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Ausbildung

Einsatz ohne Funk und Handy

Die Frühjahrsgemeinschaftsübung im Kreisbrandmeister-Bereich Miltach fand dieses Jahr in Lederdorn statt.

Bernd Hatzinger erläuterte die Hintergründe zur Erarbeitung des Einsatzkonzepts. Foto: kff
Bernd Hatzinger erläuterte die Hintergründe zur Erarbeitung des Einsatzkonzepts. Foto: kff

Chamerau.Eine Übung etwas anderer Art fand am vergangenen Donnerstagabend in Lederdorn statt. Das Löschen von Bränden, Verkehrsunfälle und weitere technische Hilfeleistungen gehören zu den häufigsten Aufgaben der Feuerwehren und hierbei ist viel technisches Gerät im Einsatz. Dass jedoch oftmals einfache Mittel schon ausreichend sind, das bewies die Frühjahrs-Gemeinschaftsübung im Kreisbrandmeisterbereich Miltach, welche von der Feuerwehr Lederdorn ausgerichtet wurde.

Eine angenommene Unwetterlage im Gemeindebereich Lederdorn mit vielen Einsätzen bewog die Verantwortlichen dazu, eine örtliche Führungsstelle, quasi eine kleine Leitstelle, im Feuerwehrgerätehaus einzurichten. Alle zwölf Feuerwehren aus dem KBM-Bereich Miltach nahmen mit je einem Fahrzeug an der Übung teil und erhielten von Kameraden der FF Lederdorn fiktive Einsatzstellen zugewiesen. Diese mussten teilweise über Koordinaten, teilweise über Adressen angefahren werden. So übten die Mannschaften nicht nur dem Umgang mit dem vorhandenen Kartenmaterial, auch die Maschinisten konnten Routine beim Umgang mit den Einsatzfahrzeugen zu teilweise unbekannten Örtlichkeiten sammeln und die Fahrzeuge wurden ebenfalls bewegt.

Da in Lederdorn teilweise kein Handyempfang möglich ist, mussten die Übungsteilnehmer alleinig mit den vorhandenen Karten auskommen und konnten sich nicht per Handy-Navigation ihren Zielort suchen. Kreisbrandmeister Alexander Beier und der Fachberater für Sonderaufgaben, Bernd Hatzinger, verfolgten das Übungsgeschehen aufmerksam. Nur wenige Funksprüche wurden abgesetzt und die Gruppenführer der einzelnen Fahrzeuge kehrten rasch wieder zurück.

Übung mit neuem Konzept

Sie meldeten der Einsatzleitung, dass sie die gewünschten Koordinaten beziehungsweise die gewünschte Adresse erreicht hatten und welches Objekt – beispielsweise eine Biogasanlage, eine Firma oder ähnliches – sie dort vorgefunden hatten. Das von Bernd Hatzinger ausgearbeitete Konzept der örtlichen Führungsstelle, welches zur schnellen Einrichtung einer provisorischen Einsatzleitung dienen soll, ist denkbar einfach. Mit Dispositionszetteln, auf denen Einsätze erfasst werden und den einzelnen Fahrzeugen ausgehändigt werden, können nur drei Mann innerhalb weniger Minuten ein sehr hohes Einsatzaufkommen – welches besonders bei Unwetterereignissen oftmals auftritt – bewältigen. Offene, in Arbeit befindliche und erledigte Einsätze werden einfach auf drei Stapeln abgelegt. So ist auch innerhalb kürzester Zeit eine Gesamtübersicht über die aktuelle Schadenslage, beispielsweise für eine Lagebesprechung mit Führungskräften oder dem Landrat, möglich. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten die zwölf Feuerwehren insgesamt 47 Einsatzstellen abgearbeitet, und das ohne große technische Hilfsmittel und vor allem ohne allzu großen Aufwand in der örtlichen Führungsstelle.

Der Kommandant der Feuerwehr Lederdorn, Matthias Klein, dankte seinem Stellvertreter Josef Weißthanner für die Vorbereitung der Übung. Dass eine solche Anzahl an Einsätzen durchaus realistisch ist, hatten er und seine Aktiven erst im Juni 2016 selber erfahren, als Lederdorn innerhalb kürzester Zeit von massiven Wassermassen heimgesucht wurde.

Vieles in kurzer Zeit

Für Fachberater Bernd Hatzinger ist die Herausforderung klar die Bewältigung von vielen Aufträgen innerhalb kurzer Zeit und die zugehörige schnelle Organisation. Hier kann beispielsweise schon das Abkürzen von einem Keller unter Wasser mit „KuW“ dienlich sein. Kreisbrandmeister Alexander Beier hatte diese eher kleine Übung bereits im Hinblick auf die Großübung „Roter Eber“ angekündigt und konnte abschließend einen vollen Übungserfolg feststellen.

Kreisbrandinspektor Andreas Bergbauer dankte seinerseits für diese ganz andere Art und Weise der Übung. Bei einer punktuellen Lage hat sich schon in der Vergangenheit eine solche Führungsstelle bewährt und vor allem der Einsatzbeginn sei dabei entscheidend. (kff)

Bürgermeister Stefan Baumgartner dankte den Organisatoren und Teilnehmern. Auch er blickte zwei Jahre zurück, als rund 70 Einsätze innerhalb weniger Minuten bei den Einsatzkräften gemeldet wurden. Er verwies auf die Wichtigkeit der Ortskunde. Kreisbrandmeister Beier bat die Übungsteilnehmer, das vorhandene Kartenmaterial zu überprüfen. (kff)

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