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Er ist Hobby-Hergottschnitzer

Auf dem „Lösl-Hof“ hat das Handwerk Tradition. Auch die Max-Kolbe-Figur in der Harrlinger Kirche zeugt davon.

  • Rudi Attenberger, der „Lösl Rudi“, in seiner Hobby-Schnitzerwerkstatt Fotos: Stelzl
  • Max Kolbe in der Kirche in Harrling, geschnitzt vom „Lösl Rudi“ Foto: Rosi Stelzl

Zandt.Kommt man am „Lösl-Hof“, so der Hausname der Familie Attenberger, vorbei, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn überall zeugen geschnitzte Figuren, Kreuze, Uhren und vieles mehr – auch im Giebel unter dem Scheunendach grüßt der gekreuzigte Heiland herunter – vom Hobby der Familie. Besonders aber von der Leidenschaft des „Lösl Rudi“, der inzwischen die 80er Jahre schon überschritten hat.

Mit dem Schnitzen hat er mittlerweile aufgehört. Aber sein Sohn – auch er heißt Rudi – hat seinerseits schon so manch schönes Stück angefertigt, wie zum Beispiel im Hofraum vor der Haustür ein Bauernehepaar in lebensechter Größe, gemütlich auf der „Gredbänk“ sitzend!

Übernommen hat der Lösl Rudi seinerzeit das Hobby von seinem Vater August Attenberger, ihn deckt nun schon längst kühle Friedhofserde am Harrlinger Kirchhof zu.

Nach Vorlage geschnitzt

Auf dessen Grab findet man, wie könnte es anders sein, einen geschnitzten Sämann. Ein ganz besonderes Meisterstück aber ist dem Lösl Rudi gelungen, nämlich die Figur des Hl. Paters Maximilian Kolbe, die in der Harrlinger Kirche in einer Seitennische aufgestellt ist. „Die Figur ist ein Unikat, das es sonst nirgends auf der Welt gibt“, freut sich der Rudi.

„Der damalige Harrlinger Seelsorger Sebastian Berndl brachte mir eines Tages eine Vorlage, mit einem schwarz-weißen Bild von Max Kolbe mit der Bitte, ob ich ihn nicht schnitzen könnte.“ Er möchte ihn in der Kirche aufstellen, sagte er, denn er sei ja der Patron des Pfarrheimes, des Max Kolbe-Hauses.

Der polnische Priester Maximilian Kolbe hatte sein Leben für einen anderen Strafgefangenen, einen Familienvater namens Franz Gajownizek, im Konzentrationslager in Auschwitz hingegeben. Dieser Mann war noch dabei, als Pater Kolbe vor einigen Jahren heilig gesprochen wurde.

Im Winter in der Werkstatt

Lösl Rudi machte sich unverzüglich ans Werk, aber es dauerte noch einige Zeit, bis die Figur von Pater Kolbe schließlich fertig war. Nun prangt sie in einer Seitennische auf einem angekohlten Balken, der aus dem Kirchendach stammte, weil da einmal der Blitz eingeschlagen hatte, aber der Brand hatte Gott sei Dank nicht viel Schaden angerichtet. „Das Schnitzen war einfach sein ,ein und alles‘“‘, erzählt die Löslbäuerin, die Ida, „denn kaum waren im Herbst die Arbeiten auf den Feldern und in den Wiesen beendet, war er schon tags darauf und den ganzen Winter über in seiner Schnitzerwerkstatt anzutreffen!“ (kts)

Maximilian Kolbe

  • Harrling:

    Max Kolbe ist der Patron des Pfarrheims in Harrling, des Max- Kolbe-Hauses. Deshalb wollte der ehemalige Harrlinger Seelsorger Sebastian Berndl eine Figur von Kolbe in der Kirche aufstellen lassen. (kts)

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