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Es ist soweit: Die Haare fallen aus

Im neuen Teil ihrer Kolumne schreibt die an Krebs erkrankte Stefanie Deml aus Kolmberg über die Nachwirkungen ihrer Chemo.
Von Stefanie Deml

Stefanie Deml (37) mit Sohn Bastian (7), Tochter Ronja (28 Monate) und Lebensgefährte Oliver Sulewski (43)
Stefanie Deml (37) mit Sohn Bastian (7), Tochter Ronja (28 Monate) und Lebensgefährte Oliver Sulewski (43) Foto: Klöckner

Waffenbrunn.Nach meiner ersten Chemo machen sich die gefürchteten Nebenwirkungen bemerkbar. Ich hab totale Magenschmerzen, Durchfall, und mein ganzer Körper schmerzt. Ständiger Schüttelfrost. Meine Beine schmerzen, als wenn ich einen schmerzhaften Muskelkater hätte. Mein Körper spielt verrückt. Kreislaufprobleme. Ich kann es nicht fassen was so eine Chemo innerhalb kürzester Zeit anrichten kann. Zum Glück habe ich für die nächste Zeit eine externe Haushaltshilfe. Ich bleibe den ganzen Tag im Bett. Ich möchte nur noch schlafen. Ich brauche vier Tage bis ich mich wieder einigermaßen erholt habe.

Nach meiner dritten Chemo ist es soweit – meine Haare fallen langsam aus. Ich habe mir von Anfang an vorgenommen, dass ich sie mir bei den ersten Anzeichen abrasieren lasse. Ich möchte nicht, dass überall meine Haare rumfliegen. Als ich mit Kopftuch aus dem Friseursalon gehe, sitze ich im Auto und weine. Jetzt ist es soweit – jetzt können es alle sehen! Die ersten Tage außer Haus zu gehen, ist für mich sehr schlimm. Viele schauen mich erschrocken an. Ich schäme mich immer mehr, obwohl ich gar nichts dafür kann.

Für Bastian und Ronja ist es nicht schlimm. Bastian findet es sogar cool. Es sind meine Kinder, sie lieben mich – mit und ohne Haare. Oliver ist im ersten Moment auch erschrocken, trotzdem steht er immer zu mir. Oliver spricht mir Mut zu, und er gibt mir Kraft. Ich habe mir zwar eine Perücke besorgt, aber ich fühle mich nicht wohl damit. Jede Woche wird es schlimmer für mich. Die Nächte sind immer besonders anstrengend für mich. Ich kann nicht schlafen von den Kortison Tabletten, werde jede Stunde wach. Oft bin ich am Morgen total neben der Spur, aber ich muss aufstehen! Ich muss mich um meine Kinder kümmern.

Die Kolumne und der Dank

  • Gefühle und Erfahrungen

    In ihrer ganz persönlichen Kolumne schildert Stefanie Deml (37) ihr Jahr mit der Diagnose Brustkrebs. Immer wieder hat sie ihre Gefühle und Erfahrungen rund um die Krankheit aufgeschrieben.

  • Mut machen

    Mit der Veröffentlichung will sie Frauen Mut machen, die ähnliches haben und erleben müssen, ebenso für Menschen, die unter Krankheiten leiden.

  • Unterstützung

    Es komme auch auf Unterstützung an, sagt sie. Deshalb dankt die Mutter von zwei Kindern besonders ihrem Lebensgefährten und ihrer Familie für die Hilfe. Geholfen hat ihr auch Roland Saurer, der jetzige Bürgermeister Waffenbrunns, dazu der Kindergarten St. Martin und Pfarrer Reißer.

  • Dank an Evi

    Schließlich gibt es einen weiteren „Engel“, dem sie danken will: der Haushaltshilfe Evi vom Maschinenring, ohne die es nicht gehe. (ck)

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