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Impulse für mehr Wohlbefinden

Claudia Buchner aus Waldmünchen möchte Menschen „ins Tun bringen“ – und mit Feinfühligkeit und Lebensfreude anstecken.
Von Petra Schoplocher

Hineinhören.... Claudia Buchner sagt von sich selbst, dass sie ein sinnesfreudiger Mensch sei. Ihre Wahrnehmung hilft ihr, Klienten wie Leonie — ihre erste überhaupt – zu helfen.
Hineinhören.... Claudia Buchner sagt von sich selbst, dass sie ein sinnesfreudiger Mensch sei. Ihre Wahrnehmung hilft ihr, Klienten wie Leonie — ihre erste überhaupt – zu helfen. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Ein Dramatiker hätte seine helle Freude mit Claudia Buchner. Denn ein einziger Anruf änderte das Leben der 48-Jährigen. Eigentlich, so erzählt sie in ihrem Raum im Mehrgenerationenhaus, wollte sie sich bei einer gewissen Susannne Nock nur mal erkundigen. Am Ende des Gesprächs stand die Aussicht auf eine Stelle, ein Raum für ihre Therapieangebote und die Möglichkeit, sich einen Namen zu machen.

Gut ein Jahr ist das alles her und manchmal ist die gebürtige Straubingerin überrascht, was sich seitdem entwickelt hat. Denn Claudia Buchner hat in ihrer Heimatstadt einiges zurückgelassen. Ein saniertes Stadthaus, eine gut gehende Praxis und natürlich Menschen, die ihr ans Herz gewachsen sind. Dennoch wuchs irgendwann der Wunsch „raus in die Natur“ zu ziehen. Mit ihrem Lebensgefährten sei sie daraufhin „im bayerischen Wald rumgekurvt und irgendwann auch über die Grenze gehüpft“. In Nemanice (Wassersuppen) sind die beiden schließlich hängen geblieben. „Eigentlich ein verlottertes Bauerndorf“, sagt Buchner. Doch wenn sie von den Kranichen erzählt, von Mufflons und Wildschweinen oder beschreibt, wie sie im Winter vom Haus weg auf Langlaufskiern loszieht, ahnt, welch besonderes Fleckchen Erde die engagierte Frau da gefunden hat.

„Ich könnte manchmal schreien vor Glück!“, fasst sie mit strahlenden Augen zusammen. Doch nicht nur das Haus in Wassersuppen und die wunderbare, ursprüngliche Natur tragen zu dieser Stimmung bei, sondern auch ihre Tätigkeit(en) in Waldmünchen. In der Offenen Ganztagsschule kümmert sie sich um Jugendliche, im Mehrgenerationenhaus hat sie sich im Obergeschoss einen kleinen Raum eingerichtet, um an ihr Tun in Straubing anzuknüpfen. „Lebens-Praxis“ hat Buchner ihre Angebote überschrieben – und der Name ist Programm.

Menschen zu sich selbst bringen

Einmal, weil die 48-Jährige die Menschen wieder mehr zu sich selbst bringen möchte, was zu mehr Lebensqualität führt. Auch auf ihre Herangehensweise trifft die „Lebens-Praxis“ zu, denn statt losgelöster Theorien geht es sehr praktisch zu.

Claudia Buchner hat gut lachen: Sie fühlt sich in ihrer neuen Heimat wohl und angenommen.
Claudia Buchner hat gut lachen: Sie fühlt sich in ihrer neuen Heimat wohl und angenommen. Foto: Schoplocher

Plagende Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Lebensmittelunverträglichkeiten oder auch Probleme mit dem Darm – wenn es einen „typischen“ Kunden von Claudia Buchner gibt, dann würde er mit diesen oder ähnlichen Symptomen aufschlagen. Mit verschiedenen Methoden kann die Therapeutin den Ursachen auf den Grund gehen, meist steuert sie mit einer Mischung aus Übungen und Anwendungen gegen. „Ohne Hausaufgabe geht bei mir aber keiner raus“, lächelt sie. Was einen tieferen Sinn hat: Wenn es um Heilung geht, müsse der Mensch selber mithelfen. Er müsse „ins Tun kommen“ und seine Situation von innen motiviert, nicht von außen getrieben, lösen. Etwa, indem er Verhaltensweisen ändert und zum Beispiel lernt, „Nein“ zu sagen. Auch Innehalten und sich auf die Suche nach den eigenen 50 größten Fähigkeiten begeben, könnte so eine verhältnismäßig kleine Maßnahme sein. „Ich kann nur Impulse setzen“, sagt sie und vergleicht ihre Aufgabe mit dem „Anschmeißen eines Motors“. Aus ihrer Praxis heraus kann sie sagen, dass dies nach vier bis sechs Terminen meist von Erfolg gekrönt ist.

