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Mit 1,68 Promille am Steuer erwischt

Die Polizei stoppte einen 47-Jährigen auf der B 20 bei Chammünster – nun musste sich der Mann vor Gericht verantworten.

Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr saß ein 47-Jähriger in Cham auf der Anklagebank. Symbolfoto: dpa
Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr saß ein 47-Jähriger in Cham auf der Anklagebank. Symbolfoto: dpa

Cham.„Ich stehe vor einem Scherbenhaufen!“ Diese Selbsteinschätzung verkündete ein 47-Jähriger aus einer Chamer Nachbargemeinde als Angeklagter vor Gericht. Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr war er auf die Anklagebank zitiert worden, weil er am 24. November 2016 um 22.35 Uhr auf der B 20 nahe der Abzweigung in das Gewerbegebiet Chammünster von der Polizei kontrolliert worden war – und festgestellt wurde, dass er 1,68 Promille Alkohol im Blut hatte.

Eine finanzielle Katastrophe

Dabei hätte der Angeklagte vorgewarnt sein müssen, denn im März 2013 war ihm das gleiche schon einmal passiert. Er hatte damals eine Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 30 Euro bezahlen müssen und hatte natürlich auch seinen Führerschein deswegen verloren. Dabei braucht er diesen sehr dringend, denn – so erklärte er nun vor Gericht – er sei Geschäftsführer und einziger Gesellschafter einer im Bauwesen tätigen Firma und habe in der letzten Zeit viel Geld in neue Maschinen investiert. Es sei für ihn schlichtweg eine Katastrophe, nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein. Diese wurde ihm aber bereits am 19. Dezember nach Vorliegen des Promille-Ergebnisses vorläufig entzogen.

Zu der Trunkenheitsfahrt sei es deswegen gekommen, so seine Schilderung, weil er an dem Tag zu Gast bei einem guten Bekannten in Cham-Janahof gewesen wäre und er dort so circa zehn Halbe Bier getrunken habe. Danach sei er mit dem Bekannten in Streit geraten, er habe sich ganz massiv über ihn geärgert und sei dann, Hals über Kopf und ohne lang nachzudenken, in sein Auto gestiegen und habe die Heimfahrt angetreten.

Eine Haarprobe als Beweis

Nach Entdeckung der Trunkenheitsfahrt habe er sich aber Gedanken über sein Alkoholproblem gemacht und sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Dann versicherte der Angeklagte, dass er seit dem 10. Dezember keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt habe und er auch in Zukunft keinen mehr trinken werde. Bereits in wenigen Tagen müsse er eine Haarprobe abliefern, welche mit Sicherheit seine Alkoholabstinenz bestätigen werde.

Der Staatsanwalt hielt dem Angeklagten sein freimütiges Geständnis zugute, dass er die Trunkenheitsfahrt nicht geplant habe und sich bereits intensiv auf die MPU-Prüfung vorbereite. Straferschwerend bewertete er aber, dass die Fahrt teilweise auf der B 20, einer sehr verkehrsreichen Strecke, durchgeführt wurde. Insgesamt hielt der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je 45 Euro für angebracht, daneben eine Führerscheinsperre von noch neun Monaten.

Der Verteidiger forderte eine Geldstrafe von deutlich unter 90 Tagessätzen und regte an, vom Fahrerlaubnisentzug die Klasse L auszunehmen, damit der Angeklagte wenigstens seine Baumaschinen fahren dürfe. Richter Andreas Lecker verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je 40 Euro und bestimmte die Führerscheinsperre auf noch neun Monate – ohne Ausnahmeregelung. (cog)

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