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Weihnachtsbaum: Was ins Netz kommt

Teuerer Bio-Baum oder Supermarkt-Schnäppchen: Ein Blick nach Waldmünchen zeigt, auf was Kunden wirklich stehen.
Von Ingrid Milutinovic

Für den Transport zum Kunden wird der Weihnachtsbaum von Thomas Bauer in ein stabiles Netz verpackt.
Für den Transport zum Kunden wird der Weihnachtsbaum von Thomas Bauer in ein stabiles Netz verpackt. Foto: Milutinovic

Waldmünchen.Weihnachten ohne Christbaum? Für die meisten ist das undenkbar. Ob im Supermarkt, oder an der Tankstelle, ob online oder selbst geschlagen – Möglichkeiten, sich ein Symbol der Hoffnung und der Fruchtbarkeit ins Wohnzimmer zu holen, gibt es unzählige.

An Angeboten mangelt’s auch in Waldmünchen nicht. Ob in Supermärkten oder der Gärtnerei, im Baumarkt oder dem Landshop – für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel sollte etwas dabei sein. In der einzigen Gärtnerei der Stadt wartet mit Thomas Bauer ein kompetenter Ansprechpartner auf die vielen Fragen rund um Herkunft, Aussehen und Kosten der Forstgehölze.

Ob groß, klein, Fichte oder Tanne: In Waldmünchen gibt es Gewächse für jeden Geschmack und Geldbeutel.
Ob groß, klein, Fichte oder Tanne: In Waldmünchen gibt es Gewächse für jeden Geschmack und Geldbeutel. Foto: Milutinovic

Gleich zu Anfang beruhigt er die Naturfreunde: Alle Christbäume werden in speziellen Kulturen angebaut – also nicht einfach im Wald geschlagen. Bauer greift sich eine mannshohe Tanne: „Die Nordmanntanne zum Beispiel,“ sagt er, „ist als Christbaum die am meisten verkauft Sorte.“ Aber egal, ob Fichte oder Tanne – vom Setzling bis zum Prachtstück in der guten Stube ist es ein weiter Weg. Jedes Pflänzchen wird einzeln gesetzt, nach einem Jahr umgepflanzt, erst nach weiteren vier bis fünf Jahren kommen sie in die Plantagen.

Bio oder Schnäppchen?

Der Stolz des Gärtners: Eine zwölf Jahre alte Nordmanntanne
Der Stolz des Gärtners: Eine zwölf Jahre alte Nordmanntanne Foto: Milutinovic

Wieder folgt eine lange Zeit der Hege und Pflege. Je nach Größe dauere es Jahre, bis der Baum die Größe eines richtigen Christbaums erreicht hat - mindestens zwölf Jahre, bis er Zimmerhöhe erreicht hat, mindestens sieben Jahre, bis der „Meterbaum“ im Zimmer stehen kann. Durch einen Zaun muss sichergestellt werden, dass kein Reh sich in die Pflänzchen verbeißen kann. „Hier hat schon mancher Plantagenbesitzer Lehrgeld bezahlen müssen,“ weiß Bauer.

Der Waldmünchner Garten-Profi bezieht seine Gewächse von regionalen Lieferanten aus der Oberpfalz. Hier kann er sie selber abholen, sagt er und er weiß, dass die Bäume nicht gespritzt und erst in der letzten Novemberwoche geschlagen werden. Bei Baumart und Größe gibt es nur eine Regel: der Geschmack entscheidet. Familien mit Kindern haben eher große Bäume laute eine Tendenz aus Erfahrung – mit Ausnahmen. Auch, was den Christbaumschmuck angeht, hat Thomas Bauer mit seinen Kunden Erfahrungen gesammelt. Viele Weihnachtsbäume sind in der Tradition verhaftet. Dementsprechend gestaltet sich meist auch deren Schmuck. Rot und Gold sind die klassischen Farben– das geht immer, sagt Bauer.

Tipps zum Baumkauf

  • Immer der Nase nach:

    Frische Bäume haben glänzende Nadeln und riechen aromatisch-würzig. Bäume mit trockenen Nadeln haben ihre besten Tage meist schon hinter sich. Dass Christbäume kurz vor Weihnachten noch einmal frisch für den Verkauf geschlagen werden, ist ein Irrtum

  • So bleiben Bäume länger frisch

    : Wer sein Schmuckstück bis Heiligdrei könig stehen lassen will, sollte ihn nach dem kauf erst kühl lagern, etwa in der Garage oder im Keller, Vor dem Aufstellen empfiehlt es sich, am Fuß des Baumes eine Scheibe abzusägen.

  • Geheim-Tipp

    : Das Wasser im Baumständer gehört alle paar Tage wieder aufgefüllt. Darüber hinaus sollen nach Ansicht von Fachleuten etwas Blumenfrischhaltemittel oder auch ein paar Löffel Zucker im Gießwasser das Austrocknen deutlich hinauszögern.

Silber geht auch noch, ebenso Strohsterne. Blaue Kugeln – ihn schüttelt es bei diesem Gedanken ebenso, wie beidem Gedanken an schwarze Kugeln, von deren Aktualität er vor einigen Jahren gehört hatte. Sein eigener Christbaum jedenfalls ist ganz traditionell in Rot und Gold gehalten – mit einem Stern an der Spitze.

Bauer steht für den klassischen Bio-Baum aus der Region. Weil die Zeit und der Aufwand sich am Ende für Züchter und Verkäufer auch auszahlen müssen, sind seine Bäume kein Schnäppchen: die Preise beginnen bei 20 Euro, der Großteil kostet zwischen 20 und 40, für übermanngroße Exemplare können schon mal 50 Euro fällig werden.

Der Christbaum-Klassiker: Traditionell mit roten Kugeln
Der Christbaum-Klassiker: Traditionell mit roten Kugeln Foto: Milutinovic

Wer’s etwas günstiger will – kein Problem. Beim Discounter Netto war eingenetztes Grün schon für unter 15Euro zu haben. Entsprechend war die Nachfrage. Auch beim Landshop kann sich Johann Haßfurther über mangelnde Resonanz nicht beklagen: „Langsam wird’s lichter,“ sagt der Unternehmer über die Nordmanntannen und Fichten im Angebot. Das wenig weihnachtliche Wetter habe die Kundschaft nicht vom Kauf abgehalten, Haßfurther rechnet damit, dass zum Wochenende die meisten Bäume ihren neuen Bestimmungsort gefunden haben werden. Das gute Geschäft liege seiner Ansicht nach auch an den Preisen, die mit 20 bis 40 Euro je nach Größe und Sorte auf dem Niveau des Vorjahres geblieben sind.

Und an einer Verkaufsstelle in Waldmünchen sind Christbäume schon eine Woche vor dem Fest kein Thema mehr: „Ausverkauft“ hörten Baum-Interessenten bei Rewe seit einer Woche. Im November hat die Kundschaft Filialleiter Sturm schon nach seinen Gewächsen gefragt, und als die dann Anfang Dezember geliefert wurden, auch gleich zugeschlagen: „Nach gut einer Woche waren alle weg.“

Hier lesen Sie eine Geschichte, wie Ihr Weihnachtsbaum lange hält.

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