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Englisch lernen macht Spaß

Spielen, malen, zuhören – und Englisch lernen. Das ist das Programm für Susi Weinzierl und zwölf Schulkinder in Waldmünchen.
Von Petra Schoplocher

Was heißt noch mal „Schal“ auf Englisch? Gerne hilft Susi Weinzierl weiter – nötig ist das aber bei diesem Spiel selten.
Was heißt noch mal „Schal“ auf Englisch? Gerne hilft Susi Weinzierl weiter – nötig ist das aber bei diesem Spiel selten. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Lernen und dabei Spaß haben – geht nicht? Geht doch! Und wer sich nicht sicher ist, könnte einfach mal Mäuschen spielen, wenn sich Susi Weinzierl im Mehrgenerationenhaus mit „ihren“ Englischkindern trifft. Da wird gekichert, gelacht, gespielt und dennoch, so versichert die Grundschullehrerin, „ernsthaft gelernt“.

Wie gut das spielerisch funktioniert, machen die Viertklässler vor: Ohne Mühe ziehen sie Papierpuppen an und aus und beschreiben dabei genau, welche Kleidungsstücke wer bekommt. „Wir machen auch viele Spiele“, sagt etwa Kilian, ehe er dem Papiermädchen zu Hüten, Kleid, Gummistiefeln und Tasche noch „gloves“, also Handschuhe, verpasst. Dass dabei auch noch gelacht wird, macht Lehrerin Susi Weinzierl zufrieden, denn sie weiß, dass der Spaß beim und am Lernen nicht selten auf der Strecke bleibt.

Wortschatz vergrößern

So versucht sie, „alles, das dazu führt, den Wortschatz zu vergrößern“, in eine besondere Form zu packen. Da gehören Laufspiele genauso dazu wie das schon legendäre Bingo, Würfelspiele, Kinderreime oder Pantomimen. Nicht fehlen dürfen Begrüßungs- und Abschiedslied und das Gummibärchen-Ritual am Ende. Thematisch versucht Susi Weinzierl, den Kindern möglichst viel Wissen in Lebenswirklichkeiten zu vermitteln. So dreht sich der „Lehrplan“ um Farben („damit geht es immer los“), Essen, Spielsachen, Hobbys, Tiere und dergleichen – kindgerecht natürlich und so, dass keine Langeweile aufkommt.

Englisch im MGH

  • Angebote

    Seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 erfüllt das Mehrgenerationenhaus (MGH) die Aufgabe, Menschen zu verbinden. Neben den regelmäßigen acht eigenen Angeboten nutzen das Haus am Marktplatz sieben Externe.

  • Programm

    Wissenswertes zum MGH und dem Programm gibt es unter www.mgh-waldmuenchen.de . Bereits im siebten Jahr bietet Susi Weinzierl Englisch für Kinder an.

  • Name

    „Das passt zum Angebot des Hauses“, hörte sie, als sie den MGH-Verantwortlichen ihre Idee vorstellte. Den Namen „English is fun“ hat sich die gelernte Lehrerin selbst ausgedacht.

  • Grundschulkinder

    Die Altersgruppe vier/fünf Jahre hatte sie ursprünglich im Visier. Schnell kristallisierte sich aber heraus, dass die Nachfrage für Grundschulkinder größer war.

  • Kleingruppen

    Ganz bewusst setzt Susi Weinzierl auf Kleingruppen. Die beiden, die derzeit laufen und bis zu den Sommerferien gehen, besetzt die Grundschullehrerin mit Zusatzausbildung bewusst nur mit sechs Buben und Mädchen.

  • Teilnehmer

    Zwischen sechs und zehn Jahren sind die „English is fun“-Teilnehmer alt. Neben dem Kinder-Kurs gibt es im MGH noch andere Englisch-Angebote, die über die VHS laufen.

  • Anfänger-Kurs

    Derzeit läuft ein Anfänger-Kurs, außerdem Englisch A1 und Englisch am Vormittag.

  • Workshop

    Am 11. April steht ein Workshop „Englisch für den Urlaub“ auf dem Programm. Englisch für Wiedereinsteiger startet am 15. Juni – bei schönem Wetter im Garten. (ps)

Auch geübt wird in unterschiedlichen Formen: Malen, Hören, Hörverständnis schulen – indem die Lehrerin mit Zusatzausbildung einen kurzen Text vorliest – oder Arbeiten an einem Wortbild. Während es in der Gruppe für die Jüngeren fast ausschließlich spielerisch zugeht, fordert Susi Weinzierl von den Viertklässlern schon mal ein geschriebenes Wort. Angelehnt ist das an das, was die Kleinen in der Schule laut Englisch-Lehrplan durchnehmen. Deswegen sieht Susi Weinzierl ihr Angebot auch als Ergänzung und „keinesfalls als Konkurrenz“.

Ergänzung, keine Konkurrenz

Rituale dürfen nicht fehlen: Am Ende der Stunde gibt es Gummibärchen.
Rituale dürfen nicht fehlen: Am Ende der Stunde gibt es Gummibärchen. Foto: Schoplocher

Diese sei von den Eltern angeregt und gewollt worden, erzählt sie rückblickend. Denn ursprünglich waren die Englischstunden für Vorschulkinder gedacht, weil in diesem Alter das „Sprachfenster“ der Kleinen am meisten geöffnet sei. „Da fällt das Lernen am leichtesten und es gelingt leicht, Sprachmethoden zu entwickeln“, erklärt Weinzierl, die bereits einen entsprechenden Kurs anbot. Der Anruf einer Mutter, die sich „English is fun“ für dritte und vierte Klasse wünschte, brachte die Umorientierung, die sich jetzt im sechsten Jahr bewährt. Über die vierte Klasse hinaus hält Weinzierl das Angebot nicht für sinnvoll, mit dem erfolgreichen Programm „Keine Angst vor dem Übertritt“ möchte sie die Altersschranke setzen. Auch, weil ab der fünften Klasse viel von den Buben und Mädchen gefordert werde.

„Was möchtet Ihr machen?“, ist eine Frage, die in jeder Stunde gestellt wird. Da komme von jedem Kind etwas, freut sich die Pädagogin. Auch, dass manche Familien bereits das zweite Kind zu ihr schicken, nachdem das „Große“ auf eine weiterführende Schule gewechselt ist, bestätigt sie in der Einschätzung, dass es einen Bedarf gebe – Wenngleich dieser auch nicht mehr so groß sei wie zur Anfangszeit, als es einen regelrechten Boom gab.

Davon bemerken die neunjährigen Eva und Lea sowie Johannes, Andreas und Kilian (alle 10) nichts. Sie lachen sich beim Spiel „Snap“ (Schnappen) fast schlapp. Etwas ernster denken sie da schon über die Frage nach, was das Schöne an dieser Art Englischunterricht sei. „Keine Noten, keine Proben, keine Hausaufgaben“, fassen sie zusammen. Andreas findet die Spiele noch dazu besonders gut. „Ja, lustig“, ergänzt Kilian und die Mädchen fügen hinzu, dass „man in der Schule dann schon mehr weiß“. Doch nicht nur die Kinder wie Alexander, der volle sechs Jahre mit von der Partie war und der Lehrerin in kindlicher Zuneigung versicherte, „immer da zu bleiben, so lange es den Kurs gibt“, sind begeistert.

Auch Susi Weinzierl muss sich nicht für die Stunden im MGH motivieren. „Es ist wunderschön zu sehen, wie die Kinder mit jedem Mehrerlernten wachsen“, sagt die Waldmünchenerin.

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