MyMz
Anzeige

Kommune

Räte entscheiden sich für Rückhaltung

Der Gemeinderat und der Bauausschuss der Gemeinde Wald tagten. Hauptthema war dabei der Hochwasserschutz.
Von Michael Kainz

Hauptthema im Gemeinderat war der Hochwasserschutz.
Hauptthema im Gemeinderat war der Hochwasserschutz.

Wald.Wald Am Donnerstag fand im Sitzungssaal des Walder Rathauses eine öffentliche Sitzung des Bauausschusses sowie des Gemeinderats der Gemeinde Wald statt. Nach der Einsicht in die Planunterlagen eröffnete Bürgermeister Hugo Bauer die Sitzung des Bauausschusses bei der sich die Ausschussmitglieder mit vier Tagesordnungspunkten zu befassen hatten.

Im Einzelnen war dies zwei Anträge auf Baugenehmigung für die Änderung der Grenzführung zwischen Carport und Garagen mit darüber liegendem Wintergarten in Siegenstein, ein Antrag auf Vorbescheid über den Neubau einer Rinderstallung mit Güllegrube und Fahrsilo in Schönfeld sowie ein Antrag auf Baugenehmigung für den Neubau von einem Heizhaus, zwei Garagen und sechs Carports in der Dorfmitte Wald. Zu allen vier vorgenannten Anträgen wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Hochwasserschutz beraten

Der Bauausschusssitzung folgte im Anschluss die öffentliche Sitzung des Gemeinderates Wald. Beim ersten Tagesordnungspunkt des öffentlichen Teils ging es um die Beratung und Entscheidung über das Hochwasserschutzkonzept für den Ort Süssenbach. Hierzu konnte Bürgermeister Hugo Bauer Dr.-Ing. Markus Ammer vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Straubing im Gemeinderatsgremium in Wald begrüßen. Bereits am 24. Oktober 2018 war in einer Teilbürgerversammlung, verbunden mit einer gleichzeitigen Gemeinderatssitzung in Süssenbach, das Hochwasserschutzkonzept für Süssenbach vorgestellt worden.

Mit dem Wasserwirtschaftsamt Regensburg wurde das Hochwasserschutzkonzept mittlerweile besprochen und empfohlen, die weiteren Schritte einzuleiten. So galt es für den Gemeinderat, im ersten Schritt zu entscheiden, ob für den Ortsteil Süssenbach ein Hochwasserschutz erstellt werden soll. Zugleich sollte sich der Gemeinderat dann bei einer positiven Entscheidung für eine Variante des Hochwasserschutzes entscheiden.

Dr. Markus Ammer stellte dem Walder Gemeinderat begleitet von einer Präsentation das Hochwasserschutzkonzept und die drei Varianten für einen Hochwasserschutz von Süssenbach nochmals vor. Das Projektgebiet der Studie umfasst den Starzenbach, den Weismühlbach, den Steinbach sowie nach deren Zusammenfluss in Süssenbach den Otterbach. Ammer zeigte weiter unter anderem Berechnungen nach HQ100 auf (HQ100 bezeichnet ein Hochwasserereignis, das mit der Wahrscheinlichkeit von einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird). Diese machen deutlich, dass sich in ein Hochwasser bilden würde, bei welchem große Bereiche des Orts speziell am Anger oder in der Dürnberger Straße rund einen halben Meter unter Wasser stehen würden.

Stromleitungen

  • Anlass:

    Beim nächsten Tagesordnungspunkt hatte sich das Walder Gemeinderatsgremium aufgrund der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung mit der Höchstspannungsleitung Wolmirstedt-Isar zu beschäftigen. Wie Bürgermeister Hugo Bauer sagte, sei in der Gemeinde Wald nur ein kleiner Bereich bei Schönfeld betroffen und auch nur hierfür könne man eine Stellungnahme abgeben. Es wurden Gespräche mit den Betroffenen geführt, so Bauer weiter.

  • Entscheidung:

    Mit einer Gegenstimme wurde die Stellungnahme abgegeben, dass keine Einwände bestünden, wenn das Erdkabel im Bereich des bestehenden südwestlichen Schutzstreifens der KV-Leistung mitverlegt wird.

Sodann stellte Dr. Ammer die Hochwasserschutzmöglichkeiten für Süssenbach vor. Möglich wäre ein Rückhaltebecken zur Reduzierung des Hochwasserabflusses, Ersatzneubau Brücke „Am Anger“ kombiniert mit einem etwas kleineren Rückhaltebecken, ein teilweiser Gewässerausbau in Kombination mit einem nochmals etwas kleineren Rückhaltebecken oder ein vollständiger Gewässerausbau. Der Hochwasserrückhalt würde bei allen Varianten für den Weismühlbach und den Starzenbach kurz vor der Ortschaft Süssenbach in Richtung Schillertswiesen entstehen.

Es folgte eine rege Diskussion im Gemeinderatsgremium und zahlreiche Fragen wurden beantwortet. Kostenmäßig würden alle Varianten vor Förderung rund zwei Millionen Euro kosten. Demgegenüber stehe aber eine geschätzte Schadensumme von 2,8 Millionen Euro bei einem HQ100-Ereignis.

Erhebliche Bauarbeiten

Für sämtliche Varianten des Gewässerausbaus durch Süssenbach müssten teils erhebliche Bauarbeiten vorgenommen werden. So müsste beispielsweise beim vollständigen Gewässerausbau in Süssenbach auf 400 Meter länge im Ort eine fünf Meter breite und 2,5 Meter tiefe Betonmulde mit Betonwänden gebaut werden, welche das Ortsbild nicht gerade verschönern würde. Für das Rückhaltebecken müsste dagegen ein Dammbauwerk geschaffen werden, welches sich gut in die Landschaft einfügt.

Letztendlich entschied der Gemeinderat, dass in Süssenbach ein Hochwasserschutz für ein 100-jähriges Hochwasser in Form einer reinen Rückhaltung entstehen soll. Auch soll weiter der Bachverlauf durch Süssenbach gepflegt werden. Als nächstes soll nun mit dem Wasserwirtschaftsamt die Förderfähigkeit abgeklärt werden und dann in den kommenden Haushalten der Gemeinde die finanziellen Mittel eingeplant werden.

Zum Abschluss der Sitzung wurde bekannt gegeben, dass der Haushalt 2019, wie er im Haushaltsplan aufgestellt wurde, genehmig wurde. (rkm)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht