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Triathlon

Auch Schwimmen will gelernt sein

Wir haben Georg Braun mit Coach Ernst Feuerer auf dem Weg zum Drachentriathlon zum Training nach Bad Kötzting begleitet.
Von Thomas Mühlbauer

Nachdem Georg Braun seine Technik verbessert hat, kann er schon 300 Meter durchkraulen. Fotos: Simon Tschannerl
Nachdem Georg Braun seine Technik verbessert hat, kann er schon 300 Meter durchkraulen. Fotos: Simon Tschannerl

Weiding.Georg Braun ist ein Hobbysportler, wie er im Buche steht – Radfahren, Laufen sind für ihn keine großen Herausforderungen mehr. Das meistert er mittlerweile genauso locker, wie Geschäftstelefonate oder Verhandlungen mit Lieferanten im eigenen Betrieb. Doch eine Sache gibt es, die den Kreishandwerksmeister regelmäßig ins Schwitzen bringt – das Schwimmen. Dumm nur, dass das Schwimmen zur ersten Disziplin im Drachentriathlon gehört, an dem Georg Braun am Sonntag, 1. September, teilnehmen möchte.

So war für den 53-Jährigen schnell klar, ohne eine professionelle Hilfe wird das nichts – denn dann wäre das Vorhaben Teilnahme am Drachentriathlon schon bei der ersten Disziplin dem „Untergang geweiht“. Doch Braun wurde mit Ernst Feuerer, einem Kenner seines Fachs, schnell fündig. War doch Feuerer bis zu seiner Pension im Jahre 2017 bei der Bundespolizei in Furth im Wald für die Schwimmausbildung zuständig. Des Weiteren ist der heute 62-Jährige beim Triathlonverein in Furth im Wald als Schwimmtrainer tätig.

Schwimm-Training für den Drachentriathlon

Georg Braun mit seinem Schwimmtrainer Ernst Feuerer. Fotos: Simon Tschannerl
Georg Braun mit seinem Schwimmtrainer Ernst Feuerer. Fotos: Simon Tschannerl

Feuerer findet dabei ehrliche Worte: „Georg Braun hat mich angesprochen, ob ich mir das vorstellen kann. Ich hab es mir dann mit ihm angeschaut und mir nach dem ersten Training gedacht – oh mei, wie willst du denn die 1500 Meter durchhalten?“ Denn Braun konnte nur noch Brustschwimmen, die Kraultechnik, die für eine lange Distanz zwingend notwendig ist, musste er erst wieder lernen. „Am Anfang war ich schon skeptisch, ob das was werden kann. Er konnte gerade so schwimmen, dass er sich über Wasser halten konnte“, erinnert sich Feuerer noch gut an die Anfänge zurück.

Triathlon

Georg Brauns olympische Triathlon-Pläne

Er ist Unternehmer und Kreishandwerksmeister – und leidenschaftlicher Sportler. Im Herbst will er zum Drachentriathlon.

Es wurde schnell besser

Der 53-Jährige hat allen Grund, sich über seine bisherigen Fortschritte zu freuen. Fotos: Simon Tschannerl
Der 53-Jährige hat allen Grund, sich über seine bisherigen Fortschritte zu freuen. Fotos: Simon Tschannerl

Doch der Kreishandwerksmeister zeigte großen Ehrgeiz und so verständigte man sich darauf, mindestens einmal in der Woche miteinander im AQACUR in Bad Kötzing zu trainieren. Dabei schildert Feuerer seine Eindrücke so, dass er Georg Braun zunächst eigenständig schwimmen ließ, um vom Beckenrand einzugreifen und Tipps zu geben. Denn klar ist, ein Meister ist noch nicht vom Himmel gefallen. Zunächst stand in vielen Einheiten das Techniktraining an, wie das Abschlagschwimmen. Vier Monate sind seit den Anfängen vergangen und Georg Braun macht dabei immer weitere Fortschritte. Doch der Weg bis zum Drachentriathlon ist noch weit und steinig.

