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Stamsried
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MZ-Serie

Zeit ist wichtiger als ein Smartphone

Ganz oben auf den Weihnachts-Wunschlisten der Kinder stehen Smartphones, Tablets oder Spielekonsolen. Das birgt Gefahren.
Von Birgit Zwicknagel

Symbolfoto: dpa
Symbolfoto: dpa

Cham.Ich wünsche mir ein Smartphone, ein Tablet … Es ist wieder soweit. Weihnachten steht vor der Tür. Wo man früher noch mit dem Teddy, Malen nach Zahlen oder dem ersten Fahrrad zufrieden war, werden jetzt die Wünsche schon anspruchsvoller. Ganz oben auf den Wunschlisten der Kinder stehen heute Smartphones, Tablets, Spielekonsolen mit den passenden Spielen dazu usw. Doch halten wir einen Moment an den elektronischen „Wühltischen“ inne und überlegen wir uns, ob das eine oder andere Geschenk wirklich so passend ist für das Kind. Lassen wir doch mal meine letzten Artikel in diesem Jahr an uns vorüberziehen.

Thema Smartphone – ab wann sollte ich das denn schenken? Meine Empfehlung: Erst beim Schulübertritt ab der 5. Klasse – und dann auch nicht mit einer Flatrate ausgerüstet, sondern nur mit WLAN daheim.

Thema Tablet: Auch das gehört nicht in die Hände von Kleinkindern (0-5 Jahre). Warten Sie damit bis das Kind lesen und schreiben kann. Kaufen Sie stattdessen ein extra für kleinere Kinder entwickeltes Lern-/Spieltablet.

Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam.
Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam. Foto: Computermäuse

Thema Spielekonsolen: Da gibt es für jede Altersklasse geeignete Möglichkeiten, angefangen vom Gameboy bis hin zur Playstation (PSP). Viel wichtiger als die Frage „welche Konsole“ wäre hier die Frage „welche Spiele“. Achten Sie bei den dazugehörigen Spielen darauf, dass diese altersgerecht sind. Egoshooter oder sogenannte „Ballerspiele“ ab 18 Jahre gehören einfach nicht in die Hände von Zehnjährigen! Überlegen Sie auch Spiele zu kaufen, wo mehrere miteinander spielen können. Die WII bietet sich hier mit vielen lustigen Spielen an, an denen sich die Familie beteiligen kann. Es sollte in keinem Fall so sein, dass ihr Kind das Geschenk auspackt, sich damit ins Zimmer verkriecht und sie es dann die nächsten Jahre nicht mehr gesellschaftlich zu Gesicht bekommen.

Und zu den ganzen elektronischen Supergeschenken gehören auch Regeln. Unter anderem feste Zeiten, wann gespielt werden darf und wann nicht. Zu viele Medien können auch ganz leicht zu Sucht führen – ein Thema, welches Sie im neuen Jahr hier erwartet. Die grundsätzliche Frage ist also nicht: Darf ich meinem Kind ein elektronisches Gerät schenken? Die Frage lautet vielmehr: Wie geht mein Kind mit diesem Gerät um? Wieviel Zeit verbringt mein Kind am Ende an diesen Geräten?

Die Computermäuse

  • Serie

    Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Internet aufmerksam. Sie schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Birgit Zwicknagel (46) hat selbst drei Kinder, die mittlerweile 19, 22 und 23 Jahre alt sind.

  • Technik

    Die Stamsriederin beschreibt sich selbst als stark technikaffin. „Ich hab mich schon immer für Technik begeistert und kenne alle gängigen Betriebssysteme seit dem C64.“ Wenn es um Handys oder die Anwendung von mp3 oder DAB ginge, sei sie immer bei den ersten Nutzern in der Region gewesen. Sie sei auch diejenige, die in der Familie die neuen Geräte in Betrieb nehme.

  • Erfahrung

    Ihre erste Anregung für die Gefahren mit neuen Medien erhielt Birgit Zwicknagel durch ihre Tochter, die damals die 5. Klasse besuchte. Ein Lehrer hatte damals Internetadressen für alle Schülerinnen angelegt. Das Muster lautete „Vorname.Name-Klasse @ gmx.de“.

  • Gefahr

    Dem Lehrer sei damals nicht bewusst gewesen, dass er so Geschlecht und Alter seiner Schülerinnen schon mit der Adresse preisgab und die Kinder selbstverständlich ihre neue Adresse nutzten, um sich auf allen möglichen Plattformen anzumelden.

  • Verein

    Aus dieser Anregung entstand später der Verein „Computermäuse“ und die Homepage „www.clever-ins-netz.de “.Hier werden Beratung und Vorträge angeboten, aber auch schon viele erste Vorschläge und Tipps gegeben.

  • Motivation

    „Meine Motivation ist es, Menschen mit meinem Wissen helfen zu können, die selber wenig oder keine Ahnung haben!“ (ik)

Und zum Schluss mein Wunsch an Sie: Schenken Sie Ihren Kindern vor allem IHRE Zeit. Setzen Sie sich hin, hören Sie zu, spielen Sie mit Ihren Kindern Karten oder Mensch-ärger-dich-nicht und haben Sie ein offenes Ohr. Bis zum neuen Jahr, Ihre Computermaus!

Alle weiteren Serienteile von Birgit Zwicknagel lesen Sie hier.

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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