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Tourismus

Mehr Werbung für den Familienurlaub

In den vergangenen Jahren hat sich ein Imagewandel vollzogen: Urlaub in der Region ist zwar preiswert, aber nicht billig.

Die Mitglieder der Werbegemeinschaft „Land der Regenbogen“ trafen sich zur Jahreshauptversammlung. Foto: cia
Die Mitglieder der Werbegemeinschaft „Land der Regenbogen“ trafen sich zur Jahreshauptversammlung. Foto: cia

Cham.Eine große Abordnung von Bürgermeistern aus vielen Landkreisgemeinden hatte sich am Mittwochnachmittag im Chamer Rathaus versammelt, um der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft „Land der Regenbogen“ beizuwohnen. Daneben wurde der neue Jahreskatalog vorgestellt. Bürgermeisterin Karin Bucher begrüßte die Anwesenden und erinnerte an frühere Zeiten, als die Gäste im Bayerischen Wald wenig anspruchsvoll gewesen seien. Dies habe sich längst geändert: Potenzielle Gäste wollten gut ausgearbeitete Prospekte lesen, Führungen genießen und dabei auch Komfort vorfinden. „Aufgrund dieser Entwicklung ist eine Anpassung der Werbemaßnahmen auch für die Kommunen nötig“, meinte Bucher. Sie übergab das Wort zugleich an die Tourismusinfo-Leiterin Birgit Schmidberger, die mit ihren Ausführungen in die Tiefe ging.

Die Finanzierung des Imageprospekts wird jährlich neu aufgelegt und von den Vermietern und Inserenten getragen. Vom neuen Katalog wurden insgesamt 10 000 Exemplare angefertigt. Sie sind unter anderem bei der Tourist-Info Cham oder der Tourist-Info Roding kostenlos erhältlich. Beide Infostellen sind auch die zentralen Ansprechpartner, wenn es um Urlaubsanfragen geht. Neu ist bei der Ausgabe 2019 eine Panoramakarte der Region. Das Spektrum soll hier noch erweitert werden, die Region rund um Cham und Roding sei allerdings bereits anschaulich dargestellt. Die Übernachtungszahlen haben in den ersten drei Quartalen zugenommen: Cham konnte einen Zuwachs von 10,3 Prozent verzeichnen, in Roding fiel der Anstieg mit 0,2 Prozent eher dürftig aus.

In Bezug auf die Werbemaßnahmen konnte ein Teil des Marketingbudgets für Werbung genommen werden. Zu den Maßnahmen zählen Messebesuche im ganzen Bundesgebiet, wie beispielsweise die Grüne Woche oder die ITB in Berlin. Dort sei man teils mit eigenem Personal aus den Tourist-Infos, teils mit Kollegen aus dem Landkreis vertreten: „Gerade Messebesucher fragen gezielt nach dem Bayerischen Wald“, erklärte Schmidberger.

Albert Seidl, Leiter des Sachgebietes Tourismus am Landratsamt Cham, kommentierte: „Die geographischen Kenntnisse der Besucher sind oft verbesserungswürdig.“ Positiv sei, dass Anfragen sowohl von „Neueinsteigern“ als auch „Wiederholungstätern“ kommen. Seidl ging weiter auf die Personalkosten ein, die künftig jeweils zur Hälfte von der Werbegemeinschaft und dem Landkreis finanziert werden. Für ihn ist die Wertschöpfung entscheidend, die eine Region durch den Tourismus erziele. Die Auslastung in den Hotels sei sehr gut, vor allem Wellness sei mehr denn je gefragt. „Tendenziell neigen die Leute eher zur Pauschalreise.“ Bundesweite Zeitungsinserate werden regional bedingt mit verschiedener Resonanz beantwortet. Verbesserungsbedarf herrsche nach wie vor bei der Infrastruktur. Zudem müssen Online- und Discounterangebote ausgebaut werden. Als Ausrichtung möchte man sich künftig verstärkt dem Familienurlaub zuwenden: „Der Bayerische Wald soll als Wanderregion wahrgenommen werden“, so der Tenor. Urlaub in der Region sei zwar nach wie vor preiswert, sicher aber nicht billig, soll der Imagewandel der letzten Jahre noch einmal verdeutlicht werden. (cia)

Wirtschaftsfaktor

Übernachtungen: Im Landkreis Cham gibt es gut 500 000 Übernachtungen pro Jahr. Die Gäste geben pro Tag im Schnitt 108 Euro inklusive Übernachtung aus. Durchschnittlich 4,1 Tage bleibt der Gast am Stück.

Umsatz: Der Gesamtumsatz beläuft sich auf jährlich über 27 Millionen Euro. Somit ist der Tourismusbereich im Landkreis Cham ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor.

Zunahme: Die Übernachtungszahlen innerhalb der Werbegemeinschaft „Land der Regenbogen“ haben in den ersten drei Quartalen 2018 zugenommen: Cham verzeichnete einen Zuwachs von 10,3 Prozent, in Roding fiel der Anstieg mit 0,2 Prozent eher dürftig aus.

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