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Unterhaltung

Kinogenuss kommt gleich im Doppelpack

Ab Mittwoch ist in Waldmünchen wieder Stodl-Kino-Zeit. Erstmals gibt es Vorfilme – dank dem Archiv von Sepp Liegl.
Von Petra Schoplocher

  • Im Stodl-Kino herrscht ein ganz besonderes Flair. Am Mittwoch heißt es wieder „Film ab!“. Foto: wsi
  • Die „Macher“ hinter Vor- und Hauptfilm: Sepp Liegl mit seinem unerschöpflichen Archiv und Projektleiterin Susanne Nock. Foto: Schoplocher

Waldmünchen..Wie gut, dass es „entweder – oder“ im Stodl-Kino nicht gibt. So muss sich ab Mittwoch niemand entscheiden, ob er lieber einen Filmbeitrag aus der jüngeren Waldmünchener Geschichte anschauen mag oder einen Spielfilm. Denn in dieser Saison gibt es den Kinogenuss in der besonderen Atmosphäre im Doppelpack.

Die Idee, zu den wie im Vorjahr fünf Filmen im Stodl-Kino einen Vorfilm zu zeigen, ist aus den Zuschauerbefragungen der vergangenen Spielzeit entstanden, wie Susanne Nock berichtet. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) hatte mit dem Sommerkino 2014 Neuland betreten und musste folglich die Filme nach Gefühl auswählen. Da bereits am Premierenabend durch viele positive Rückmeldungen klar war, dass sich das Stodl-Kino etablieren würde, wollte es die Projektleiterin genau wissen und machte sich mittels Zettel daran, den Geschmack der Waldmünchener herauszufinden. Dabei zeigten sich zwei Tendenzen: Neuere Filme und Waldmünchener Themen waren den Zuschauern lieber als beispielsweise die großen Klassiker wie „Vom Winde verweht“ oder „Titanic“.

Ein unerschöpfliches Archiv

Folglich gibt es in der Spielzeit, die am Mittwoch mit der tiefsinnigen Komödie „Ziemlich beste Freunde“ eingeläutet wird, einen Vor- und einen Hauptfilm. Erstere dank Sepp Liegl, bei dem Susanne Nock mit ihrer Frage nach Filmbeiträgen gleich offene Türen eingerannt hatte. „Er ist das personifizierte Video in Waldmünchen“, erklärt Susanne Nock. 30 Jahre hat Sepp Liegl das öffentliche Leben in der Trenckstadt mit der Kamera verfolgt. „Eigentlich für private Zwecke“, wie er sagt. Für das Stodl-Kino aber macht er eine Ausnahme und stellt sein Material zur Verfügung.

Anhand einer Liste haben er und Susanne Nock versucht, den Spielfilmen entsprechende Vorfilme zu finden. Was etwa bei „Sein letztes Rennen“ und Szenen vom Waldmünchener Seifenkistlrennen 1987 perfekt gelungen ist.

Die Auftaktkombination hat auf den ersten Blick hingegen nichts gemeinsam. Wer aber weiß, dass mit die schönsten Sequenzen des Heimatfestzugs 2006 der Auftritt der Freunde aus Combourg samt Tanzeinlagen direkt vor Liegls laufender Kamera sind, dem schließt sich der Kreis. Frankreich – da ist auch der Französisch-Stammtisch nicht weit. Da es in diesem Jahr kein MGH-Sommerfest im üblichen Sinne geben wird, der Verzicht auf die kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Nachbarland aber auch niemand verzichten wollte, bekommt der Kinoabend am Mittwoch kurzerhand einen französischen Anstrich. Ab 18.30 Uhr wird das Stammtisch-Team mit Cidre, Kir Breton, Wein und Häppchen für einen entspannten Einstieg sorgen.

Mit einem Augenzwinkern versehen sind Vor- und Hauptfilm am Mittwoch, 12. August. Die deutsch-französische Produktion „Und wenn wir alle zusammenziehen“ wird angereichert mit Impressionen vom Straßenfest in der Oberen Bräuhausstraße 1994. Sepp Liegl ergänzt schmunzelnd, dass es auch der Besuch von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis 1986 in sich hätte, der am 21. Juni über die Leinwand flimmern wird.

