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Politik

Kaniber beschwört Bayerns Lebensgefühl

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber stellte als Hauptrednerin beim Nanzinger Kirta die Heimat in den Mittelpunkt.
Von Hans Schmelber

Über das weiß-blaue Lebensgefühl, Heimat und die Ziele der CSU-Staatsregierung sprach Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber im Festzelt beim Nanzinger Kirta. Fotos: fsh
Über das weiß-blaue Lebensgefühl, Heimat und die Ziele der CSU-Staatsregierung sprach Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber im Festzelt beim Nanzinger Kirta. Fotos: fsh

Schorndorf.Pünktlich um zehn Uhr kam am Sonntagvormittag in Nanzing die Sonne hervor, sah aber noch keine Staatsministerin. Die saß irgendwo im Stau fest. Dann aber kam die Sonne doch noch einmal etwas später in Person von Staatsministerin Michaela Kaniber, die von allen mit viel Beifall empfangen wurde. Gleich nach der Sonntags-Messe, die vor der Dorfkapelle stattfand und die von Ruhestandspfarrer Josef Schmaderer zelebriert wurde, war das Festzelt fast schon fast bis auf den letzten Platz besetzt. Jede Menge Ehrengäste vor allem aus der Politik begrüßte nach dem Eintreffen der Ministerin Max Scheuerer, Kommandant der Feuerwehr Obertraubenbach als Veranstalter des Kirta.

Bürgermeister Max Schmaderer erklärte der Ministerin in seiner Begrüßung. „Sie sind in einer wunderbaren Gemeinde angekommen, bei uns ist die Welt noch in Ordnung, uns geht’s gut, wir haben keine Kindergartengebühren, keine Straßenausbausatzung und die Gemeinde ist schuldenfrei“.

„Der Nanzinger Kirta ist ein gelebtes Beispiel für das Ehrenamt“, stellte CSU-Ortsvorsitzender Wolfgang Zajac fest und nannte die Feuerwehr ein Paradebeispiel. MdL Dr. Gerhard Hopp begrüßte Michaela Kaniber als seine Nachbarin in zwei Ausschüssen.

Die Rede der neuen Landwirtschaftsministerin stand ganz unter dem Motto „Was macht unsere Heimat eigentlich aus“. Und gleich zu Beginn verkündete sie auch im Hinblick auf den Gottesdienst, dass es keinesfalls schadet, einen geistlichen Segen zu bekommen. Das schadet auch der CSU nicht“, stellte sie noch fest. Genau solche Feste wie hier in Nanzing machen das weiß-blaue Geschehen aus und bringen Lebensgefühl.

Bürgermeister Max Schmaderer überreichte Michaela Kaniber ein kleines holzgeschnitztes Edelweiß. Fotos: fsh
Bürgermeister Max Schmaderer überreichte Michaela Kaniber ein kleines holzgeschnitztes Edelweiß. Fotos: fsh

Kaniber sprach sich für einen fairen Umgang mit den Bauern aus. Es könne doch nicht sein, dass Mineralwasser teurer als Milch ist. Oder, dass ein Kilogramm Tierfutter mehr kostet, als ein Kilogramm Schnitzel. Mit Fairness und Respekt vor dem anderen sei das wenig vereinbar. Kaniber will auch, dass Schluss ist mit dem Generalverdacht bei der Landwirtschaft, den permanenten Anschuldigungen, der Billigmeierei. „Wir brauchen wieder mehr Respekt vor der Arbeit, die in den bäuerlichen Familien geleistet wird.“

Rund um den Auftritt

  • Überzeugung:

    Michaela Kaniber, die frei, fließend und voller Überzeugung gesprochen hatte, bekam viel Beifall für ihre Rede.

  • Eintrag:

    Die Landwirtschaftsministerin trug sich nach ihrem Auftritt im Festzelt noch ins Goldene Buch der Gemeinde Schorndorf ein und erhielt als ein Präsent eine Kiste mit regionalen Produkten.

Dass die neue Regierung unter Ministerpräsident Söder Gas gebe, dürfte niemandem entgangen sein. Die Rückkehr von Marcel Huber auf den Chefsessel im Umweltministerium sei auch ein starkes Signal an die Landwirtschaft gewesen. In Sachen Wolf sei ein für die Schäfer, Almbauern und Weidetierhalter guter Weg gefunden worden. Auch bei der Düngeverordnung wolle man keine weiteren Verschärfungen.

Sie versicherte den Landwirten auch, dass man sie in der Dürre 2018 nicht alleine lassen werde und die Mehrkosten für Grundfutter zur Hälfte, maximal bis zu 50 000 Euro pro Betrieb ausgleiche. Es werde eine 200 Millionen Euro schwere Waldumbauoffensive geben. 200.000 Hektar vom Klimawandel bedrohte Wälder sollen zu Mischwäldern umgebaut werden.

„Ja“, betonte die Ministerin, „wir gestalten Heimat“. Und wo beginnt Heimat – zuhause in der Familie. Kaniber nannte Familiengeld, Elterngeld, Landespflegegeld, Baukindergeld auf – rund 3,9 Milliarden Euro gehen 2018 in die Familienpolitik.

Die Landwirtschaftsministerin kam auch auf das Thema Asyl und Migration zu sprechen. Wer hier her kommt und wirklich Hilfe benötigt, der soll sie in Bayern bekommen – wenn er sich an Recht und Ordnung hält. „Alle Stämme, alle Angestammten und Wahl-Bayern eint ein weiß-blaues Lebensgefühl“, sagte sie abschließend. Leben und leben lassen, unsere sprichwörtliche Liberalität – das ist Bayerns Botschaft in die Welt.“ (fsh)

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