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Tritte ins Gesicht — aber keine Aussage

Zwei junge Männer mussten sich nach einer Schlägerei vor einer Disco in Bad Kötzting vor Gericht verantworten.

Zwei Männer mussten sich vor Gericht verantworten. Symbolfoto: dpa
Zwei Männer mussten sich vor Gericht verantworten. Symbolfoto: dpa

Cham.Auf der Anklagebank des Jugendschöffengerichts Cham saßen ein 20-Jähriger und sein Freund, ein 19-Jähriger, beide aus dem Landkreis Viechtach. Die Staatsanwaltschaft Regensburg legt ihnen ein Vergehen der gefährlichen Körperverletzung zur Last. Laut Anklageschrift schlug der 19-Jährige am 11. September gegen 4 Uhr einem 22-Jährigen aus Eschlkam nach einer vorangegangenen verbalen Auseinandersetzung zunächst mit der Faust in den Bauch und ins Gesicht und nahm ihn dann in den Schwitzkasten. Auch sein Freund schlug dem Eschlkamer mindestens zweimal mit der Faust ins Gesicht. Dann schlugen beide gemeinsam auf ihn ein, bis er zu Boden ging. Mit voller Wucht trat nun der 19-Jährige zweimal mit dem Fuß in das Gesicht des Mannes und den Brustkorb.

Der Geschädigte erlitt durch diese Misshandlung eine Fraktur der siebten Rippe, eine Schädelprellung, eine Platzwunde an der rechten Augenbraue, eine Halswirbel-Distorsion sowie zahlreiche Blutergüsse. Er musste im Krankenhaus behandelt werden und war einige Tage arbeitsunfähig krankgeschrieben. Vor dem Jugendschöffengericht ließen die Angeklagten durch ihre Verteidiger lediglich erklären, dass sie die Tat bestreiten. Ansonsten machten sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Im Laufe der Beweisaufnahme und durch Zeugenvernehmungen kristallisierte sich der ungefähre Tatverlauf heraus.

Es handelte sich um zwei Gruppen von vier bzw. drei jungen Leuten, die zuvor in einer Bad Kötztinger Disco waren und gegen vier Uhr noch ein in der Nähe liegendes anderes Lokal aufsuchen wollten. Als sich die beiden Gruppen auf der Straße begegneten, soll aus einer eine Beleidigung in Richtung der anderen gerufen worden sein. Dies war offenbar Anlass genug, dass man sich zuerst angeschrien und dann in der laut Anklageschrift beschriebenen Weise attackiert hat.

Zwei der Zeugen waren sich absolut sicher, dass der 19-Jährige mit Füßen auf den bereits am Boden liegenden Eschlkamer eingetreten hat. Natürlich hatte das Gericht auch den Verletzten als Hauptzeugen geladen. Doch dieser ist nicht erschienen und hat erst kurz vor dem Gerichtstermin mitgeteilt, dass er genau an diesem Tag eine wichtige berufliche Prüfung vor sich hat.

Ohne diesen wichtigsten Zeugen wollte das Gericht keine Entscheidung treffen. Deshalb vertagte der vorsitzende Richter Andreas Lecker die Hauptverhandlung auf Donnerstag, 23. März, 11.30 Uhr. Gleichzeitig stellte Staatsanwältin Costa als weiteren Beweisantrag, einen medizinischen Sachverständigen zu laden – zum Beweis dafür, dass die Tritte ins Gesicht des Verletzten eine lebensgefährliche Behandlung im Sinne des Strafgesetzbuches darstellen. (cog)

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