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Politik

Kötztinger wählen mehrheitlich per Brief

Seit Jahren steigt die Zahl der Briefwähler. In der Stadt hat fast die Hälfte ihre Stimme bereits abgegeben.
Von Stefan Weber

Ein Bild, das sich immer mehr Wahlhelfern zeigt: Briefwahl-Unterlagen statt Stimmzetteln in den Urnen. Foto: dpa
Ein Bild, das sich immer mehr Wahlhelfern zeigt: Briefwahl-Unterlagen statt Stimmzetteln in den Urnen. Foto: dpa

Bad Kötzting.Der Stapel im Rücken von Michael Pielmeier im Büro des Einwohnermeldeamtes im Rathaus ist deutlich geschrumpft in den vergangenen Tagen. Hier lagern die rosafarbenen Umschläge für die Briefwahl zur Landtagswahl am 14. Oktober. 1887solcher Umschläge haben das Büro in den vergangenen Tagen bereits verlassen. „Ich gehe davon aus, dass es zum Schluss zwischen 2200 und 2300 Bürger sein werden, die sich Briefwahlunterlagen holen“, sagt Pielmeier. Er spricht aus Erfahrung, schließlich können sich die Bad Kötztinger bei jeder Wahl ihre Briefahlunterlagen bei ihm abholen. Oder sie schreiben, dass sie verschickt werden sollen.

Handy: Noch schneller: QR-Code auf Wahlbenachrichtigungs-Karte einlesen, Unterlagen werden versendet. Foto: dpa
Handy: Noch schneller: QR-Code auf Wahlbenachrichtigungs-Karte einlesen, Unterlagen werden versendet. Foto: dpa

Dabei müsse der Betrieb – bei Pielmeier sind auch das Passamt, das Sozial- und das Gewerbeamt mit angesiedelt – weiterlaufen. Anhand der vorangegangenen Landtagswahlen kann er belegen, wie sich die Anzahl der Briefwähler entwickelt hat. Bei der Abstimmung zum Landtag 2008 seien es 1300Briefwähler gewesen, fünf Jahre später dann 1750. Viele gäben bei ihm an – obwohl es seit Jahren nicht mehr Pflicht ist, eine Briefwahl zu begründen –, dass sie bei ihrer Abstimmung mehr Zeit bräuchten als in der Wahlkabine möglich sei, um sich zu entscheiden. Die meisten Unterlagen würden übrigens bereits gleich in den ersten Tagen, nachdem die Wahlkarten verschickt wurden, abgeholt, sagt Pielmeier. „Am dritten Tag waren es die meisten“, erinnert er sich.

6000 Wahlberechtigte gibt es

Rund 6000 Wahlberechtigte gebe es in der Stadt. Wenn die Wahlbeteiligung am 14. Oktober ähnlich hoch liege wie bei der vorangegangenen Landtagswahl, dann würden die prognostizierten gut 2200 Briefwähler über die Hälfte aller abgegebenen Stimmen ausmachen, rechnet Pielmeier vor. Lange Wartezeiten vermeiden er und Wahlleiter Karl-Heinz Lummer, geschäftsführender Beamter der Stadt, übrigens durch Teamwork. Rund 2000 Briefwahl-Unterlagen ließen sie schon vor dem Verschicken der Wahlkarten eintüten – und zwar von vielen Mitarbeitern im Rathaus, quer über alle Abteilungen hinweg. „Dann ist die Arbeit in einem Tag erledigt“, weiß Pielmeier.

Zukunft: Noch nicht möglich ist die Wahl übers Internet. Der Wahlomat hilft lediglich bei der Entscheidung. Foto: dpa
Zukunft: Noch nicht möglich ist die Wahl übers Internet. Der Wahlomat hilft lediglich bei der Entscheidung. Foto: dpa

Die Zahl der Briefwähler beeinflusst übrigens direkt die Zahl der Wahllokale. Wie Lummer erklärt, gibt es ein Problem damit, die Geheimhaltung zu garantieren, wenn weniger als 50 Stimmen in einem Wahllokal abgegeben werden. Aus diesem Grund wurden vor Jahren bereits die Wahllokale in Weißenregen und Arndorf gestrichen.

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Derzeit gebe es noch neun in der Stadt, zwei davon im Hotel zur Post. Im Gegenzug müsse die Zahl der Briefwahl-Bezirke aber angehoben werden. Drei sind es bei dieser Wahl. Das bedeutet rund 700 Stimmzettel pro Bezirk – im Wahllokal kommen dagegen rein statistisch gerade einmal gut 200Wähler ihre Stimmen ab.

Online: Die Briefwahl-Unterlagen können auch über die Website der Stadt geordert werden.
Online: Die Briefwahl-Unterlagen können auch über die Website der Stadt geordert werden.

Dabei sind in jedem Bezirk – egal ob Wahllokal oder Briefwahl – ein Vorstand, sein Stellvertreter, ein Schriftführer und drei bis vier Beisitzer am Wahltag beschäftigt. Insgesamt zwischen 70 und 80 Personen, wie Lummer erklärt. Die Wahlhelfer werden von der Stadt bestimmt – ein Amt, für dessen Ablehnung triftige Gründe vorgebracht werden müssen. Für die Helfer beim Auszählen der Briefwahl beginne der Tag allerdings etwas später als in den Wahllokalen. Am späten Nachmittag werden die rosafarbenen Umschläge geöffnet und die Stimmzettel in die Wahlurnen geworfen. Wie die Kollegen in den Lokalen öffnen die Briefwahl-Helfer die Umschläge mit den Stimmzetteln dann um 18 Uhr.

Ein Viertel beantragt online

Auch wenn die Zahl der Briefwähler immer weiter steigt: Lange Schlangen bilden sich vor dem Einwohnermeldeamt nicht mehr. Denn die Unterlagen können entweder online über die Homepage der Stadt oder via QR-Code auf der Wahlkarte beantragt werden. „Bestimmt ein Viertel beantragt die Unterlagen schon online“, Tendenz steigend, sagt Michael Pielmeier. Für ihn eine gut Sache, denn dann können die rosa Umschläge verschickt werden, wenn Zeit dazu ist. Wie sich die Briefwählerzahl weiter entwickelt, kann er bereits im Mai weiterverfolgen, bei der Europawahl.

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