Popcorn und Chips

Im Stodl gibt es zu den Aufführungen, die um 19.30 und 20 Uhr beginnen, Popcorn, Chips, Schokoriegel, Dosenprosecco und andere Getränke. „Ein Flair wie im Kino, nur lockerer“, beschreibt Susanne Nock die Atmosphäre. Denn das Besondere an den Abenden im Stodl sei schließlich auch, dass Bekannte miteinander einen Film sehen und nicht, wie in den professionellen Kinos, fremd zusammengewürfelte Besucher. Das mache die „supergute Stimmung“ aus und sorge nach dem Abspann auch für schöne Gespräche.

Ausweichen ins Haus

Rund 40 Cineasten finden im Stodl, der vor der Renovierung als Abstellraum diente, Platz. Sollte der Andrang größer sein, hat Susanne Nock schon einen Plan B. Einer der Räume im Haus könne dank der vorhandenen technischen Ausstattung kurzerhand zum Kinosaal umfunktionier werden. Die rechtlichen Fragen dazu hat sie geklärt und auch Sepp Liegl hat kein Problem, zwei Ausführungen bereitzustellen.

Aus aktuellem Anlass schlägt der dritte Termin der Stodl-Kino-Reihe aus der Art. Am 27. Juni gibt es nämlich „nur“ Waldmünchener Filme von der symbolischen und offiziellen Grenzöffnung 1990. Auch für diese wird gelten, dass es oft Kleinigkeiten sind, die diese Beiträge aus der Heimatgeschichte so wertvoll machen. Ein Detail im Vorbeigehen, ein Auto am Straßenrand oder die Auslage eines Geschäfts, das schon längst geschlossen hat. Oder es gelangen Menschen in Erinnerung, die schon verstorben sind. Susanne Nock und Sepp Liegl freuen sich schon, wenn all das zum gegenseitigen Austausch animiert. Denn wie immer geht es beim Mehrgenerationenhaus ums Miteinander.

Stodl-Kino-Zeit

  • Ausgangspunkt

    Seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 erfüllt das Mehrgenerationenhaus (MGH) die Aufgabe, Menschen zu verbinden.

  • Anfänge

    Was könnte dieses Ansinnen besser erfüllen als das 2014 erstmals angebotene Stodl-Kino.

  • Auftakt

    Selbst wenn es die Kälte den Premierengästen im vergangenen Mai nicht leicht machte, stand nach der ersten Auflage fest, dass das Stodl-Kino einen festen Platz im Programm finden soll.

  • Abfrage

    Eine Umfrage unter den Besuchern half, die Wünsche des Waldmünchener Publikums herauszufiltern.

  • Aufgabe

    Da neben zeitgenössischen Filmen auch immer wieder Waldmünchener Themen angeregt wurden, gibt es dieses Jahr erstmals Vorfilme. Für diese konnte Projektleiterin Susanne Nock auf den schier unerschöpflichen Fundus von Sepp Liegl zurückgreifen.

  • Termine

    „Ziemlich beste Freunde“ wird heuer als erster Film des Stodl-Kinos am Mittwoch, 20. Mai, gezeigt. Auftakt ist um 18.30 Uhr mit französischen Häppchen. Um 19.30 Uhr wird der Heimatfestzug 2006 in Erinnerung gerufen.

  • Im Juni

    Am Sonntag, 21. Juni, gibt es „Was machen Frauen morgens um halb vier?“ und als Vorfilm den Besuch von Fürstin Gloria 1986 zu sehen. Waldmünchener Stodl-Kino heißt es am Samstag, 27. Juni, wenn statt dem Sommerfest Filme der Grenzöffnung gezeigt werden.

  • Juli/August

    Der Kinderfestzug 1994 leitet den Film „Dinosaurier – gegen uns sehr ihr alt aus!“ am Sonntag, 26. Juli, ein. Am Mittwoch, 12. August, zeigt das Stodl-Kino erst Impressionen vom Straßenfest in der Oberen Bräuhausstraße und dann den Streifen „Und wenn wir alle zusammenziehen?“

  • September

    „Sein letztes Rennen“ setzt am 13. September den Schlusspunkt. Das einmalige Seifenkistenrennen aus dem Jahr 1987 soll den kongenialen Vorfilm bilden.

  • Wissenswertes

    Wer möchte, kann auch nur zu Vor- oder Hauptfilm kommen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

  • Der Stodl ist nicht beheizt, ein Kiosk aber sorgt für Kino-Atmosphäre.(ps)

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