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Kultur

Waldschmidtpreis für die Stegers

Der Waldschmidtverein überreichte seinen Preis heuer an ein Ehepaar für seine Lebensleistung und Menschlichkeit.
Von Nik Heinrich

  • Die Vorsitzenden Xaver Penzkofer (l.) und Dr. Werner-Walter Richter (r.) die Laudatoren Beiler (2.v. l.) und Neumann-Beiler (2. v. r) freuen sich mit den neuen Preisträgern Christa und Willi Steger.
  • Dr. Werner-Walter Richter, Josef Kammermeier (mit Gattin) , stv. Landrat Markus Müller, Vizepräsident von Niederbayern Dr. Helmut Graf und der Landrat Landkreis Freyung/Grafenau Sebastian Gruber (v.l)
  • Die Klingenbrunner Familienmusik Wolf rundete die Feierstunde musikalisch ab. Außerdem ermöglichte eine „Schupperecke einen Einblick in das schriftstellerische Schaffen der Stegers. Fotos: Heinrich

Eschlkam. „Ab heute gehören Sie zur Familie der Waldschmidtpreisträger - mit allen Rechten und Pflichten“ gratulierte gestern im gut gefüllten Saal des Gasthofs zur Post der 1. Vorsitzende des Waldschmidt-Vereins Eschlkam Dr. Werner-Walter Richter dem Ehepaar Willi und Christa Steger (Riedlhütte). Lang war auch die Liste der Ehrengäste und der Preisträgerträger, die dem neuen „Familienmitglied“ ihre Wertschätzung zeigen wollten.

In seiner Laudatio zeigte Hermann Beiler (Spiegelau) die Geistesverwandtschaft zwischen Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt, und Willi Steger auf – ein großes Verständnis für technische Zusammenhänge und die Fähigkeit, etwa daraus zu machen. Mit 14 Jahren habe für Willi Steger der Ernst des Lebens begonnen mit dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte. Mit dem Erhalt einer Lehrstelle als Hohlglasschleifer bei der Firma Nachtmann begann eine beispielhafte Karriere. Steger ergriff jede Möglichkeit zum Weiterkommen.

Steger meistert ein Studium mit Bravour, kommt später nach Riedlhütte und baut die Kristallglasfabrik zur erfolgreichsten Europas aus. Wie Waldschmidt, so Laudator Beimel, habe sich auch Steger viel für die Menschen im Bayerischen Wald getan. Als Werksleiter sorgte er für sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze. Er brachte die Glasindustrie im Wald voran und setzte Maßstäbe in Fertigung und Innovation: „Kein Wunder, dass die Glashersteller bald vom „Glaspapst“ sprachen.“ Beispielhaft sei auch sein soziales Engagement. Nach dem Fall der Grenze war er sofort beim Aufbau in der Ukraine dabei und von jeher unterstütze er Pater Brandstetter mit seinen Initiativen für Straßenkinder in Brasilien. Die Stegers seien Botschafter für Menschlichkeit und Völkerverständigung.

„Der Willi hat schon alle Ehrungen die man sich vorstellen kann. Er ist Ehrenbürger von Riedlhütte, hat den Baumsteftenlenz-Heimatpreis. Ihm wurden die verschiedensten Verdienst- und Ehrenmedaillen verliehen, darunter auch das Bundesverdienstkreuz am Bande. Fehlen eigentlich nur noch zwei: Der Nobelpreis – und der Waldschmidtpreis. Und letzteren bekommt er ja heute. Gemeinsam mit seiner Christa“, gratulierte er dem Ehepaar unter großem Beifall der Zuhörer.

„Nicht viele Männer haben das Glück, eine solche Frau an ihrer Seite zu haben“ stellte Gabriele Neumann-Beiler in ihrer Laudatio für Christa Steger fest. Auch sie war sehr begabt und fleißig. Aber zum Besuch der höheren Schule hatte ihre Mutter, der Vater war im Krieg gefallen, nicht die finanziellen Mittel. So machte sie in Zwiesel die Mittlere Reife und fand auch gleich eine Anstellung in einem Betrieb in Zwiesel, wo sie sich durch Zuverlässigkeit, Fleiß, Wissensdurst und die Bereitschaft zum Lernen auszeichnete.

Und auch ihr Leben sei von einer fast grenzenlosen Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Achtung vor allen Menschen getragen. Sie habe sich nicht nur um die Familie gekümmert, sondern auch ihrem Willi den Rücken freigehalten, damit er sich um seine Glasfabrik kümmern konnte. Trotz aller Belastungen sei ihr Zusammenspiel ihr Erfolgsrezept gewesen. Sie schenke der Gesellschaft kostenlos seit über 50 Jahren ihren vielfältigen Dienst. Sie schreibe, organisiere, lese, singe, diskutiere. „Immer brannte ihr Herz auch für Menschen, denen es nicht gut ging“, so die Laudatorin. Und sie schloss mit einem Wort eines Freundes der Stegers (die etwa 400 verschiedenste Hexenfiguren in ihrem Haus haben): „Im Haus von Stegers hängt alles voller Hexen, aber herrschen tut ein Engel!“.

In ihrer Dankrede versprachen die Preisträger: „Wir werden und auch weiterhin bemühen, im Sinne von Maximilian Schmidt uns zu engagieren nach dem Motto: Immer nach vorne schauen, aber auch das Vergangene bewahren. Wir beide sehen unsere Arbeit in der Gemeinschaft als einen Schlussstein, der versucht, zusammenzuhalten und zu festigen.“ Ihr ausdrücklicher Dank galt den Laudatoren, allen die ihnen zu Ehren ein Grußwort gesprochen haben, sowie der Familienmusik Wolf (Klingenbrunn), die die Feier musikalisch abrundete.

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