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Schwarzfahrer riskiert Gefängnis

Ein 23-Jähriger musste sein wiederholtes Fahren ohne Fahrerlaubnis als Angeklagter vor Gericht in Cham erklären.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Symbolfoto: dpa
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Symbolfoto: dpa

Cham.Mit Leichtsinn und Gruppenzwang, aber auch mit angeblich schweren Depressionen versuchte ein 23-jähriger Handwerker aus einer Chamer Nachbargemeinde sein wiederholtes Fahren ohne Fahrerlaubnis als Angeklagter vor Gericht zu entschuldigen. Der Mann hatte zwar mal einen Führerschein besessen, doch den hat er bereits im August 2013 durch Verfügung der Zulassungsbehörde wieder verloren, weil er zu viele Punkte in der „Verkehrssünderkartei“ in Flensburg angehäuft hatte.

Gefahren ist der Mann trotzdem, wurde immer wieder dabei erwischt – und ab dem Jahr 2013 wurde er viermal – jährlich einmal – zu Geldstrafen und Jugendarrest, verbunden mit monatelangem Fahrverbot, verurteilt. Jetzt musste er erneut auf der Anklagebank vor Richter Andreas Lecker Platz nehmen, weil er wieder in vier Fällen beim Schwarzfahren ertappt worden war. Drei der Fahrten vollführte er zwar nur auf Parkplätzen von Supermärkten oder im Chamer Parkdeck am Floßhafen, aber einmal führte seine Fahrtstrecke vom Chamer Krankenhaus in Richtung Chammünster.

Vermieterin wusste nichts

Der Ehemann seiner Vermieterin war mit seinem Auto ins Krankenhaus gefahren und musste dort wider Erwarten stationär aufgenommen werden. Deshalb bat die Vermieterin den Angeklagten, mit ihr und in ihrem Auto zum Krankenhaus zu fahren, damit er von dort den Wagen ihres Mannes heimfahren würde. Die Frau hatte natürlich keine Ahnung, dass ihr Mieter nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war – und der Mann verschwieg dieses Manko schamhaft.

Staatsanwalt Herbst zeigte sich erstaunt darüber, dass der Angeklagte mit seinem angegebenen 400-Euro-Azubi-Monatslohn, wovon er schon 250 Euro Miete zahlen müsse, sich einen Wagen gekauft hatte, obwohl er keinen Führerschein besaß. Das Auto habe er nur für die Freundin erworben, erklärte er, und diese sollte es auch allein fahren. Noch mehr aber wunderte sich der Staatsanwalt über die Verhaltensweise des Angeklagten, dessen Weg damit „schnurstracks ins Gefängnis führen werde“. Eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten beantragte deshalb der Staatsanwalt für die vier neuerlichen Schwarzfahrten.

Bewährungshelfer bestellt

Bei der Frage nach einer Strafaussetzung zur Bewährung tue er sich sehr schwer, bekannte der Staatsanwalt, beantragte aber dann doch „unter Zurückstellung aller Bedenken“ und weil der Angeklagte die Grundregeln zur Teilnahme am Straßenverkehr beständig missachtete, die Strafe nochmals zur Bewährung auszusetzen.

Im Wesentlichen hielt sich am Ende auch Richter Andreas Lecker in seinem Urteil an diesen Antrag. Er verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Auf die Dauer von zwei Jahren wurde ihm auch ein Bewährungshelfer bestellt, innerhalb einer Sperrfrist von einem Jahr kann er keinen Führerschein erwerben und als Bewährungsauflage muss er 400 Euro in die Staatskasse bezahlen. (cog)

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