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Gesamte FFW-Führung tritt zurück

In Waffenbrunn schlagen die Wogen hoch. Viel deutet auf interne Probleme hin – und auf einen Clinch mit dem Bürgermeister.
Von Hans Schmelber

In Waffenbrunn ist ein Vakuum in der Führungsspitze der Freiwilligen Feuerwehr entstanden.
In Waffenbrunn ist ein Vakuum in der Führungsspitze der Freiwilligen Feuerwehr entstanden. Foto: dpa

Waffenbrunn.Das ist ein im Landkreis ziemlich einmaliger Vorgang: In Waffenbrunn ist die Führung der Feuerwehr zurückgetreten. Dazu nimmt Markus Nachreiner, Vorsitzender der FFW Waffenbrunn, am Sonntag in einer Presseerklärung Stellung: „Die Sitzung des Verwaltungsrates der FFW Waffenbrunn vor zehn Tagen hatte schwerwiegende Tagesordnungspunkte zum Inhalt, ging es doch um die Frage, ob die derzeitige Führung des Vereins beziehungsweise die Kommandanten unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ihre Ämter weiter ausüben können.

Die teils sehr emotionalen Wortbeiträge in der zweistündigen Sitzung führten zu der Erkenntnis, dass weder die Zusammenarbeit mit dem Gemeindeoberhaupt noch innerhalb der gesamten Feuerwehr akzeptabel sei und daher eine Weiterarbeit des Vorstandes und der Kommandanten nicht mehr möglich sei. Mehrmalige Versuche, die Differenzen zu beseitigen, sind leider gescheitert. Das Gremium war mehrheitlich der Ansicht, man wolle durch den Rücktritt einem Neuanfang nicht im Wege stehen.“ Der Feuerwehrverein beziehungsweise die Gemeinde Waffenbrunn müssten nun die durch die Rücktritte freigewordenen Posten schnellstmöglich wieder neu besetzen.

Es gab Streitpotenzial

Schon bei der Jahresversammlung im März dieses Jahres gab es großes Streitpotenzial in der FFW Waffenbrunn. Es war dabei um den Posten eines 3. Kommandanten gegangen. Die Wogen glätteten sich damals allerdings noch. Gewählt wurden Christian Nachreiner als Kommandant und Stefan Göttlinger als 2. Kommandant.

Anscheinend aber gab es jetzt nach dem jüngsten Brandeinsatz vor einigen Wochen beim Anwesen Göttlinger intern und extern Auseinandersetzungen – und wie es in einem Dorf sein kann, entstehen Gerüchte und Vermutungen, die sich aber bei näherer Betrachtung und Aufklärung in den meisten Fällen als haltlos und unbegründet erweisen. Im Fall der Waffenbrunner FFW wurde nach Ansicht von Insidern „von entscheidender Stelle die Brisanz der Situation offenbar nicht richtig eingeschätzt, jetzt hat man ein Riesenproblem“.

Zwei Tage nicht erreichbar

Die gesamte Feuerwehrführung – sprich die beiden im März gewählten Kommandanten und die gesamte Vorstandschaft des Feuerwehrvereins – ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Bereits am Donnerstagmorgen hat man in der Gemeinde dem Bürgermeister die Rücktrittserklärung überreicht. Bürgermeister Roland Saurer war in den vergangenen beiden Tagen telefonisch für Nachfragen nicht erreichbar. Kreisbrandmeister Hans Hochmuth befindet sich zurzeit im Urlaub.

Auf Echo-Nachfrage gab Kreisbrandinspektor Marco Greil Auskunft: „Ich habe am Donnerstag von dem Rücktritt erfahren. Das sind Interna, und wir werden uns von Seiten der Feuerwehrführung nicht in dieses Thema einmischen.“ Das sei zunächst einmal die Angelegenheit der Waffenbrunner Wehr.

Der KBI schaltet sich ein

„Ich bin jetzt seit gut zweieinhalb Jahren in der Funktion als KBI, und das ist das erste Mal, dass so etwas geschieht. Ich weiß auch nicht, wie sie es in der Gemeinde machen wollen.“ Allerdings werde er spätestens am Dienstag Bürgermeister Roland Saurer die Frage stellen, wer jetzt sein Ansprechpartner in der Gemeinde in Sachen Feuerwehr sei, bis Neuwahlen stattfinden. Innerhalb von drei Monaten müsse ein neuer Kommandant gewählt werden. Der Bürgermeister kann laut Bayerischem Feuerwehrgesetz (BayFwG) Artikel 13 Bürger unter bestimmten Voraussetzungen zwangsverpflichten. Das sei aber im Bereich Waffenbrunn noch nicht nötig.

Laut Greil wird im Moment bei anfallenden Einsätzen die FFW Waffenbrunn noch alarmiert. Sie könne ausrücken, da ausgebildetes Feuerwehrpersonal und Gruppenführer bereitstünden, die im Einsatzfall die Einsatzleitung übernehmen könnten. Er werde in den nächsten Tagen entscheiden, ob die Wehr den Status sechs erhalte. Das heißt: Sie werde nur noch bei örtlichen Einsätzen alarmiert.

Weitere Meldungen aus dem Gemeindebereich Waffenbrunn finden Sie hier.

Der im März gewählte Vorstand

  • Vorsitzende:

    1. Markus Nachreiner, 2. Vorsitzender Peter Schneider

  • Schriftführer:

    Josef Tauer

  • Kasse:

    Anton Wurzer

  • Jugendwart:

    Michael Nachreiner, Stellvertreter Martin Göttlinger

  • Gerätewart:

    Franz Riederer

  • Atemschutzwart:

    Stefan Riederer

  • Beisitzer und stellvertretender Gerätewart:

    Martin Göttlinger

  • Beisitzer und stellvertretender Kassier:

    Dominik Ederer

  • Beisitzer und stellvertretender Schriftführer:

    Ludwig Lommer

  • Kassenprüfer:

    Alfons Lankes, Manfred Roider

Bei dem Großbrand auf dem Anwesen Göttlinger in Waffenbrunn war ein Schaden von 500 000 Euro entstanden.

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