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Verein

Der Garten – das eigene kleine Naturschutzgebiet

Kreisfachberaterin Renate Mühlbauer erklärte den OGV-Mitgliedern in Geigen, wie sie der Umwelt in ihrem eigenen Grün unter die Arme greifen können.

Reante Mühlbauer (v. l.), Regina Hausladen und Hans Eichstetter
Reante Mühlbauer (v. l.), Regina Hausladen und Hans Eichstetter Foto: fsh

Willmering. Vorsitzende Regina Hausladen konnte sich am Freitagabend über guten Besuch der Jahreshauptversammlung des OGV im Gasthaus Waldfrieden in Geigen freuen. Freuen konnten sich auch die Besucher, denn die Veranstaltung begann mit einem Essen Bratwürstel und Kraut, dass der Verein seinen Mitgliedern spendierte.

224 Mitglieder zählt der Verein zurzeit und hat eine grundsolide finanzielle Basis, wie der Kassenbericht aufzeigte. In ihrem Rückblick ließ Regina Hausladen das Jahr nochmals Revue passieren. Osterbrunnen, Weidenflechtkurs, Kinderaktion Gemüse aus eigenem Anbau (Zuckerschoten), geführte Wanderung zum Arbersee, Infoabend mit Rezepten und Kostproben zum letzten Jahresthema „Hülsenfrüchte, Wanderungen sowie der traditionelle Erntedankgottesdienst und die Teilnahme am Weihnachtsmarkt bei Pohl Gartenwelten waren nur einige der vielen Höhepunkte.

Bürgermeister dankte dem OGV

„Eine Riesenlatte von Aktivitäten“, bescheinigte Bürgermeister Hans Eichstetter dem Verein und bedankte sich besonders für die Bepflanzungen an den Ortseinfahrten, die der Verein jährlich übernimmt: „Das ist vom Verein der Garten- und Blumenfreunde eine tolle Leistung und das ist bestimmt nicht überall so, wie bei uns in Willmering.“ Dank sagte er auch für das schmücken des Osterbrunnens, was heuer noch vor Beginn des Umbaus Rathausvorplatz geschehen soll. Wie es 2018 dann ausschaut, konnte der Bürgermeister nicht sagen, hoffte aber, dass der Umbau bis dahin fertig ist. Eichstetter versprach, den Verein auch weiterhin die Unterstützung der Gemeinde zu. „Ihr seid ein sehr pflegeleichter Verein,“ so der Bürgermeister.

Die Vorsitzende gab dann das neue Jahresthema „Essbare Blüten“ bekannt und hatte dazu auch Infomaterial sowie für jeden eine Samenmischung von zwölf Sorten vorbereitet. „Der naturnahe Garten als Lebensraum“, war dann das Thema von Kreisfachberaterin Renate Mühlbauer. „Gärten prägen die Lebensqualität entscheidend und leisten einen wirkungsvollen Beitrag zur ökologischen Vernetzung im Siedlungsbereich von Dörfern“, sagte sie und betonte, dass jeder Gartenbesitzer dazu beitragen kann, der bedrohten Natur zu helfen; er kann sich sozusagen sein eigenes „Naturschutzgebiet“ im Kleinen schaffen.

Unsere Gärten würden ein nicht zu unterschätzendes Reservoir an Möglichkeiten darstellen. Es müsse nur richtig genutzt werden. Gärten seien als grünes Element im Wohnumfeld für viele Menschen die wichtigste Verbindung zur Natur. Naturnahe und erlebnisreiche Gärtenwürden eine immer größere Bedeutung angesichts des Artenschwundes erhalten, der auch im ländlichen Raum zu verzeichnen sei. „Gärten naturnah zu gestalten, erfordert aber unser Umdenken“, stellt die Kreisfachberaterin fest. Der naturnahe Garten solle Lebensraum für eine möglichst große Anzahl von Tier- und Pflanzenarten sein. Gärten könnten durch die Anlage von Hecken, Blumenwiesen, Feuchtbereichen, Totholzhaufen und Trockenstandorten in Form von Trockenmauern oder Lesesteinhaufen wertvolle Bestandteile in einem grünen Netz verschiedenster Lebensräume sein. Hecken würden Wind- und Sichtschutz gewähren. An den Blüten und Blättern lebe eine große Anzahl von Insekten. Die Früchte würden Vögeln und Kleinsäugern als Nahrung dienen. Vögel fänden Nistplätze und Schutz

Mühlbauer untermauerte ihre Forderungen auch anhand von Bildern und konkreten Zahlen. Eine Eberesche bietet zum Beispiel 63 Vogelarten Nahrung. Holunder 62, die Birke noch 32. Allein 75 Kilogramm Insekten und Insekteneier oder 150 000 Raupen vertilgt ein Meisenpaar pro Brutsaison. Eine Eiche biete über 200 Raupenarten die Möglichkeit, sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Die Birke noch für 87 Raupen.

Feuchtgebiete anlegen wo möglich

Unsere Landschaft sei früher reich gesegnet mit Feuchtgebieten gewesen. Große Teile davon seien trockengelegt worden und die dort lebende Tier- und Pflanzenwelt ist verschwunden. Nassstandorte in unserem Siedlungsraum würden immer mehr an Bedeutung als Lebensraum für die Flora und Fauna gewinnen. Wir sollten diese selten gewordenen Lebensräume, wie Teiche oder Sumpfbeete in unsere Gärten aufnehmen, wo immer es möglich sei. Blumenwiesen würden eine lebendige Alternative zu artenarmen Rasenflächen darstellen. Bienen, Wildbienen, Hummeln und zahlreiche weitere Insekten würden artenreiche blühende Flächen benötigen. Die oftmals kahlen Fassaden und Fronten großer Gebäude würden zum Anbringen von Nistmöglichkeiten für Vögel oder Fledermäuse hervorragende Möglichkeiten bieten. Zu beachten sei dabei, dass die Brutkästen an einer wind- und wettergeschützten Seite der Baulichkeiten befestigt werden. Auch die Begrünung von kahlen Hauswänden verbessert die Lebens- und Umweltverhältnisse.

Der Erhalt der Artenvielfalt zähle zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Der Mensch solle seine Verantwortung gegenüber der Natur erkennen und den nachfolgenden Generationen eine intakte Tier- und Pflanzenwelt hinterlassen. Besonders im eigenen Garten habe jeder die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten. (fsh)

Termine

  • Sonntag, 7. Mai:

    Exkursion in das Natur- und Vogelschutzgebiet Rötelseeweiher

  • Dienstag, 4. Juli:

    Infoabend mit Rezepten und Kostproben „Essbare Blüten

  • Freitag, 29. September:

    Erntedankgottesdienst und anschließende Erntedankfeier

  • Samstag, 28. Oktober:

    Blumenzwiebelpflanzaktion

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