MyMz
Anzeige

Finanzen

Mit Handwerker-Rechnungen Steuern sparen

Viele Handwerkerleistungen sind steuerlich absetzbar. Unsere Expertin erklärt Ihnen, was Sie dazu wissen müssen.
Von Mona Kaiser

Handwerkerleistungen in Höhe bis zu 1200 Euro im Jahr können steuerlich abgesetzt werden. Foto: Felix Kästle/dpa
Handwerkerleistungen in Höhe bis zu 1200 Euro im Jahr können steuerlich abgesetzt werden. Foto: Felix Kästle/dpa

Cham.Man kennt es – die Waschmaschine ist kaputt, eine neue Heizung muss her, und die Fassade müsste auch dringend mal wieder gestrichen werden. Wohl keiner dürfte sich darüber freuen, kostet es doch Zeit und Geld. Da ist es manchen doch zumindest ein kleiner Trost, dass hier das Finanzamt mitzahlen muss. Aufwendungen für Handwerkerleistungen sind nämlich direkt von der Steuerschuld abziehbar, und zwar 20 Prozent dieser Aufwendungen, höchstens jedoch 1200 Euro im Jahr. Dazu müssen aber einige Voraussetzungen beachtet werden.

Vom Gesamtbetrag der Rechnung des Handwerkers sind sämtliche Arbeitslöhne und die Fahrt- und Maschinenkosten als begünstigte Aufwendungen abziehbar – nicht aber die Materialkosten. Es muss sich außerdem um eine Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahme handeln. Der Handwerker muss über seine Arbeit eine offizielle Rechnung ausstellen, und Sie müssen diese per Überweisung und nicht bar begleichen. Sind bei Ihnen mehrere größere Arbeiten am Jahresende ausgeführt worden, dann sprechen Sie mal mit den Handwerkern, ob diese ihre Rechnungen eventuell zeitversetzt zum Teil im neuen und zum Teil im alten Jahr stellen können. Bezahlen Sie diese dann auch entsprechend zeitversetzt, da für den Abzug nicht der Zeitpunkt der Ausführung der Handwerkerleistung entscheidend ist, sondern der Zahlungszeitpunkt. So können Sie die Höchstbeträge in mehreren Jahren optimal ausnutzen.

Unser Experte

  • Autorin: Mona Kaiser ist Diplom-Juristin und Steuerfachwirtin in der Chamer Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei HPK.

  • Fachgebiete: Das Fachgebiet von Expertin Mona Kaiser ist das Steuerrecht.

  • Kontakt: Kanzlei: HPK - Steuerberater Rechtsanwälte, Altenstadter Straße 8a, Cham, Telefonnummer (0 99 71) 7 61 80 30, E-Mail: cham@kanzlei-hpk.de, www.kanzlei-hpk.de

Welche Arbeiten sind zu begünstigen?

Mona Kaiser
Mona Kaiser

Die Reparaturleistung muss grundsätzlich bei Ihnen im Haushalt ausgeführt worden sein. Der Begriff des Haushalts wird als räumlicher Bereich definiert und wird in der Regel durch die Grundstücksgrenzen definiert. Entscheidend ist, dass der Wohnraum selbst genutzt wird, das heißt auch Reparaturen in der Zweitwohnung oder in der Ferienwohnung können begünstigt sein. Nicht abziehbar sind im Umkehrschluss somit Leistungen des Handwerkers außerhalb – also z. B. Arbeiten in seiner Werkstatt.

Seit einiger Zeit wird jedoch diskutiert, ob auch Arbeiten begünstigt sind, die nur zum Teil in der Werkstatt ausgeführt werden und danach im Haushalt des Steuerpflichtigen endgültig montiert werden. Das Finanzgericht München ist der Ansicht, dass solche Maßnahmen im Ganzen begünstigt sind, weil es sich um eine einheitliche Leistung handelt, die in unmittelbaren Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt wird.

Handel

Alles Wissenswerte zur Gutschein-Steuer

Das Warensortiment hat einen Einfluss darauf, wann Umsatzsteuer bezahlt wird. Unsere Rechtsexperte erklärt, welchen.

Einspruch gegen Steuerbescheid einlegen

Das Finanzgericht Nürnberg vertritt die Ansicht, dass auch dann nur die Montagekosten vor Ort absetzbar sind, sofern diese klar von den anderen Kosten abgrenzbar sind. Andere Finanzgerichte verneinen dies wiederum und bewerten solche Handwerkerleistungen komplett als nicht abziehbar. Nun hat der Bundesfinanzhof das letzte Wort, da u. a. gegen das Urteil des Finanzgerichts München Revision eingelegt worden ist.

Rechtsserie

Was Schenken wirklich kostet

Schenkungen innerhalb von Beziehungen sind häufig, allerdings können dabei höhere Kosten entstehen, als viele glauben.

Was bedeutet das jetzt für Sie? Wenn Sie eine Handwerkerrechnung, in der sowohl Werkstattkosten als auch Montagekosten aufgeführt sind, erhalten haben, machen Sie vorsichtshalber die kompletten Kosten in der Einkommensteuer geltend. Sie müssen dann zwar damit rechnen, dass diese vom Finanzamt erst nicht anerkannt werden, weil die Finanzverwaltung keine Werkstattkosten begünstigt.

Gegen Ihren Steuerbescheid legen Sie dann aber Einspruch ein – mit Verweis auf die ausstehende Entscheidung des BFH (Az. VI R 44/18) – und Sie stellen einen Antrag auf Ruhen des Verfahrens. Entscheidet der BFH zu Ihren Gunsten, muss das Finanzamt einen neuen Einkommensteuerbescheid erlassen, in dem dann die kompletten Kosten anerkannt werden.

Alle Teile unserer Rechtsserie finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht