verstopfen zudem die beliebten Kommunikations-Plattformen mit sinnlosen Inhalten.

Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam.
Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam. Foto: Computermäuse

Leider ist es heute so, dass die meisten Nutzer – ohne groß nachzudenken – diese Nachrichten weiterleiten und damit die Verbreitung von Falschmeldungen unterstützen. Besonders brisant wird es, wenn es dabei um Flüchtlinge oder Volksverhetzung geht. Hier kann dann auch schlimmstenfalls eine Anzeige drohen.

Generell sollte man immer skeptisch sein, wenn man Informationen aus unbekannter Quelle bekommt. Doch auch, wenn die Meldungen von Freunden oder Bekannten kommen, ist Vorsicht geboten, denn oft tappen die in die gleiche Falle. Im Grunde ist die Überprüfung des Wahrheitsgehalts aber recht einfach: Erstmal in der eigenen Suchmaschine (zum Beispiel Google) suchen, ob die Schlagzeile auch bei seriösen Seiten auftaucht. Vielleicht wurde dieser Fake ja schon aufgedeckt? Die Seite „mimikama.at“ ist hier sehr hilfreich, da hier die meisten Falschmeldungen identifiziert werden und auch Tipps gegeben werden, wie man damit umgehen soll. Diese Seite sollte man als Facebook-Nutzer unbedingt „liken“, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Die Computermäuse

  • Serie

    Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Internet aufmerksam. Sie schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Birgit Zwicknagel (46) hat selbst drei Kinder, die mittlerweile 19, 22 und 23 Jahre alt sind.

  • Technik

    Die Stamsriederin beschreibt sich selbst als stark technikaffin. „Ich hab mich schon immer für Technik begeistert und kenne alle gängigen Betriebssysteme seit dem C64.“ Wenn es um Handys oder die Anwendung von mp3 oder DAB ginge, sei sie immer bei den ersten Nutzern in der Region gewesen. Sie sei auch diejenige, die in der Familie die neuen Geräte in Betrieb nehme.

  • Erfahrung

    Ihre erste Anregung für die Gefahren mit neuen Medien erhielt Birgit Zwicknagel durch ihre Tochter, die damals die 5. Klasse besuchte. Ein Lehrer hatte damals Internetadressen für alle Schülerinnen angelegt. Das Muster lautete „Vorname.Name-Klasse @ gmx.de“.

  • Gefahr

    Dem Lehrer sei damals nicht bewusst gewesen, dass er so Geschlecht und Alter seiner Schülerinnen schon mit der Adresse preisgab und die Kinder selbstverständlich ihre neue Adresse nutzten, um sich auf allen möglichen Plattformen anzumelden.

  • Verein

    Aus dieser Anregung entstand später der Verein „Computermäuse“ und die Homepage „www.clever-ins-netz.de “.Hier werden Beratung und Vorträge angeboten, aber auch schon viele erste Vorschläge und Tipps gegeben.

  • Motivation

    „Meine Motivation ist es, Menschen mit meinem Wissen helfen zu können, die selber wenig oder keine Ahnung haben!“ (ik)

Dann sollte man auch den Herausgeber am Ende der Meldung ansehen, denn es gibt viele Fakeportale, die dafür bekannt sind, dass sie nur Falschmeldungen erzeugen, zum Beispiel der Postillon; die Tagespresse; 24aktuelles usw. Auch die Bilder in einer Meldung kann man prüfen mit der Seite tineye.com – und man erfährt, wo diese Bilder schon verwendet wurden.

Abschließend folgendes: Glauben Sie nicht allem blind und schalten Sie erst den Kopf ein, bevor Sie auf „Weiterleiten“ drücken! Es erfordert zwar etwas Zeit, um eine Meldung zu hinterfragen, aber es lohnt sich – für Sie und für alle anderen im Netz.

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