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Vortrag

So können Kinder stressfrei lernen

Die Lernberaterin Andrea Vogl zeigte in Waldmünchen Lernschwierigkeiten auf – und Möglichkeiten zur Hilfe.

Andrea Vogl zeigt eine einfache Übung.
Andrea Vogl zeigt eine einfache Übung. Foto: wim

Waldmünchen.Der Vortrag am Freitagabend im Mehrgenerationenhaus Waldmünchen kam auf Initiative des Kneipp-Vereins zustande. Dieser will sich unter dem neuen Vorstand auch den jüngeren Generationen verstärkt zuwenden. Deshalb forderte die 2. Vorsitzende Regina Kussinger die zahlreich erschienenen Eltern ausdrücklich dazu auf, mit möglichen weiteren Themen auf den Verein zuzukommen.

Viele Eltern kennen das Gefühl: Warum hat mein Kind Probleme beim Rechnen? Warum zieht die Tochter sich zurück, wird der Sohnemann im Kindergarten leicht aggressiv? Diese Thematik griff Lernberaterin Andrea Vogl auf. Ihre Ausbildung zur Lernberaterin hat sie 2012/13 in Weiden gemacht, die Prüfung legte sie in Entraching bei München ab.

2014/15 folge die Ausbildung zum Coach für Erwachsene und Teams. Dies ist allerdings keine staatlich anerkannte Ausbildung, die Kosten für eine Therapie müssten folglich von den Eltern selber getragen werden. Aber die Resultate seien die Mühe wert, sagte Vogl.

Die sieben Stufen der Evolution

Ihr Ansatz ist die sogenannte Evolutionspädagogik. Diese besagt, dass in der kindlichen Entwicklung die gesamte Evolution sozusagen im Zeitraffer noch einmal abläuft. „Das Lernen ist ein langsames Aufrichten“, sagt sie. Sieben „Sicherheiten“ sind die sieben Stufen der Evolution: Fisch: die Ursicherheit, Amphibie: die Erlebnissicherheit, Reptil: die Körpersicherheit, Säugetier: die Gefühlssicherheit, Affe: die Gruppensicherheit, Urmensch: die Sprachsicherheit, Mensch: die Kommunikations- und Kooperationssicherheit.

In jeder dieser Evolutionsstufen werden bestimmte Fähigkeiten ausgebildet, die den Grundstock für die weitere Entwicklung legen. Fehlt eine dieser Stufen, wird das weitere „Gebäude“ wackelig, die Sicherheit fehlt und das Kind entwickelt möglicherweise Verhaltensformen, die die Eltern ratlos machen.

Blockaden löschen

Tests können zeigen, welche Defizite bestehen. Und durch verschiedene Übungen können diese dann ausgeglichen werden, erläuterte Vogl. Durch diese Übungen – zum Beispiel zur Koordination – werden Blockaden gelöscht und ein leichteres Lernen ist wieder möglich. Eine Besonderheit hatte Vogl noch: die sogenannte Mischform. „In der Regel ist das Sprachhirn beim Rechtshänder links, beim Linkshänder rechts“, sagte sie. Bei den Mischformen ist dies nicht der Fall. Ergebnis: Die Kinder haben eine „lange Leitung“, was schlicht bedeutet, dass sie sich zum Beispiel bei der Schreibschrift schwer tun.

Die zahlreichen Fragen der Eltern zeigten, dass der Kneipp-Verein mit diesem Vortrag einen richtigen Schritt in Richtung „Öffnung für jüngere Generationen“ gemacht hat. (wim)

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