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Natur

Unkiges Wohnprojekt in Rötz

Seit 2018 entsteht in der Sandgrube ein Lebensraum für Gelbbauchunken. Statt des Traktors hilft heuer eine Schafherde.
Von Anna Heidenreich

Eine erwachsene Gelbbauchunke und ein Hüpferling tummeln sich schon in der ehemaligen Sandgrube. „In zwei bis drei Wochen ist hier wieder richtig viel los“, sagt Naturpark-Gebietsleiterin Anette Lafaire. Foto: Peter Steffen/ dpa
Eine erwachsene Gelbbauchunke und ein Hüpferling tummeln sich schon in der ehemaligen Sandgrube. „In zwei bis drei Wochen ist hier wieder richtig viel los“, sagt Naturpark-Gebietsleiterin Anette Lafaire. Foto: Peter Steffen/ dpa

Rötz.Die ehemalige Rötzer Sandgrube sieht auf den ersten Blick wild aus. Gräser, Sträucher und Matsch machen das bucklige Gelände aus. Es scheint, als hätte dort lange kein Mensch mehr Hand angelegt. Doch Anette Lafaire sieht das etwa einen Hektar große Areal mit anderen Augen. Die Gebietsbetreuerin der unteren Naturschutzbehörde weiß genau, wo sich hier ein ganz bestimmtes Tierchen gerne aufhält.

Lafaire geht zielstrebig zu einem etwa einen Meter langen und 60 Zentimeter breiten Betonbecken. Über den Winter war es mit Erde gefüllt und zugedeckt gewesen. Jetzt ist es mit ein paar Zentimetern Wasser gefüllt.

Dieser Hüpferling hat sich heuer schon im Betonbecken gesonnt. Foto: Anna Heidenreich
Dieser Hüpferling hat sich heuer schon im Betonbecken gesonnt. Foto: Anna Heidenreich

Und siehe da – darin badet eine daumennagelgroße Gelbbauchunke. Auch ein erwachsenes Exemplar hat die Naturschützerin heuer schon gesichtet. Sie ist zuversichtlich, dass es bald wieder wuselt in der Sandgrube. „Noch ist es ein bisschen zu kalt, vor allem in der Nacht. Aber ich denke, in zwei bis drei Wochen ist hier wieder viel los.“ Laut wird es dann aber nicht, sagt sie. „Die Unken haben ein ganz leisen Ruf.“ Und noch etwas sei besonders: Anders als bei Fröschen bleiben die Unken da, wo sie geboren sind. Sie überwintern im Boden, in Felsspalten oder Totholz.

Zum Schutz vor Frost war das Becken im Winter mit Erde aufgefüllt. Jetzt ist es dank Anette Lafaire wieder bereit für die Tierchen. Foto: Anna Heidenreich
Zum Schutz vor Frost war das Becken im Winter mit Erde aufgefüllt. Jetzt ist es dank Anette Lafaire wieder bereit für die Tierchen. Foto: Anna Heidenreich

Seit vergangenem Jahr gibt es das Becken in der Sandgrube. Künstlicher Lebensraum für die Unken, die unbewachsene, flache Gewässer brauchen. Ein Traktor hatte zudem Mulden in das Gelände gefahren. Auch hier hält sich teilweise das Wasser.

„Wir haben einfach den Lebensraum verbessert“, erklärt Lafaire. „Die Gelbbauchunken nehmen das super gut an.“

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Aktion

Traktor schuf Lebensraum

Mit großen Maschinen waren Helfer des Landratsamtes in der Sandgrube unterwegs bei einer etwas andersartigen Pflegemaßnahme.

Vergangenes Jahr habe sie etwa 40 erwachsene Tiere und mindestens 80 Hüpferlinge gezählt, wie die Kleinen genannt werden. Ein solches Monitoring steht auch heuer an. Dazu fotografiert Lafaire die Unkenbäuche und macht einen Abgleich mit den Fotos vom letzten Jahr. Denn das gelb-schwarze Muster auf den Bäuchen der Tiere ist so individuell wie ein Fingerabdruck. „Wenn alle durchgekommen sind, wäre das natürlich toll“, sagt sie.

Damit die Wasserlachen unbewachsen bleiben und so den streng geschützten Tierchen zum Laichen dienen können, will die Naturschützerin heuer etwas ausprobieren. Ein Schäfer aus Treffelstein hat sich bereit erklärt, seine Schafe testweise in die Sandgrube zu treiben. Die sollen das Gras kurz halten. „Je nachdem, wie das klappt, ob für die Schafe genug Futter da ist und wie viel Aufwand das für ihn ist, sollen die vielleicht so zweimal im Jahr kommen“, erklärt Lafaire.

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