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Projekt

Neues Leichenhaus ist Ende Juni fertig

Etwa 300 000 Euro investiert die Gemeinde Weiding in das neue Gebäude zwischen der Kirche und dem Friedhof.
Von Evi Paleczek

Eine würdige Stätte für den letzten irdischen Weg soll das neue Friedhofsgebäude sein, sagt Bürgermeister Daniel Paul. Foto: Paleczek
Eine würdige Stätte für den letzten irdischen Weg soll das neue Friedhofsgebäude sein, sagt Bürgermeister Daniel Paul. Foto: Paleczek

Weiding.Es ist ein Projekt, das der Gemeinde bereits seit 2008 unter den Nägeln brennt. Allerdings fehlte es damals und in den darauffolgenden Jahren leider an Geld für die Umsetzung, sagt Bürgermeister Daniel Paul. Im August vergangenen Jahres nun hat Weiding den Neubau eines Leichenhauses neben der Marienkirche endlich in Angriff genommen, und bereits Ende Juni, zum 125-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr, soll alles fertig sein.

300 000 Euro investiert die Gemeinde, berichtet der Bürgermeister im Gespräch mit unserem Medienhaus. Das sei in den vergangenen zehn Jahren leider nicht möglich gewesen angesichts anderer wichtiger Projekte wie der energetischen Sanierung des Kindergartens und dem Anbau einer Krippe dort, der Kanalbau-Fertigstellung, der Kläranlagen-Erweiterung und des Großprojekts DSL.

Weitere Urnengräber für den Friedhof

Umso schöner sei es, dass das Projekt nun umgesetzt wurde, mit einstimmigem Beschluss im Gemeinderat. Als die Planungen fertig waren, und eine Investitionssumme von 300 000 Euro im Raum stand, hatte die Grundsatzfrage noch einmal begonnen, erinnert sich Paul. Doch letztendlich seien sich zum Glück alle einig gewesen, dass es das neue Gebäude einfach brauche.

Die Weidinger Marienkirche, an deren rechter Seite sich das Leichenhaus direkt anschließt, feiert im Oktober ihr 60-jähriges Bestehen. Davor wird sie noch einen frischen Außenanstrich erhalten, kündigt der Bürgermeister an. Das passierte zuletzt 1998. Foto: Paleczek
Die Weidinger Marienkirche, an deren rechter Seite sich das Leichenhaus direkt anschließt, feiert im Oktober ihr 60-jähriges Bestehen. Davor wird sie noch einen frischen Außenanstrich erhalten, kündigt der Bürgermeister an. Das passierte zuletzt 1998. Foto: Paleczek

Das alte Leichenhaus sei 1958 mit einfachsten Mitteln gebaut worden. Es gab keine Toiletten, im Außenbereich standen die Trauernden bei schlechtem Wetter im Matsch. Deshalb fiel im Sommer 2017 die Entscheidung für den Neubau, im Frühjahr darauf begannen die Ausschreibungen, um zum 60-jährigen Jubiläum der Marienkirche im Oktober diesen Jahres fertig zu werden. Und das schafft die Gemeinde auch, sagt Paul. Der Bauabschnitt I mit Gebäude, Vorplatz und Außenbegrünung soll sogar schon bis Ende Juni fertig sein, wenn die Feuerwehr im Freien vor der Kirche zum Festgottesdienst anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums einlädt.

Im Zuge des Bauabschnitts I werden Gebäude und Vorplatz mit Begrünung fertiggestellt. Dann folgen ein Weg zum Friedhof und im kommenden Jahr der Abriss des alten Leichenhauses (im Hintergrund zu sehen). Foto: Paleczek
Im Zuge des Bauabschnitts I werden Gebäude und Vorplatz mit Begrünung fertiggestellt. Dann folgen ein Weg zum Friedhof und im kommenden Jahr der Abriss des alten Leichenhauses (im Hintergrund zu sehen). Foto: Paleczek

Im Sommer dann entsteht noch ein Weg zum Friedhof, damit die Trauerzüge nicht mehr über die Straße führen. Das alte Leichenhaus wird im kommenden Jahr abgerissen. Dann weichen dort zudem die Tujen, damit am Friedhof Platz wird für weitere Urnengräber, kündigt der Bürgermeister an. Die vorhandene Urnenwand bietet nicht mehr genügend Platz, Paul könnte sich Urnenerdgräber vorstellen. Außerdem sollen ein paar neue Parkplätze entstehen. Dafür werden einige der Birken auf der Grünfläche vor dem Friedhof weichen.

