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Weihnachten

Brauchen Vierjährige schon Tablets?

Traditionelle Geschenke sind out, Multimedia-Geräte haben Hochkonjunktur. Obwohl Eltern kritisch sind, geben sie gerne nach.
Von Birgit Zwicknagel

„Ein digitales Gerät ist nicht zwingend schlecht, doch wenn Sie digital schenken, sollten Sie auf ein paar Dinge achten“, sagt unsere Autorin. Foto: Oliver Berg/dpa
„Ein digitales Gerät ist nicht zwingend schlecht, doch wenn Sie digital schenken, sollten Sie auf ein paar Dinge achten“, sagt unsere Autorin. Foto: Oliver Berg/dpa

Cham.„Mama, ich wünsch mir ein Handy zu Weihnachten…“, kennen Sie bestimmt jetzt vor den Feiertagen auch. Traditionelle Geschenke sind out, die Multimedia-Geräte haben dagegen Hochkonjunktur. Und obwohl viele Eltern dem Ganzen eigentlich sehr kritisch gegenüberstehen, geben sie doch immer wieder nach.

Doch was wäre richtig? Ein digitales Gerät ist nicht zwingend schlecht, doch wenn Sie digital schenken, sollten Sie auf ein paar Dinge achten! Viele Geräte sind sehr teuer. Es stellt sich daher die Frage, ob ein Vierjähriger bereits ein Tablet mit 300 Euro sein Eigen nennen muss. Oder reicht es hier, wenn er ab und zu auf dem elterlichen Gerät mitspielen darf und es stattdessen vielleicht doch ein traditionelles Geschenk bekommt?

Kann das Kind schon mit Datenschutz und Gefahren im Netz umgehen? Wenn nicht, dann ist ein Gerät mit eigenem Internetzugang vielleicht nicht die richtige Wahl.

Birgit Zwicknagel vom Verein „Die Computermäuse“ schreibt einmal im Monat eine Kolumne für unsere Zeitung. Foto: Archiv
Birgit Zwicknagel vom Verein „Die Computermäuse“ schreibt einmal im Monat eine Kolumne für unsere Zeitung. Foto: Archiv

Beim Kauf von Spielen sollte unbedingt auf die USK (Altersfreigabe) geachtet werden. Zusätzlich empfehlen wir Eltern, sich das Spiel vorher anzusehen. Dazu könnte man zum Beispiel über Youtube-Videos sich einen Eindruck verschaffen und dann entscheiden, ob das Spiel für das eigene Kind empfehlens- und wünschenswert ist. Hierbei gilt auch zu beachten, dass Sie trotzdem immer die elterliche Pflicht haben, mit hinzuschauen und zu prüfen, was ihr Kind macht und mit wem es zum Beispiel spielt.

Das kostet Sie als Eltern zusätzliche Zeit, die Sie automatisch mit dem Gerät „mitschenken“ (müssen) – und zwar das ganze Jahr hindurch. Prüfen Sie bitte kritisch, ob Sie Ihrem Kind den ditigalen Wunsch erfüllen wollen/können (hohe Kosten?) und wenn nicht, dann begründen Sie das ehrlich und reden Sie mit Ihrem Kind auch darüber, warum sie das Spiel nicht wollen.

Vielleicht können Sie einen interessanten Kompromiss anbieten? Und schenken Sie am Ende nicht nur digital, sondern planen Sie auch das analoge Geschenk ein. Schenken Sie auch nicht aus dem Beweggrund „mein Kind ist sonst das einzige, das sowas nicht hat“. Haben Sie diese Angst, dann helfen oft Gespräche mit anderen Eltern aus Ihrem Umfeld. Sie werden sehen, dass diese mit den gleichen Argumenten kämpfen.

Wenn Sie sich nun für ein digitales Geschenk entscheiden, dann handeln Sie mit Ihren Kids auch einen sogenannten „Medienvertrag“ aus, der unter anderm die Nutzungszeiten regelt. So beugen Sie unnötigen Diskussionen über das „wie lang“ vor.

Und mein ganz persönlicher Rat: Schenken Sie Ihren Kindern ZEIT. Nutzen Sie die Ferien, um mit den Kindern gemeinsam was (draußen) zu unternehmen. Spielen Sie mal wieder Brett- oder Kartenspiele gemeinsam. Ihre Kinder werden dieses „Geschenk“ bestimmt besonders gut zu schätzen wissen!

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