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Weiding/Dalking

Viel Bewegung und Kontakte können helfen

Die Vorsitzende der Dalkinger Senioren, Jutta Weingärtner, und der Seniorenbeauftragte der Gemeinde Weiding, Johann Ascherl, haben beim Seniorennachmittag die Diplom-Psychogerontologin Heidrun Sindilariu aus Neukirchen b.
Andreas Engl

Jutta Weingärtner und Johann Ascherl dankten der Referentin.  Foto: Andreas Engl
Jutta Weingärtner und Johann Ascherl dankten der Referentin. Foto: Andreas Engl

Weiding.Hl. Blut zu einem Vortrag über Demenz begrüßt. Die Referentin sagte, Namen von Bekannten zu vergessen oder Dinge gelegentlich nicht wiederzufinden, sei noch keine Demenz.

Wenn sich aber jemand an bekannten Orten nicht mehr zurechtfindet oder vergisst, dass am Nachmittag die Tochter zu Besuch war, seien Anzeichen einer Erkrankung gegeben. Demenz ist eine hirnorganische Erkrankung, deren Kennzeichen die Unfähigkeit von Aufnahme, Speicherung und Wiedergabe neuer Informationen ist. Dagegen sind frühere Erlebnisse und im Langzeitgedächtnis gespeichertes Erlerntes noch länger abrufbar. So können demente Personen oft in der Schulzeit gelernte Gedichte und Lieder gut wiedergeben. Demenz ist aber nicht nur das Nachlassen des Gedächtnisses, des Denkens und Verstehens, sondern führt auch zu Verhaltensveränderungen wie Unruhe, Aggressivität, Sinnestäuschung, gestörten Tag/Nachtrhythmus oder Depression. Menschen mit Demenz erleben Angst, Verunsicherung, Scham, Wut, Trauer und Niedergeschlagenheit, fühlen sich nicht verstanden.

Demenzkranke hätten aber ein feines Gespür für Stimmungen und Gefühle. Deshalb sollte man ihnen gegenüber ehrlich sein, so Sindilariu. Sie ging auch auf primäre Demenzen (Alzheimer und Vaskuläre Demenz) und sekundäre Demenzen wie Stoffwechselkrankheit, Niereninsuffizienz oder Mangel an Vitamin B12 ein. Wird hier die Ursache erkannt, kann die sekundäre Demenz medikamentös geheilt werden. Bei einer Untersuchung kann aber auch eine Depression, bei der ebenfalls neurochemische Veränderungen auftreten, diagnostiziert werden. Alzheimer ist derzeit noch nicht heilbar. Durch medikamentöse Behandlung mit Antidementiva oder Rehabilitationsmaßnahmen können nur die Begleiterscheinungen gelindert werden. Die Referentin wies aber darauf hin, dass eine nicht-medikamentöse Behandlung und ein angemessener Umgang mit dementen Personen effizienter seien als Medikamente. Dazu zählten Bewegung, malen, tanzen, singen oder das Auffrischen von Erinnerungen durch Fotoalben oder Erzählungen, aber auch der Umgang mit Tieren.

Menschen mit Demenz wünschen sich, selbstbestimmt zu bleiben, akzeptiert und wertgeschätzt zu werden, und dass sie am Leben teilhaben können. Zum Abschluss gab die Referentin Empfehlungen: sich täglich bewegen, Sport treiben, Menschen treffen, das soziale Netz erweitern, Zeitung und Bücher lesen sowie auf Gesundheit und Ernährung achten. Ihr Referat beendete Heidrun Sindilariu mit dem Zitat von Ch. Müller-Hergl: „Demenz ist eine mögliche Form menschlichen Lebens, das der Akzeptanz und Gestaltung und nicht der „Bekämpfung“ bedarf.“ fea)

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