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Lieferanten spenden für die Tafeln

Die Wirte aus dem Landkreis Cham setzen sich dafür ein, dass übrige Lebensmittel bedürftigen Bürgern zugutekommen.
Von Evi Paleczek

Freuten sich über die Lebensmittel für die Tafeln: Andrea Schönberger, Leiterin der Lebensmittelausgabe „Gestriges Brot“ in Furth, Andreas und Florian Brunner vom Brunnerhof, Christian Philipps von der gleichnamigen Waldmünchner Bäckerei, Manuela Heizler, Heizler Gastronomie, sowie Josef Weindl und Max Gruber von der Chamer Tafel (von links). Foto: Heizler
Freuten sich über die Lebensmittel für die Tafeln: Andrea Schönberger, Leiterin der Lebensmittelausgabe „Gestriges Brot“ in Furth, Andreas und Florian Brunner vom Brunnerhof, Christian Philipps von der gleichnamigen Waldmünchner Bäckerei, Manuela Heizler, Heizler Gastronomie, sowie Josef Weindl und Max Gruber von der Chamer Tafel (von links). Foto: Heizler

Arnschwang.Das ganze Jahr über freuen sich die Gastronomen über Gäste, jetzt können sie sich der Bevölkerung gegenüber solidarisch zeigen und etwas zurückgeben. Das ist die Intention, die hinter der Übergabe von dreieinhalb Containern an Lebensmitteln am Donnerstagvormittag im Brunnerhof steckte, erklärte Inhaber Andreas Brunner.

Bevor die Gastro-Lieferanten auf ihren Frischwaren sitzenbleiben, sollen sie sie spenden, meinte der Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA). Zusammen mit weiteren Vertretern der Gastronomie im Landkreis hat er sich deshalb darum bemüht, Waren für die Tafeln in der Gegend zu bekommen. Und das war gar nicht so einfach, teilte Brunner mit. Die Groß-Lieferanten sitzen nicht im Landkreis, und in den Städten, in denen sie zuhause sind, fragen ebenfalls Einrichtungen für Bedürftige an. Der Arnschwanger ist deshalb dankbar, dass der Gastronomie-Großhandel Innstolz Frischdienst aus Deggendorf und der Frischdienst Milchunion aus Weiden nun auch einmal in den Landkreis geliefert haben.

600 Kilo Pommes Frites

Er habe die Idee, die Tafeln im Landkreis mit diesen Waren zu unterstützen, ans Landratsamt herangetragen, berichtete Brunner. Und Franz Löffler habe das sofort unterstützt. Die aktuellen Waren, darunter zum Beispiel 600 Kilogramm Pommes frites, gehen an die Tafel in Cham und die Lebensmittelausgaben der Malteser in Furth im Wald und Waldmünchen. Und man werde dran bleiben und versuchen, diesen Weg fortzuführen, kündigte der Hotelier an. Die Chamer Gastronomen würden weiter Kontakt zu den entsprechenden Firmen suchen.

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Beteiligt an der Aktion ist zudem das Netzwerk LandGenuss Bayerwald, teilte Brunner mit. Bei der Übergabe am Donnerstag hat etwa auch der Waldmünchner Bäcker Christian Philipps zwei Kisten Brote gebracht. Schon im Lauf des Donnerstags wurde die nächste Lieferung erwartet, kommende Woche werden mehrere LandGenuss-Betriebe regionale Produkte spenden; am Montag etwa komme eine Honig-Lieferung. Florian Brunner, Koch im Brunnerhof, sichte die Anlieferungen, ordne und verteile sie und lagere sie bis zur Abholung ein.

Betten für tschechische Arbeitnehmer

Der DEHOGA-Kreisverband begleite derzeit auch viele weitere Projekte im Landkreis, informierte Brunner. Gerade gehe es unter anderem darum, Übernachtungsmöglichkeiten für die tschechischen Mitarbeiter der Industriebetriebe zu finden. Neun Betriebe im Landkreis stellten derzeit Betten zur Verfügung, es handle sich vor allem um Ferienwohnungen und die kleineren Häuser wie Gaststätten und Pensionen. Die Unterkünfte müssten ja bezahlbar sein, erklärte der Hotelier.

