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Polizeibericht

Übergriff von Asylbewerber war erfunden

Ein 17-jähriger Waldmünchner beschuldigte einen Gleichaltrigen aus Somalia, ihn verprügelt zu haben. Doch er hat gelogen.

Für seine falsche Beschuldigung muss der junge Waldmünchner mit Konsequenzen rechnen. Foto: dpa
Für seine falsche Beschuldigung muss der junge Waldmünchner mit Konsequenzen rechnen. Foto: dpa

Waldmünchen.Vier junge Asylbewerber verletzen einen 17-Jährigen: Dieser angebliche Vorfall erregte in den vergangenen Tagen nicht nur in Waldmünchen die Gemüter. Gestern nun teilte die Polizeistation Waldmünchen das Ergebnis ihrer Ermittlungen mit: „Den Überfall gab es nicht und die Geschichte war frei erfunden“, erklärten die Beamten.

Die Polizeimeldung vom 24. Juni hatte in der Bevölkerung und vor allem auch in den sozialen Netzwerken Beachtung gefunden. Der damaligen Veröffentlichung nach wurde am Vorabend ein 17-jähriger Waldmünchner wegen einer Zigarette von vier Asylbewerbern aus einer Wohngruppe in der Trenckstadt zu Boden geschubst und ins Gesicht geschlagen.

Die Polizeidienststelle Waldmünchen möchte die zu Unrecht in Misskredit geratenen jugendlichen Asylbewerber rehabilitieren und erklärt die Geschehnisse wie folgt: Am vergangenen Donnerstagabend hatte ein 17-jähriger Waldmünchner persönlich bei der Polizeistation Waldmünchen Anzeige erstattet, dass er kurz vorher im Waldmünchner Stadtpark wegen einer Zigarette von vier ebenfalls jugendlichen Asylbewerbern angegangen worden sei.

Nach seinen Angaben wurde er zu Boden geschubst und ins Gesicht geschlagen, wodurch er leichte Verletzungen erlitt. Bei einer sofortigen Fahndung und Nachschau nach dem möglichen Täter zusammen mit dem Geschädigten wurde ein ebenfalls 17-jährigen somalischer Asylbewerber in einer Waldmünchner Wohngruppe festgestellt, den der Verletzte als Täter benannte. Nach Feststellung der Personalien aller Beteiligten begab sich der Geschädigte in ärztliche Behandlung.

Die weiteren polizeilichen Ermittlungen in den folgenden Tagen und Zeugenaussagen ließen dann jedoch an dem vom Verletzten geschilderten Tatablauf Zweifel aufkommen, wie Polizeihauptkommissar Bernhard Schmid erklärt. Bei seiner schriftlichen Vernehmung gestand der 17-Jährige dann bei der Polizei schließlich, dass es das Geschehen im Stadtpark in Wirklichkeit nicht gegeben hatte.

Er räumte ein, den ihm von früher bekannten jugendlichen Asylbewerber zu Unrecht beschuldigt zu haben. Der Polizei gegenüber nannte er auch das Motiv für seine falschen Angaben und erläuterte, wie seine Verletzung tatsächlich zustande gekommen war.

Damit ist der junge Waldmünchner nun selbst zum Beschuldigten der weiteren polizeilichen Ermittlungen geworden. Geprüft werden die Delikte falsche Verdächtigung und Vortäuschen einer Straftat. Der 17-Jährige sah nach Angaben der Beamten seinen Fehler ein und möchte sich selbst noch bei den zu Unrecht ins falsche Licht geratenen jugendlichen Asylbewerbern entschuldigen. (ps)

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