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Tradition

Leonhardiritt am Ostermontag in Furth

Bei der Pferdeprozession werden dieses Jahr wieder rund 350 prächtig geschmückte Pferde mit Reiter und Kutschen teilnehmen.

Am Ostersonntag ist wieder Leonhardiritt in Furth im Wald. Foto: Fischer
Am Ostersonntag ist wieder Leonhardiritt in Furth im Wald. Foto: Fischer

Furth im Wald.Jedes Jahr am Vormittag des Ostermontags findet in Furth im Wald der traditionelle Leonhardi-Ritt statt. Es handelt sich um eine über 265 Jahre alte Pferde- und Reiterprozession zu Ehren des heiligen Leonhard, an dem Jahr für Jahr um die 350 prächtig geschmückte Pferde mit Reiter und Kutschen teilnehmen. Heuer ist am Ostermontag, 22. April, um 9.45 Uhr Beginn der Pferdeprozession.

Die Pferdebesitzer des Oberen Bayerischen Waldes reiten zur Leonhardi-Kapelle von Furth im Wald, um ein Gelöbnis aus der Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges zu erfüllen, als 1742 der ganze Further Winkel von einer Viehseuche heimgesucht wurde und nahezu den ganzen Viehbestand der Bauern dahinraffte.

Jährlicher Umritt seit 1931

Ein Brief an den Bischof von Regensburg vom 3. Mai 1750 bezeugt, dass die gesamte Bürgerschaft den Bischof um die Erlaubnis bat, eine Leonhardikapelle (ein Kircherl) an der Hauptstraße bauen zu dürfen. Man nimmt an, dass die damaligen Viehseuchen von Reitertruppen des Pandurenoberst von Trenck eingeschleppt wurden, die während des österreichischen Erbfolgekrieges (1742) die Gegend heimsuchten. Das Kircherl zu Ehren des hl. Leonhard wurde schließlich 1751 auf dem Bayplatz erbaut, die Erlaubnis zur Messlesung wurde aber erst nach mehrmaligem Bitten im Jahre 1786 erteilt.

Das war der Further Leonhardiritt 2018

Bis zur Verlegung des Leonhardi-Kircherls im Jahre 1930 gab es in der Grenzstadt keinen organisierten Leonhardi-Ritt. Üblich war bis dahin, dass Bauern und Pferdebesitzer vor dem Taganläuten mit ihren Tieren das Kircherl umritten.

Seit Fertigstellung des neuen Leonhardi-Kircherls im Jahre 1931 findet alle Jahre ein organisierter Umritt statt, der jedes Jahr ein Höhepunkt der Stadt Furth im Wald und der Pfarrgemeinde „Mariä Himmelfahrt“ ist.

Die Teilnehmer kommen seitdem aus Ortschaften im weiten Umkreis. Sie stellen sich mit ihren Pferden auf der Festwiese auf und reiten durch die Straßen der Stadt. Begleitet werden sie von Musikkapellen, Kreuz- und Fahnenträgern, Kutschen und Truhenwagen aus der Stadt und den Nachbarorten, besetzt mit der hohen Geistlichkeit und Vertretern der Stadt- und Kirchenverwaltung. Zu den Höhepunkten zählt neben dem Umritt um das Leonhardi-Kircherl die anschließende Feldmesse auf dem Stadtplatz. Zum Abschluss werden die Pferde gesegnet und die geweihten Leonhardi-Brote verteilt.

Ostermontag statt Anfang November

Warum der Further Leonhardi-Ritt nicht, wie üblich, am Leonhardstag Anfang November stattfindet, sondern jeweils am Ostermontag, kann nicht endgültig geklärt werden. Es wird angenommen, dass er der Tradition der Osterritte entstammt.

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