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Vortrag

Bei Wut und Trotz richtig reagieren

Friedenspädagoginnen stellten Waffenbrunner Müttern die gewaltfreie Kommunikation vor und gaben ihnen Tipps für den Alltag.
Von Hans Schmelber

Judith Wittmann überreichte den Referentinnen ein Geschenk.
Judith Wittmann überreichte den Referentinnen ein Geschenk. Foto: fsh

WAFFENBRUNN.Marion Scheid und Eva-Maria Zimmerer hielten im Pfarrzentrum einen Vortrag zum Thema „Bei Wut und Trotz richtig reagieren“. Eingeladen dazu hatte die KiTa Waffenbrunn mit ihrer Leiterin Judith Wittmann. Das Team „echtstarkundfair“ habe sich der Friedenspädagogik verschrieben und führe seit 2001 mit Kindern und Jugendlichen als Teil der Sucht- und Gewaltprävention Trainings zur Konfliktlösung, Selbststärkung und Selbstbehauptung durch. Es lege in den Sozialtrainings das Augenmerk auf die Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit, basierend auf der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg.

Kinder brauchen Grenzen

Eva-Maria Zimmerer und Marion Scheid wechselten sich in der Erklärung ab, wie sie mittels der Kleinkindsprache schnell und wirksam Gefühlsausbrüche eines Kleinkindes auflösen können. Die Referentinnen boten Methoden für Eltern, Großeltern und Erzieher an. „Kinder brauchen Grenzen. Diese geben Orientierung und vermitteln Sicherheit,“ sagten sie.

Ein Kind reagiere trotzig und wütend, wenn es mit Grenzen konfrontiert wird. Es lerne ja gerade erst, wie es damit umgehen kann . Dazu brauche es die Unterstützung der Eltern, die mit Empathie, klaren Regeln und friedvollen Strategien ein Vorbild geben. Trotz sei der erste Schritt eines Kindes zu Selbstständigkeit und zur Abnabelung. Bei Trotz sei ein Spiegeln der kindlichen Handlung eine Lösungsmöglichkeit. Gewalt sei ein Mangel an Einfühlsamkeit.

Empathie bedeutet, die Fähigkeit und Bereitschaft Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Das Bewusstsein für Gefühle und Bedürfnisse befähigt die Eltern, in Konfliktsituationen sicher und gelassen zu handeln. Damit Kinder lernen können, gut für sich zu sorgen, sei es hilfreich, den Gefühle- und Bedürfniswortschatz aufzubauen, so Zimmerer. Somit werde es für Kinder immer mehr zur Selbstverständlichkeit: Fühlen, was ich fühle. Sagen, was ich brauche. Tun, was ich kann, damit es allen Beteiligten gut tut.

Drei Regeln für Mütter

Drei Regeln gaben die Referentinnen an die Hand, wie Wut und Trotz begegnet werden kann. Regel Nummer eins: Als Eltern gut für sich selbst sorgen, um ruhig und gelassen zu sein, weil sich diese Gemütslage auf das Kind überträgt und deeskalierend wirkt. Regel Nummer zwei: In Wut- und Trotzsituationen dem Kind seine gegenwärtigen Gefühle und Bedürfnisse widerspiegeln, dadurch erlebt es die Anteilnahme der Eltern und beruhigt sich schneller. Regel Nummer drei: Friedvolle Strategien anbieten, das ermöglicht dem Kind die Auswahl aus mehreren friedvollen Lösungen.

Anhand praktischer Beispiele konnten die Mütter üben, Gefühle, Bedürfnisse und Strategien wahrzunehmen und mitzuteilen. Oft fehle eine innere Haltung, die von der Idee der Gleichwertigkeit getragen ist und die dazu führt, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten gleichermaßen ernst genommen werden. Diese innere Haltung der GFK ruht auf den drei Säulen: Einfühlsamkeit, Freiwilligkeit, Gleichwertigkeit. In der inneren Haltung spiegeln sich das Selbst- und Weltbild und die persönlichen Werte wider. Beide Trainerinnen bestätigten, dass Kinder am meisten durch das Vorbild der Eltern lernen. Deshalb sei es wirksam, wenn Eltern oder Bezugspersonen „Gewaltfreie Kommunikation“ vorleben.

Mehr Infos gibt es unter www.echtstarkundfair.de.

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