„Am Start eines Triathlons geht es meist zu wie am Schlachtfeld.“

Ernst Feuerer, Schwimmtrainer von Georg Braun

Feuerer macht dabei deutlich: „Die Lernphase konnten wir mittlerweile verlassen, jetzt befinden wir uns in der Übungsphase und ich denke, dass wir ab Mitte April in die Trainingsphase einsteigen können.“ Aktuell schafft es Braun, 300 Meter kraulend am Stück zurückzulegen. Am 1. September sind aber 1500 Meter gefordert. Die Intensität muss ebenfalls noch ganz klar gesteigert werden: „Einmal Training reicht da nicht aus, in der Trainingsphase müssen wir dann drei bis vier Mal pro Woche trainieren.“

Georg Braun hat die Kraul-Technik von Grund auf neu gelernt. Fotos: Simon Tschannerl
Georg Braun hat die Kraul-Technik von Grund auf neu gelernt. Fotos: Simon Tschannerl

Geht es nach dem Trainer, soll Braun hier dann um die zwölf Kilometer pro Woche im Wasser zurücklegen. Momentan sind es nur zwei Kilometer pro Trainingseinheit. Denn beiden ist klar, das Schwimmen im Hallenbad und auf offenem Gewässer, wie dem Drachensee, ist in keinster Weise zu vergleichen. Zum einen gilt es, sich an die Kälte und die Qualität des Wassers zu gewöhnen. Zudem gilt es, vor allem die Distanz an einem Stück durchzuschwimmen, denn im Hallenbad kann man auch mal am Beckenrand durchschnaufen. Im See gilt dagegen der Grundsatz: eine Pause gibt es nicht. Und Feuerer kennt auch die Tücken eines Massenstartes im Wasser: „Da geht es zu wie am Schlachtfeld, hier ist es wichtig, sich gut zu orientieren.“

Der Schwimmtrainer

  • Trainer

    Trainiert wird Georg Braun von Ernst Feuerer. Der 62-Jährige war bis zu seiner Pensionierung bei der Bundespolizei in Furth im Wald tätig und war hier unter anderem für die Ausbildung im Schwimmen zuständig. Zudem vermittelt er das Schwimmen im Triathlonverein in Furth im Wald.

  • Schwimmen

    Einmal in der Woche zieht Georg Braun im AQACUR in Bad Kötzting seine Bahnen. Meist wird hier um die 90 bis 120 Minuten trainiert. Die Besprechung folgt dabei immer auf den Fuß. Je näher es zum Triathlon hingeht, wird die Intensität gesteigert und dann öfter trainiert.

Technik das A und O

Lange Tauchphasen nach der Wende gehören auch zum Training. Fotos: Simon Tschannerl
Lange Tauchphasen nach der Wende gehören auch zum Training. Fotos: Simon Tschannerl

Georg Braun selbst ist mit dem Status quo durchaus zufrieden, denn mit jedem Training wird es besser, allerdings mit jeder Trainingswoche rückt auch der große Tag immer näher. So arbeitet der Kreishandwerksmeister weiter sehr ehrgeizig an seinem großen Ziel. Doch gerade hier sieht Feuerer auch eines der größten Probleme: „Er ist manchmal zu ehrgeizig und will gleich zu lange Distanzen schwimmen, dabei vernachlässigt er dann immer wieder die Technik.“ So begleitet Ernst Feuerer seinen Schützling direkt am Beckenrand bei jeder Bahn. Auf der anderen Seite angekommen gibt es dann auch gleich die Besprechung, wo sich Braun unter anderem Sätze wie diesen anhören darf: „Schaust du auch auf deine Beine. Die Tauchphase war gut, aber du musst jeden Zug voll auskosten. Streck dich unter Wasser mehr und hol die Ellenbogen aus dem Wasser raus.“

Schwimmtrainer Ernst Feuerer Fotos: Simon Tschannerl
Schwimmtrainer Ernst Feuerer Fotos: Simon Tschannerl

Bis zum Drachentriathlon am 1. September muss Georg Braun auch noch die Drei-Zug-Technik komplett verinnerlichen, heißt: Es wird nur nach jedem dritten Zug geatmet, was den Vorteil hat, dass die Atmung zur Seite hin erfolgt und man sieht, wo sich der Gegner befindet, wie Feuerer erklärt. Bleibt eigentlich nur noch die Frage zu klären, was traut der Trainer seinem Schützling für eine Zeit im Wasser am 1. September zu? „Wenn er eine Zeit von circa 35 Minuten schwimmt, bin ich voll auf zufrieden. Denn man muss sich darüber im Klaren sein, je länger man im Wasser ist, desto schwieriger wird es.“

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