Ein paar der Birken vor dem Friedhof werden gefällt, um etwa drei bis fünf neue Parkplätze zu schaffen, sagt Paul. Und Elke Amberger ergänzt, dass ein Birkenhain sehr passend ist im Umgriff zu Begräbnisstätten, weil Birken zur Friedhofskultur gehören. Foto: Paleczek
Ein paar der Birken vor dem Friedhof werden gefällt, um etwa drei bis fünf neue Parkplätze zu schaffen, sagt Paul. Und Elke Amberger ergänzt, dass ein Birkenhain sehr passend ist im Umgriff zu Begräbnisstätten, weil Birken zur Friedhofskultur gehören. Foto: Paleczek

Aber natürlich nicht alle, ein Birkenhain passt sehr gut zur Friedhofskultur, sagt Gartenfachplanerin Elke Amberger, die die etwa 100 Quadratmeter großen Außenanlagen des neuen Leichenhauses konzipiert hat.

Dort wird in den kommenden Wochen unter anderem gepflastert. Alle Arbeiten an den Außenanlagen übernimmt der Bauhof, sagt Paul. Zum einen, um zu sparen, zum anderen sei es derzeit einfach schwierig, Baufirmen zu bekommen. Begrünt wird auch dort mit Pflanzen, die zur Friedhofskultur passen, kündigt Amberger an, etwa mit Säulen-Gingkos.

Neues Leichenhaus: Barrierefreiheit und Zentralität

Direkt neben der Kirche ist das Leichenhaus nun zentral nach vorne ausgerichtet, genau wie die Außenanlagen, erklärt die Planerin. Die komplette Anlage ist barrierefrei, außerdem gibt es ein Behinderten-WC.

Hell und licht soll es sein im neuen Leichenhaus. Deshalb gibt es hohe Fensterlinien, die viel Sonne ins Gebäude lassen. Auch eine Kühlanlage soll dort noch Platz finden, kündigt Bürgermeister Daniel Paul an. Foto: Paleczek
Hell und licht soll es sein im neuen Leichenhaus. Deshalb gibt es hohe Fensterlinien, die viel Sonne ins Gebäude lassen. Auch eine Kühlanlage soll dort noch Platz finden, kündigt Bürgermeister Daniel Paul an. Foto: Paleczek

Derzeit wird gepflastert und gefliest, die Treppenanlagen entstehen, die Beleuchtung wird angebraucht, und die Toilettenanlagen müssen noch fertiggestellt werden, sagt der Bürgermeister. Übernächste Woche kommt der Maler. Dann wird außen noch ein großes Kreuz angebracht. Das neue Friedhofsgebäude soll eine würdige Stätte sein auf dem letzten irdischen Weg. Auch dafür muss eine Gemeinde mal investieren, sagt Paul. Förderungen gibt es bei einem solchen Projekt nicht, die 300 000 Euro zahlt zu 100 Prozent die Kommune – die aber auch Spenden bekommen hat.

Er hat alle etwa 500 Weidinger Haushalte aufgerufen, etwas zu geben, berichtet der Bürgermeister, und es sind knapp 15 000 Euro zusammengekommen. Das freue ihn sehr und zeige, dass die Bevölkerung hinter dem Projekt stehe. Eine große Summe von 30 000 Euro hat zusätzlich der Frauenbund aus seinem Kochbuch-Verkauf-Erlös gegeben. „Das war natürlich ganz toll“, freut sich Paul. Er will übrigens auch noch eine Kühlanlage für etwa 10 000 Euro anschaffen, um für Sommer wie den vergangenen gerüstet zu sein.

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