Lesen Sie hier alle Teile unserer Serie über das Waldmünchner MGH

Allerdings seien den Therapieformen und der Aktivierung der Selbstheilungskräfte Grenzen gesetzt. So gebe es Erkrankungen, die nicht vermeidbar seien, und auch bei Krebs könne sie nur begleitend die emotionale Schiene bedienen, idealerweise in Zusammenarbeit mit einem ganzheitlich denkenden Mediziner, stellt sie klar.

Einfache Übungen

Einfache Körper- und Atemübungen oder auch eine Kräuterwanderung helfen, die Sinne zu schärfen. Claudia Buchner selbst bezeichnet sich als „sehr sinnenfreudigen Menschen“, deshalb sei ihr die Natur und das Empfinden in ihr so wichtig. Nicht selten habe sie das Gefühl, „raus“ zu müssen – gerne auch in Begleitung ihrer Schützlinge. Dass sie gerne mit ihren Händen arbeite, schlägt sich in ihrem weiteren Steckenpferd, der kraniosakralen Therapie nieder. Bei dieser werden durch gezielte Berührung heilsame Impulse gegeben. Positiver Nebeneffekt: Meist stellt sich eine tiefe Entspannung ein, die Selbstheilungskräfte kommen in Fluss.

Es gebe verschiedene Gründe, warum Menschen aus dem Gleichgewicht geraten könnten, weiß die Expertin, die überzeugt ist, dass es außer der Vernunft noch etwas geben müsse. „Sonst würden wir alle nur als Gehirne ’rumschweben“, meint sie.

Angebote im MGH

  • Das MGH

    Seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 erfüllt das Mehrgenerationenhaus (MGH) Waldmünchen die Aufgabe, Menschen zu verbinden. Neben regelmäßigen eigenen Angeboten sorgen externe Beleger oder Gruppen für Belebung im Haus am Marktplatz.

  • Lebenspraxis im MGH

    Eine von ihnen ist Claudia Buchner, die sich im Obergeschoss einen Raum eingerichtet hat. „Lebenspraxis im MGH“ ist ihr Angebot überschrieben. Übungen und Anwendungen für den Alltag bietet die gelernte Erzieherin und studierte Sozialpädagogin ebenso an wie psychologische Kinesiologie. Ausgebildet ist die 48-Jährige auch in systematischer kraniosakrale Therapie und potentialorientierter Beratung.

  • Das Ziel

    Ziel ist stets, Impulse zu setzen und den Menschen Handreichungen für den Alltag zu geben. Selbstheilungskräfte sollen so aktiviert werden. Das MHG voranzubringen, ist ihr ein Anliegen, deswegen bietet sie Vorträge an und hat sich auch bei der Aktion „Begehbarer Adventskalender“ eingebracht. Wissenswertes zum MGH und dem Programm gibt es unter www.mgh-waldmuenchen.de . (ps)

Neben den Tätigkeitsschwerpunkten psychologische Kinesiologie, kraniosakrale Therapie und potentialorientierte Beratung bietet Claudia Buchner im Mehrgenerationenhaus Kurse an. Auch bei diesen ist der Name Programm, wie „Das tue ich für mich“ oder „Meinen Körper spüren lernen“, der aus Übungen aus der Marma Yoga Praxis aufbaut. Immer wieder stellt die 48-Jährige ihr Wissen auch MGH-Programmmacherin Susi Nock zur Verfügung. Dann dürfen sich die Waldmünchener wieder über einen kostenlosen Vortrag oder eine Kurseinheit freuen. Auch für den ersten begehbaren Adventskalender 2015 hat die Mutter einer erwachsenen Tochter in Vorbereitung und Umsetzung viele Stunden gesteckt. „Weil auch das wichtig ist“. Für ihre Praxis hat Buchner das Sonnensymbol als Logo ausgewählt. Wer die 48-Jährige erlebt, merkt schnell, das auch das kein Zufall ist.

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