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Kommune

Natur-Sinne an vier Stationen entdecken

In Roding wird heuer das Projekt „Nat(o)ursinn“ angepackt. Dabei können die Sinne im Naturraum am Regenfluss entdeckt werden.
Von Thomas Mühlbauer

An der Rodinger Regenreib’n soll ein Kneippbecken enstehen. Foto: Schreiner

Roding.Ein Projekt mit Strahlkraft will die Stadt Roding in den nächsten Monaten umsetzen: „Nat(o)ursinn – Umweltbildung aller Sinne im Naturraum am Regen.“ Die Stadt, die bislang gute Erfahrungen mit LEADER-Projekten gemacht hat, wie der Bogenschießanlage in Unterlintach, dem Hammerweiher bei Strahlfeld oder der Brücke am Esper über den Siedersee, hat sich dazu Architekt Florian Brunner vom Büro quadrat45° ins Boot geholt. „Es ist ein Projekt mit einem sehr intensiven Planungsaufwand, da unterschiedliche Projektstandorte zusammengeführt werden müssen“, sagt Brunner. Gleichzeitig sieht er in diesem Projekt eine große Chance für die Stadt: „Hier wird etwas umgesetzt, das es bislang so in der Region nur ganz selten gibt.“

Das Projekt umfasst vier Erfahrungsorte: Wasser, Körper, Flora und Fauna sowie Wald und Wiese. Die Kosten für das Vorhaben, deren Planungen im Jahr 2016 anliefen, belaufen sich auf rund 750 000 Euro. Die Fördersumme beträgt rund 200 000 Euro. „Wir haben viel Zeit für die Vorbereitungen gebraucht. Doch jetzt geht es an die Umsetzung“, versichert Rodings Bürgermeister Franz Reichold im Gespräch.

Erste Hürden genommen

Der Architekt informiert über den Planungsstand: „Im ersten Schritt durften wir in Abstimmung mit Manfred Janker, Vorstand der Städtischen Betriebe, und der stellvertretenden Stadtbaumeisterin Sabine Weixel ein Konzept ausarbeiten, das die einzelnen Standorte zu einem schlüssigen Projekt zusammenfasst.“ Als klar war, dass damit die erste große Hürde – die Aufnahme in das LEADER-Programm des Landwirtschaftsministeriums – zu schaffen ist, ging es daran, die detaillierten Planungen an den Standorten voranzutreiben.

Zwischen den Bäumen hinter dem Rodinger Fußballplatz und den Eisstockbahnen wird der Klettergarten entstehen. Foto: Mühlbauer

Durch die teils besondere Lage der Maßnahmen im potenziellen Hochwassergebiet oder Außenbereich galt es diverse Fachstellen zu beteiligen. So wurde das Jahr 2017 zur vorbereitenden Planung genutzt. 2018 steht die Umsetzung des Projektes an. Die ersten Ausschreibungen laufen bereits. Bürgermeister Reichold zeigt sich zuversichtlich: „Wir möchten Ende 2018 komplett fertig sein, so dass die Stationen pünktlich zum Stadtjubiläum im Jahr 2019 genutzt werden können.“

Für den ersten der vier Erfahrungsorte „Wasser“ wurde ein Ort mit Strahlkraft ausgewählt. Denn in der Rodinger Regenreib’n wird unter der Regenbrücke das nasse Element erlebbar. Das Ziel lautet „Erleben des Wasserpegels im Kneipp-Becken an der Regenreib’n“. Der Fluss soll als prägender Bestandteil des Natur- und Ökosystems begreifbar werden. Dazu zählen neben dem Entdecken der Wasserlandschaft und des Tierbestandes auch die Auswirkungen des Hochwassers auf die Natur und den Menschen. Dazu wird im Flusslauf eine Plattform installiert, die vielfältige Nutzungsvarianten aufzeigt: Das Erleben von Wasser als Naturgewalt, das Erkunden der Pflanzen- und Tierwelt und die Umweltbildung für Kinder, Schüler und Vereine. Die Plattform kann selbstverständlich jeder zum Kneippen nutzen.

Florian Brunner ist ebenfalls angetan von diesem Ort als Einstieg in das Projekt: „Einen besseren Platz hätte man nicht wählen können. Die Terrassen am Esper werden sehr gut angenommen, dadurch sind zahlreiche Benutzer an diesem Erfahrungsort sicher. Ist die Neugier erst geweckt, folgt schnell der nächste Schritt, die weiteren Elemente entdecken zu wollen.“

Die zweite Station liegt nur wenige hundert Meter entfernt und konzentriert sich auf das Thema „Erleben des eigenen Körpers im Seilgarten am Regen.“ In der Nähe der Eisstockbahnen wird ein Kletterparcours errichtet. Um die Attraktivität für naturnahes Unterrichten zu stärken, entsteht beim Siedersee ein Seilgarten zur Sensibilisierung aller Sinne. So reduziert sich diese Station nicht nur auf ein reines Informationsangebot – manche Ein- und Ausblicke müssen von Alt und Jung erst „erklettert“ werden. Getreu dem Leitmotto „Umweltbildung aller Sinne“ kann dort auch der Gleichgewichtssinn trainiert werden.

Ein Lehrpfad nach Pösing

In Oberkreith soll ein naturnahes Klassenzimmers entstehen. Foto: Büro quadrat45°

In Oberkreith trifft man auf den dritten Erfahrungsort „Flora und Fauna“ – in Form eines naturnahen Klassenzimmers zwischen Wald und Feld. Das Schauwasserkraftwerk an der Rodinger Reib’n zieht sich wie ein roter Faden mit kleinen Kraftwerken zur Energiegewinnung aus Wind und Sonne fort. Gleichzeitig soll der geplante Lehrpfad von Roding-Oberkreith nach Pösing eine zentrale Anlaufstelle erhalten, an der die Informationen vertieft und neben Unterrichtsstunden auch Workshops und Seminare abgehalten werden können. Eine entsprechende Ausstattung für den Unterrichtsraum ist im Budget eingeplant.

Das vierte Projekt „Wald und Wiese“ schließt sich in unmittelbarer Nähe mit einem interkommunalen Naturbildungspfad zwischen Roding und Pösing an. „Das war auch wichtig, dass eine interkommunale Zusammenarbeit stattfindet“, so Reichold. Insbesondere gehe es darum, dass der bisherige „Trampelpfad“ zum Naturlehrpfad erweitert und ausgebaut werden soll. Hierzu sollen auch mehrere Informationstafeln entlang des Wegrandes errichtet werden.

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