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Tradition

Maibäume im Minutentakt

Zeitungsreporter Hans Schmelber hat das Maibaumaufstellen im Viertelstundentakt erlebt. Dabei hat er so einiges mitbekommen.
Von Hans Schmelber

Die Balbersdorfer an ihrem Maibaum (oben links) Foto: Schmelber
Die Balbersdorfer an ihrem Maibaum (oben links) Foto: Schmelber

Waffenbrunn.Zu den beliebtesten Traditionen zählt in Bayern das Maibaumaufstellen. Unser Reporter Hans Schmelber beschreibt, wie er heuer die Runde gerade noch so geschafft hat: Die Geschichte einer Maibaumrallye. Zum Glück wurde heuer im Bereich von Willmering und Waffenbrunn kein Vorfall von Diebstahl bekannt und alle Bäume wurden aufgestellt.

Zum Maibaumaufstellen werden alle kräftigen Männerhände des Ortes gebraucht, denn die Benutzung von technischen Hilfsmitteln ist verpönt. Brauchtum ist in.

Alle Jahre das gleiche Prozedere? Ja und nein. Irgendwie ist es doch immer wieder spannend, zu sehen, wie die Maibäume langsam aber sicher in die Höhe gehievt werden. Heuer war auffallend, dass man die Höhe der Bäume nicht ins Uferlose angab, sondern bescheiden blieb. Den höchsten Maibaum hatten demnach die Rhanwaltinger mit 32,90 Metern. Der Baum lag bei meinem Erscheinen noch auf den Querbalken. Denn man wartete auf den Ederer Sepp, der allerdings noch in Waffenbrunn als Oberaufsteller in Funktion war.

Brauchtum

Der Maibaum ist den Bayern heilig

Die Traditionsstange gibt es in vielen Variationen überall im Freistaat. Das Maibaumstehlen erfordert List und Geschick.

Mein erster Weg führte mich nach Balbersdorf. 18 Uhr. Bescheidene 29,20 Meter war der Baum, den die Gemeinde gestiftet hatte. Eigentlich nur 28,90 Meter, aber pfiffig wie die Balbersdorfer nun mal sind, aber auch ehrlich, haben sie eine 30 cm lange Spitze aufgesetzt und das aber auch freiwillig zugegeben. Der Baum lag noch auf den Barren, aber die Mannschaft, von der Feuerwehr und Dorfhelfern, mit dem Oberaufsteller Thomas Greil stand schon parat. Der weitere Weg führte nach Kolmberg. 18.15 Uhr. 28 Meter lang war der Baum, ebenfalls von der Gemeinde gestiftet. Gut 40 Mann von der Feuerwehr und vom Dorf standen schon bereit.

Weiter nach Waffenbrunn

Der Rhanwaltinger Maibaum Foto: Schmelber
Der Rhanwaltinger Maibaum Foto: Schmelber

Weil es aber noch ein wenig dauerte, ging es weiter nach Waffenbrunn. 18.30 Uhr. Baron und Baronin von Schacky standen dort und schauten zu, wie der von ihnen gespendete Baum mit 30 Metern Länge schon ein Stück in der Höhe war. Zuwege gebracht hatte dies unter dem Kommando vom Ederer Sepp der Trachtenverein, der von vielen Helfern aus dem Dorf mit unterstützt wurde. Eine Dreimannband spielte vor dem Verwaltungsgebäude.

Nach einer Steaksemmel ging es gleich weiter nach Rhanwalting. 18.45 Uhr. Wie schon erwähnt, Warten! Auf den Ederer Sepp, der ein gefragter Mann zu sein scheint. Weiter nach Prienzing. Knapp vor 19 Uhr. Der Baum steht schon und wird gerade verkeilt. Zu spät gekommen. Aber in Prienzing herrschte gute Laune, die ersten Würste waren schon gebraten und man unterhielt sich gruppenweise, wie schnell heuer der Baum stand, der unter der Regie vom Panzer Erich aufgestellt wurde und immerhin 32 Meter hoch sein soll. Von unten aus schwer zu schätzen. Gespendet wurde er vom Winkelmaier Heiner.

Ein Maibaum vom Feinsten

Der Maibaum in Kolmberg Foto: Schmelber
Der Maibaum in Kolmberg Foto: Schmelber

Weiter über Geigen, wo es heuer keinen Maibaum gab (weil das Wirtshaus dort noch nicht geöffnet hat und Getränke und Essen sonst sehr arbeitsaufwändig von wo anders besorgt hätte werden müssen) nach Zifling. 19.30 Uhr. Der Baum, ein Mordstrumm auf gut bayerisch, 32,50 m hoch und gestiftet vom Reitinger Franz, lag noch auf den Barren. Der Oberkommandierende Christian Gitterer war beschäftigt, die Mannschaft aus dem Dorfverein einzuteilen. Dort hatte sich auch Bürgermeister Hans Eichstetter mit seiner Maria eingefunden und wartete auf den Beginn.

Die Ziflinger starten beim Maibaumaufstellen immer mit einer Tombola und der erste Preis ist jedes Jahr der Maibaum selbst und der Christian versicherte mir, dass auch die gut 100 anderen Preise immer Abnehmer finden. Und schon gut fünfzehn Minuten später startete auch das Aufstellen und der Maibaum erlebte noch den Sonnenuntergang. Auf meinem Weg nach Hause machte ich nochmals Halt in Prienzing, genehmigte mir noch eine Bratwurstsemmel und trank mit dem Klostermeier Alfons noch eine Halbe. Meine Maibaum-Rallye 2019 hat gut zwei Stunden gedauert und ich habe insgesamt 184,60 m Maibaum erlebt.

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