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Über den Preis müssten Vermieter und Betriebe jeweils individuell verhandeln, da gebe es keine Vorgaben. Das werde der Markt regeln. Wenn Unternehmen Unterkünfte bräuchten, könnten sie sich bei der IHK melden, dort liefen diese Angebote zusammen, es finde ein ständiger Austausch statt.

Ständig neue Fragen

Es gebe auch in Bezug auf die Gastronomie gerade fast jede Stunde neue Themen, so sei er fast jede Stunde in Kontakt mit Banken oder dem DEHOGA Bayern, um die Fragen, die die Gastronomen an ihn als Kreisvorsitzenden herantragen, weiterzugeben sowie Verbindungen herzustellen, teilte Brunner mit. Von den Kreditinstituten fordert er, die Gastronomie-Betriebe so zu unterstützen, dass sie die kommenden zwei/ drei Monate überstehen. Man müsse nun zwar von Tag zu Tag denken, doch am 3. April werde das Öffnungsverbot wohl noch nicht zu Ende gehen.

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Eine Insolvenz im Gaststätten-Gewerbe sei ihm aktuell noch nicht bekannt, sagte der Hotelier. Und das wolle der Verband auch mit allen Mitteln verhindern. Er sei täglich in Kontakt mit der Politik, und der Landrat mache gerade einen tollen Job, meinte Brunner. Er ziehe seinen Hut davor, für was Löffler sich derzeit alles hergebe. Er gebe gerade in allen Bereichen im Landkreis die Richtung vor und stelle immer schnell Kontakte her.

Verzweifelte Anrufe

Für die kleine Ebene der Gastronomen im Landkreis könne er Anlaufpunkt sein und die Anliegen weitertragen, bot der Arnschwanger an. Und das geschehe bereits. Er bekomme viele verzweifelte Anrufe aus der Branche. Da wolle er so gut wie möglich unterstützen, sagte Brunner. Wichtig sei, das Ganze trotz des Ernstes der Lage positiv zu begleiten. Am schlimmsten sei gerade die Angst. Sie sei ein schlechter Begleiter und verleite immer dazu, das Falsche zu tun. Man müsse ernst mit der derzeitigen Lage umgehen, aber auch einen klaren Kopf bewahren.

Das bedeute auch, vorsichtig mit Stundungen von Zahlungen zu sein und das in kleinen Schritten anzugehen, riet er den Gastronomen. Sonst treffe einen die Wucht nach der Krise - und da müsse es auch wieder weitergehen. Fatal für die Tourismus-Branche sei einfach, dass die Zahlen im Januar so gut ausgesehen hätten, sagte der Arnschwanger. Von ganz oben nach ganz unten zu fallen, tue natürlich weh.

Große Herausforderung

Viele Betriebe müssten das nun irgendwie schultern. Einige hätten in den vergangenen Jahren größer investiert, es sei jetzt schon eine Herausforderung, das zu meistern. Alle seien nun gefordert, betonte Brunner. Diese schwierige Zeit könne man nur gemeinsam überstehen. Jeder sei auf den anderen angewiesen. Das führe vielleicht zu einer Solidarität in der Bevölkerung, die es in der Vergangenheit nicht gegeben habe.

Hilfen für Gastronomen

  • Fragen:

    Wer Fragen hat, kann sich gerne an ihn als Kreisvorsitzenden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands wenden, sagt Andreas Brunner.

  • Informationen:

    Bei ihm laufe vieles zusammen, es gebe einen fast stündlichen Austausch mit dem Verband in München, um Themen weiterzugeben, die den Gastronomen unter den Nägeln brennen, informiert Brunner.

  • Banken:

    Man stehe etwa in Bezug auf Darlehen auch in Verbindung mit den Banken. Aktuell habe die Sparkasse eine Internetseite eingerichtet, auf der sich Gastronomen einloggen und bezüglich Möglichkeiten der Unterstützung informieren könnten.

  • Zusammenhalt:

    Es gelte jetzt, zusammenzuhalten, betont Brunner. Und nicht in Angst- und Panikzustände zu verfallen; Angst sei immer ein schlechter Ratgeber.

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