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Energie

Viel Strom sparen mit LED-Straßenlampen

Bayernwerke rechnen: Neue Leuchten für 22 771 Euro würden sich in 48 Monaten amortisieren. Waffenbrunner Gemeinderat zögert.

Alte Straßenlampen sind Stromfresser: Waffenbrunn hat deshalb schon vor fünf Jahren auf Gelblicht umgestellt. Mit der Umrüstung auf neueste LED-Technik will der Gemeinderat noch warten.
Alte Straßenlampen sind Stromfresser: Waffenbrunn hat deshalb schon vor fünf Jahren auf Gelblicht umgestellt. Mit der Umrüstung auf neueste LED-Technik will der Gemeinderat noch warten.

Waffenbrunn.Einen interessanten Vortrag hielt Energieberater Johann Seebauer von der Bayernwerk AG, vormals EON, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwochabend im Sitzungssaal des Rathauses in Waffenbrunn. Seebauer gab den Gemeinderäten einen Einblick in die neueste Technik bei der Straßenbeleuchtung und stellte einige Angebotsvarianten für neue Leuchten vor.

322 Straßenleuchten sind im Gemeindegebiet installiert. Sie verbrauchen zurzeit fast 82 000 Kilowattstunden pro Jahr. Bereits vor fünf Jahren hat die Gemeinde umgestellt auf Gelblicht und damit eine Energieeinsparung von fast 35 Prozent erreicht. Es existieren nur noch 16 Leuchten mit Neonstäben. Diese Investition von damals hat sich bereits amortisiert.

Kosten in 48 Monaten amortisiert

Inzwischen gibt es TC-L-Leuchten und LED Licht. Für die Gemeinde Waffenbrunn ergibt sich aber daraus kein unmittelbarer Handlungsbedarf, denn durch die Umstellung auf Gelblicht wurde die Verordnung eingehalten. Die Kommune könne aber durch Erneuerung der Leuchtmittel weitere Energie einsparen, erklärte der Referent.

Dazu präsentierte der Vertreter des Bayernwerks zwei Varianten. In der ersten könnte die jetzige Beleuchtung der Durchgangsstraße durch elf neue Lampen vom Typ Teceo eins mit 51 Watt Leistung ersetzt werden. Der Vorteil dieser LED-Leuchten ist, dass die jeweilige Leistung in der Nachtzeit zwischen 1 und 5 Uhr auf 50 Prozent (26 Watt) herabgesenkt werden kann. Diese elf Leuchten würden netto 4851 Euro kosten und pro Jahr 5334 kWh Strom sparen – Amortisation in 60 Monaten.

In Variante zwei würden zusätzlich 224 Pilzleuchten von Gelblicht auf TC-TEL mit 29 bzw. 36 Watt installiert. Die Kosten dafür würden 22 771 Euro betragen und eine Stromeinsparung von 31 789 kWh im Jahr bringen. Die Amortisationszeit beträgt bei dieser Lösung 48 Monate.

Gemeinderat Grüber gab zu bedenken, dass die jetzigen Abstände der Lampen relativ groß sind und durch die neue Technik ein Lichtdefizit entstehe, das nur durch Einbau von Straßenlaternen dazwischen gelöst werden können. Das schloss der Vertreter des Bayernwerks nicht aus.

LED-Leuchten im neuen Baugebiet

Albert Seidl fragte nach einem Wartungsvertrag. Dabei stellte sich heraus, dass so einer zwar existiert, aber die Leuchtmittel nicht über den Wartungsvertrag ersetzt werden, sondern bei Defekt extra bezahlt werden müssen. Die Diskussion dauert noch eine Weile. Letztendlich waren fast alle einig, dass man das Ganze nochmals überdenken müsse. Sicher ist nur, dass im neuen Baugebiet am Weideweg die neue Technik mit dem Einsatz von der LED-Leuchte Teceo 1 mit 18 oder 26 Watt zum Einsatz kommen wird.

Bei der Behandlung von Bauanträgen lag erneut ein Antrag von Reinhard Duphorn aus Waffenbrunn vor zur Errichtung einer Stützwand. Der Bau wurde bereits begonnen, doch es gab Probleme, weil die Mauer zu hoch werden sollte. Die Nachbarn verweigerten die Unterschrift. Duphorn hat seinen ersten Bauantrag zurückgezogen und jetzt neu eingereicht. Der Gemeinderat entschloss sich, den Antrag nochmals zurückzustellen und erst nach Besichtigungstermin zu entscheiden.

Bauanträge

Zustimmung gab für den Antrag von Christian Walter aus Rhanwalting zum Neubau einer Unterstellhalle, wobei sich der Gemeinderat entschloss, dem Bauherrn insoweit entgegenzukommen, dass er mit dem Dach keinen Abstand zum gemeindeeigenen Grundstück einhalten muss und dadurch der Einbau von Fenstern ermöglicht wird.

Zugestimmt wurde auch dem Antrag von Markus Simeth aus Kolmberg zum Anbau an ein bestehendes Wohnhaus sowie dem Neubau einer landwirtschaftlichen Bergehalle und Werkstatt von Christoph Dietl in Obernried.

Eine neue Abstimmung gab’s zum Baugebiet Weideweg. Das Landratsamt hat die Einstufung als Mischgebiet zurückgewiesen und fordert ein reines Wohngebiet. Dort wäre es auch möglich, Büroräume für entsprechendes Gewerbe zu kreieren. An einem Lärmschutzgutachten für das Baugebiet kommt die Gemeinde nicht herum und muss auch die Kosten dafür tragen. Die Verwaltung wird dieses in Auftrag geben. Die Abstimmung nach den Vorgaben des Landratsamtes erfolgte einstimmig.

Für das BLSV-Festival des Landkreisports 2015 in Cham genehmigte der Gemeinderat 200 Euro. Von der Ersatzbeschaffung eines Notstromaggregats für die FFW Obernried wurde zunächst Abstand genommen und beschlossen, eine Spezialfirma zu konsultieren, ob eine Reparatur möglich ist. Ein neues Gerät würde zwischen 3500 und 4300 Euro kosten.

Gewerbe? – Keiner verkauft Grund!

Informationen von Bürgermeister Saurer gab’s zum Schluss. Die Freien Wähler unter Regie von Alois Platzer hatten einen Sachstandsbericht zum Gewerbegebiet gefordert. „Einfach zu beantworten“, so Saurer. Investoren wären da, aber keiner will dafür Grund verkaufen. Grundsätzlich sei momentan Baron von Schacky der einzige in Waffenbrunn, der bereit ist Grund herzugeben, von den Landwirten sei keinerlei Entgegenkommen zu erwarten.

Zum Thema Seniorenbetreuungseinrichtungen erklärte der Bürgermeister: „Ich habe mit allen Pflegediensten gesprochen, aber keiner will hier bei uns investieren. Ein passendes Grundstück wäre sogar vorhanden.“ Trotzdem will man an diesem Projekt festhalten, betonten einige Gemeinderäte. Johannes Fischer machte den Vorschlag, dafür einen Arbeitskreis zu installieren. Bürgermeister Saurer will dazu Vertreter aller Fraktionen einladen.

Zum Feuerwehrhaus-Neubau ist eine Besichtigungsfahrt zu einer anderen Feuerwehr geplant. (fsh)

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