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Aktion

Wiedersehen mit Gespenst von Tiefenbach“

Gelungener Erinnerungsabend zehn Jahre nach der Premiere des ersten und bisher einzigen Freilichtspiels „Schluss mit lustig“

  • Paul Windschüttl komponierte den Tiefenbacher Marsch, daneben Bürgermeister Ludwig Prögler. Fotos: wad
  • Auf einer Großleinwand wurden viele Szenen des wunderbar unterhaltenden Freilichtspiels gezeigt.
  • Kommissar Soirot (Ludwig Prögler) lässt die Schwindhofbäuerin (Christa Bucher) erzählen, daneben freuen sich Pfarrer Albert Hölzl und Conny Koller.
  • Kommissar Soirot (Ludwig Prögler) befragt Landrat Franz Löffler.

Tiefenbach.Ein Wiedersehen mit dem „Gespenst von Tiefenbach“ gab es am Wochenende, fast genau zehn Jahre nach der Premiere des ersten und bisher einzigen Freilichtspiels „Schluss mit lustig“ am Tiefenbacher Hauptplatz.

Auf Einladung der Theatergruppe hatten sich die Mitwirkenden vor, auf und hinter der Bühne, alle damaligen Helfer und Unterstützer und auch viele Besucher eingefunden, um die Erinnerung an ein unvergessenes Highlight aufleben zu lassen. Das Stück war damals ein Geschenk der Theatergruppe an die Gemeinde anlässlich des 825-jährigen Jubiläums des Ortes. Geschrieben wurde es von Thomas Stammberger, der auch die Regie führte, unterstützt von Schauspielerin Gabrielle Odinis, seiner jetzigen Ehefrau.

Der „Tiefenbacher Marsch“

So wie damals die Klosterbergmusikanten unter Leitung von Paul Windschüttl das Stück musikalisch mitgestalteten, unterhielten sie auch diesmal das Publikum mit feinster Musik. Mit dem Tiefenbacher Marsch, den Paul Windschüttl damals für das Festjahr eigens komponierte, stimmten sie auf den besonderen Abend ein.

Originell begrüßt wurden die Gäste von Kommissar Hercule Soirot, alias Leiter der Theatergruppe, jetzt auch Bürgermeister Ludwig Prögler, der vor zehn Jahren in Tiefenbach ermittelte, aber unverrichteter Dinge abziehn musste, „weil die Tiefenbacher so zammghalt’n haben und ums Verrecka nird sagn wollten, wie dös war mit dem Gespenst von Tiefenbach.“

Er berichtete weiter vom Riesenerfolg des Freilichtspiels, der sich sogar bis nach München herumgesprochen hatte. Tilmann Schöberl, „oaner, der wo den ganzn Tag über viel vorzählt im Radio und im Fernseh“, war damaliger Schirmherr und ist darauf heute noch stolz. Er war auch einer der prominenten Gastspieler „der Lucks von auswärts“, die der Schmuserwick (alias Konrad Blattmeier) für die Tochter (Brigitte Krämer) des Schwindhofbauerns (Ludwig Zangl), ein ausgekochtes Schlitzohr, vorgesehen hatte.

„Ihr habt viel Mut bewiesen“

Daraus geworden ist nichts, dafür haben einige sogar im richtigen Leben Karriere gemacht. Der damalige Landrat Theo Zellner wurde zunächst Präsident der Sparkasse, mittlerweile beim BRK. Ein nächster ist Präsident geworden, nämlich Bezirkstagspräsident und „nebenbei“ noch Landrat, der damalige Bürgermeister der Nachbarstadt Waldmünchen Franz Löffler. Ihn konnte Ludwig Prögler auch persönlich begrüßen.

Landrat Franz Löffler, der mit Ehefrau Andrea gekommen war, erinnerte sich an eine tolle Veranstaltung. „Ihr habt damals viel Mut bewiesen, um so ein herausragendes Ereignis auf die Bühne zu bringen“, lobte er. Dies zeigt auch, dass Kultur im ländlichen Raum ihre berechtigte Begründung hat.

Ludwig Prögler erinnerte weiter an die Zeit vor zehn Jahren, als am Hauptplatz Ausnahmezustand herrschte. Das Wetter war damals so wechselhaft wie heute, teilweise musste bei Eiseskälte geprobt werden. Die Premiere war am 11. Juni 2005, insgesamt gab es acht ausverkaufte Vorstellungen.

Kommissar Soirot hat die Geschichte viel Nerven gekostet und er ermittelte Tag und Nacht. Herausgekommen ist ein ultimatives Bauerntheater mit allerhand Musik und Prögler erinnerte sich gern: „Aber schön wars!“

Die Theatergruppe freute sich, dass so viele gekommen sind, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Kommissar Soirot befragte dabei in bester Kommissarmanier einige damalige Spieler, die aus ihren Erinnerungen erzählten.

„Noten waren vor dem Text fertig“

So berichteten von ihren damaligen Erlebnissen unter anderem die Schwindhofbäuerin (Christa Bucher), Soraya (Inge Fersch), Friederike (Marion Schindler), die Mantafahrer (Josef Königsberger, Josef Vogl und Heinrich Schmitzberger) und Lilly vom Feuerwehrchor. Dabei kamen so manche vergessene Anekdoten ans Tageslicht und es gab viel zu Lachen.

Paul Windschüttl, Leiter der Landkreismusikschule Cham und inzwischen Ehrenmitglied der Theatergruppe, komponierte damals die Musik. „Die Noten waren vor dem Text fertig“, erinnerte er sich, genauso wie an den vielen Spaß, den sie hatten. Licht- und Tontechniker Alfons Gruber erzählte von einer immer größer werdenden Bühne, die Installationen bis in die frühen Morgenstunden notwendig machten.

Ludwig Prögler hieß viele weitere Personen willkommen, die eine besondere Beziehung zur Theatergruppe haben: Hans Bindl, langjähriger Regisseur und Ehrenmitglied, Ehrenmitglied Lydia Bücherl und Pfarrer Albert Hölzl.

Ein herzliches Willkommen galt auch weiteren „Lucks von auswärts“ Altbürgermeister Johann Müller, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Albert Prögler und von der Regieassistenz Helmut Schafbauer. Die Bürgermeister Ludwig Reger und Hans Eibauer wirkten ebenfalls als „Luks von auswärts“ mit. Prögler erinnerte auch an Menschen, die heute leider nicht mehr dabei sein konnten.

Es war ein einmaliges Erlebnis

Bestens unterstützt wurde die Theatergruppe von den Vereinen und der Bevölkerung, es war ein einmaliges Erlebnis für alle und hat die Dorfgemeinschaft zusammengeschweißt. In einem Lied heißt es „Das gibt’s nur einmal – das kommt nie wieder“ doch Prögler schmunzelte: „Wer weiß, lassen wir uns einfach überraschen!“

Die Klosterbergmusikanten eröffneten bei Einbruch der Dunkelheit mit der originalen Ouvertüre das Wiedersehen mit „Schluss mit lustig“.

Auf Großleinwand wurden viele Szenen des unterhaltenden Freilichtspiels gezeigt, dazu kamen besondere Aufnahmen vor und hinter der Bühne. Die Gäste waren begeistert und spendeten reichlich Applaus. Es wurde ein wunderbarer Erinnerungsabend und diesmal bei bestem Sommerwetter saßen die Zuschauer bis weit nach Mitternacht zusammen. Für Speis und Trank war bestens gesorgt. (wad)

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