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Kommune

Die Gemeinde Traitsching ist „intakt“

Mit 4203 Einwohnern wurde ein historischer Rekord erreicht. Bürgermeister Marchl zog beim Neujahrsempfang Bilanz.
von Tatjana Robl

  • Die Aula der Grundschule war bis zum letzten Platz besetzt beim Neujahrsempfang der Gemeinde Traitsching (l.). Fotos: Tatjana Robl
  • Für die musikalische Gestaltung sorgten Martin und Susanne Hausladen (unten r.). Fotos: Tatjana Robl

Traitsching.„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“: Mit diesem Zitat von Helmut Kohl begrüßte Bürgermeister Sepp Marchl die Gäste beim Neujahrsempfang der Gemeinde Traitsching, bei dem die Aula der Leonhard-Stettner Grundschule in Wilting bis zum letzten Platz besetzt war. Nirgendwo sonst sei der Kontakt zu den Bürgern so eng und persönlich wie in einer Gemeinde, und Traitsching könne auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken, so Marchl.

Bürgermeister Sepp Marchl begrüßte mit seiner Frau Waltraud die zahlreichen Gäste (oben r.).  Fotos: Tatjana Robl
Bürgermeister Sepp Marchl begrüßte mit seiner Frau Waltraud die zahlreichen Gäste (oben r.). Fotos: Tatjana Robl

Der Bürgermeister resümierte: Viele Projekte wurden in Angriff genommen und die Gemeinde hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Die Erschließungen in den Baugebieten Osserweg und Schlehenweg konnten abgeschlossen werden, alle dort ausgewiesenen Bauplätze der Gemeinde wurden verkauft. Die stetigen Anfragen nach Bauplätzen bestätigen, dass Traitsching eine attraktive Wohngemeinde geworden ist. Auch Gewerbegrundstücke wurden erschlossen und führten zu einer Ansiedlung weiterer Betriebe. Eine größere Maßnahme war der Umbau und die Sanierung der Kläranlage in Sattelpeilnstein.

Umrüstung auf LED

Im Nachgang war Zeit für Gespräche. Fotos: Tatjana Robl
Im Nachgang war Zeit für Gespräche. Fotos: Tatjana Robl

Zur Zeit läuft die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, dadurch wird der Energieverbrauch deutlich gesenkt. 40 Prozent der elektrischen Energie, die in der Gemeinde verbraucht wird, wird durch Photovoltaik- und Biogasanlagen selbst erzeugt. Größte Baumaßnahme war die Sanierung des Rathauses. Gestartet 2018, konnte sie 2019 abgeschlossen werden. Hier galt der Marchls besonderer Dank Landrat Franz Löffler und dem Vorsitzenden des Bayerischen Gemeindetags, Hugo Bauer, für die Unterstützung. Ende 2019 wurde die Neugestaltung des Kindergarten-Spielgartens begonnen, das Projekt kostet die Gemeinde rund 40 000 Euro.

Auch den Klimawandel thematisierte Marchl. „2019 wird sicher als Greta-Jahr in die Annalen der Weltgeschichte eingehen“, sagte er. Jedoch betonte er, dass es mit der Beschuldigung der älteren Generation nicht abgetan sei, „diesen Schuh müssen wir uns alle anziehen – Alt und Jung.“ Marchls Meinung nach wird mit der aktuellen Diskussion versucht, einen Keil zwischen Jung und Alt zu treiben.

Die demografische Entwicklung der Gemeinde könne sich sehen lassen, mit 4203 sei ein historisches Einwohnerhoch erreicht. Ebenso seien die Geburtenzahlen gestiegen, 2019 konnten 53 Neugeborene in der Gemeinde begrüßt werden. Mit Blick auf Rektorin Cornelia Kiener lachte der Bürgermeister: „Sie können rechnen, was das für die Schule heißt.“

Agnes Bauer, Waltraud Marchl, Andrea Löffler, Brigitte Pongratz, Cornelia Kiener und Heidi Selmer bekamen Blumen von Sepp Marchl.  Foto: Robl
Agnes Bauer, Waltraud Marchl, Andrea Löffler, Brigitte Pongratz, Cornelia Kiener und Heidi Selmer bekamen Blumen von Sepp Marchl. Foto: Robl

Im Ausblick auf 2020 verwies das Gemeindeoberhaupt auf die Dorferneuerungsmaßnahme im Bereich Sattelbogen, die sich über die nächsten Jahre ziehen wird, sowie das Baugebiet mit 31 Parzellen, welches in Traitsching durch den Privaterschließungsträger Michael Dankerl Bau bis Mitte des Jahres entsteht. Das ehrenamtliche Engagement sei das, was das Leben in der Gemeinde liebenswert macht. Damit dankte Marchl allen, die sich in Vereinen und Einrichtungen einbringen. Als beispielhaftes freiwilliges Engagement hob er die Weihnachtstrucker hervor.

Bei Notfall Nerven bewiesen

Ein besonderer Dank galt Wilhelm Probst, bekannt als der Bademeister im Freibad Sattelbogen. Er hatte in einer Notsituation Nerven bewiesen und einem verunfallten Radfahrer geholfen. Seine Frau hatte ihn verständigt, und er war mit Notfallkoffer und Sauerstoffgerät zu dem in Not Geratenen geeilt und hatte diesen versorgt, bis der Rettungshubschrauber mit dem Notarzt gekommen war. „Die Gesellschaft ist auf Menschen wie Sie angewiesen“, hob Marchl hervor.

Gemeinde in Zahlen

  • Haushaltsgesamtvolumen:

    10,2 Millionen Euro

  • Rathaussanierung: Kosten

    2,1 Millionen Euro – staatliche Förderung 642 000 Euro

  • Keine Kredite

    benötigt – Schulden weiter abgebaut

  • 4203 Einwohner,

    kontinuierlich steigende Geburtenzahlen, 2019 waren es 53 Neugeborene (cat)

Im Anschluss begrüßte Landrat Franz Löffler die Gäste. „Traitsching vermittelt das Gefühl einer intakten Gemeinde, hier wird alles getan, damit sich die Bürger wohlfühlen,“ stellte er fest. Er zollte Marchl Respekt, weil er auch das Klima-Thema in seiner Rede mitangesprochen hatte. „Das Thema hat uns 2019 gefangen genommen“, so Löffler, und er betonte weiter, dass der Wohlstand unserer Generation von unseren Eltern komme. „Die Solidarisierung der Generationen hat mit Verantwortung zu tun.“

Im Landkreis Cham sind laut Löffler rund 1700 Asylbewerber, über 700 davon sind in Arbeit oder Ausbildung untergebracht – das sei eine außerordentliche Integrationsleistung. „Die Basis für die Zukunft ist die Konzentration auf die eigenen Werte und Grundwerte“, so der Landrat weiter. Ein Thema, auf das er oft angesprochen wird, sei die Digitalisierung, diese müsse als Chance und Hilfsmittel gesehen werden, dürfe uns aber nicht dominieren.

Marchl dankte Wilhelm Probst für sein schnelles Handeln bei einem Notfall.  Fotos: Tatjana Robl
Marchl dankte Wilhelm Probst für sein schnelles Handeln bei einem Notfall. Fotos: Tatjana Robl

Marchl dankte abschließend der Familie Muth für die Anpflanzung des Eingangsbereichs des Wasserschlosses und schloss wieder mit einem Zitat von Helmut Kohl: „Wir wollen eine Gesellschaft, in der die Menschen sich selbst etwas zutrauen und nicht auf den Staat warten. Wir wollen eine Gesellschaft, die sich ihrer Verantwortung für die Natur bewusst ist.“

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