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Konzert

Veeh-Harfen verzaubern Gäste

Wenn aus einer botanischen Lehrstunde bei den „Reichenbacher Saitenklängen“ ein wunderbares Erlebnis für die Sinne wird.
Von Ulrike Niklas

Sie begeisterten die Zuhörer (v. l.): Maria Höcherl (Bassharfe), Maria Kagerer (Bassharfe), Maria Gadau (Veeh-Harfe), Betty Niklas (Veeh-Harfe), Marion Weindler (Tischharfe), Olga Voit (Tischharfe), Ulla Goerge (Tischharfe/Saitentambourin) Foto: Ulrike Niklas
Sie begeisterten die Zuhörer (v. l.): Maria Höcherl (Bassharfe), Maria Kagerer (Bassharfe), Maria Gadau (Veeh-Harfe), Betty Niklas (Veeh-Harfe), Marion Weindler (Tischharfe), Olga Voit (Tischharfe), Ulla Goerge (Tischharfe/Saitentambourin) Foto: Ulrike Niklas

Reichenbach.Ein rundum gelungenes Konzert der „Reichenbacher Saitenklänge“ unter dem Titel „Naturgarten“ wurde den Gästen im Bürgersaal zuteil. Überrascht von der guten Resonanz begrüßte Ulla Goerge als Leiterin der Gruppe die Gäste und lud sie ein zu einem musikalischen Spaziergang über eine Wiese. Auch wenn der Gedanke vielleicht naheliege, aber Veeh-Harfen hätten nichts mit Märchen zu tun. Wohl aber können die wohlklingenden Saitenzupfinstrumente die Zuhörer verzaubern.

Vor allem, wenn sie wie an diesem unterhaltsamen Nachmittag im Ensemble mit verschiedenen Tonlagen gespielt werden. Dann wird aus einer botanischen Lehrstunde ein wunderbares Erlebnis für die Sinne. Beim Betreten der Wiese traf man als erstes auf den Augentrost, der schon seit der Antike als Heilpflanze gegen Augenerkrankungen bekannt ist, danach auf die gewöhnliche Berberitze. Zwischen den Beschreibungen und Geschichten zu den Pflanzen folgten immer wieder die mit ihnen harmonierenden Harfenklänge, zu denen sich jeder selbst sein Blumenbild malen konnte.

Die Dotterblume liebt das Nass, so Goerge. Beim leisen, am Ende immer schneller werdenden Wasserplätschern, das die Harfenspielerinnen ihren Instrumenten entlockten, sah man förmlich das Bächlein, an dem sie stand. Das leise Läuten aus der Musik, das dann folgte, kündigte die Glockenblume an, die häufig auf den Wiesen zu finden ist.

Wer ist die schönste Blume?

Selbst den Duft der Maiglöckchen zu verbreiten war den Veeh-Harfen gelungen. Die Maiglöckchen glaubten übrigens, die schönsten Frühlingsglöckchen zu sein, und sorgten für einen Glockenkrieg. Denn auch die Schneeglöckchen, die Märzenbecher, die Osterglocken und die Schlüsselblumen glaubten die schönsten zu sein. Schließlich wurde man sich einig, dass singen besser ist als streiten und so sangen und bimmelten sie alle mit ihren Glöckchen und mit ihnen die Harfenspielerinnen.

Weiter ging es dann mit göttlichen Klängen für die Iris, die nach einer griechischen Göttin benannt ist. Auch dem duftenden Flieder war ein Stück gewidmet und dem bescheidenen Vergissmeinnicht, das in vielen Sprachen den gleichen Namen trägt und Symbol für zärtliche Erinnerungen ist. Und die richtige Blume für Mama zum Muttertag, die sogar Rosen und Orchideen aussticht, wie dem vorgetragenen Märchen zu entnehmen war.

Dann strich den faszinierten Zuhörern, gut herauszuhören aus den gefühlvollen Weisen, leiser Wind um die Ohren. Man sah dabei den Strandhafer sich im Winde wiegen, der an der Nord- und Ostsee die wichtigste Pflanze zur Dünenbefestigung ist.

Wieder in heimischen Gefilden galt die Aufmerksamkeit der magenstärkenden Kamille, die an Wegrändern und auf Ackern überall zu finden ist. Beim Spaziergang über Wiesen und Wege ist man auch von einer Pflanze umgeben, die meist als Unkraut wahrgenommen wird. Erst beim näheren Betrachten sieht man die kleinen herzförmigen Kapseln des Hirtentäschelkrautes. Es soll sich einer schönen Sage nach um die Täschchen handeln, die kleine vergessliche Hirten an die Pflanze gehängt haben und angewachsen sind. Die Pflanze bat die Hirten sie ihr nicht mehr wegzunehmen, sie könnte sie für ihren Samen gut gebrauchen.

Ein musikalischer Genuss

Schließlich stand noch die Fantasieblume auf dem Programm. Wie der Name schon sagt, blieb ihr Aussehen, ihre Farbe, der Fantasie überlassen. Damit sollte ein Konzert zu Ende gehen, das in seiner Art etwas Besonderes bot. Ein musikalischer Genuss, der mit stehenden Ovationen belohnt wurde. Ein großes Kompliment durften die „Reichenbacher Saitenklänge“ von Bürgermeister Franz Pestenhofer entgegennehmen für einen entspannenden Hörgenuss. Dabei öffnete er dem Ensemble die Türen für weitere Konzerte.

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