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Netzprobleme
Mittwoch, 22. August 2018 30° 2

Serie

Die wirre Welt der Urheberrechte

Das Thema wird oft missachtet: Birgit Zwicknagel erklärt in ihrer neuen Kolumne, worauf man beim Urheberrechte achten muss.
Von Birgit Zwicknagel

Musik anderer Künstler bei YouTube hochladen, ist verboten. Foto: dpa
Musik anderer Künstler bei YouTube hochladen, ist verboten. Foto: dpa

Cham.Ich denke, nichts wird so oft missachtet wie das Urheberrecht. Im Unterricht mit Jugendlichen taucht hier immer wieder die Unsicherheit auf „was darf ich, was nicht“. Vor allem wenn es um Musik und Filme geht, bewegen sich fast alle Kinder und Jugendlichen hart an der Grenze zum Legalen. Doch auch die Eltern sind meist überfordert. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Wenn man die Musik gekauft hat, sind private Kopien erlaubt. Diese macht man z.B. für die Familie oder ganz enge Freunde (die dürfen das natürlich NICHT weitergeben!). Was nicht erlaubt ist: diese Musik zu verkaufen oder sie wieder ins Netz hochzuladen, beispielsweise in Youtube oder Youtube-Videos (bei Gamern oft zu finden).

Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam.
Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam. Foto: Computermäuse

Auch Tauschbörsen sind hier ein meist eine große Falle für Jugendliche, denn hier laden die Jugendlichen nicht nur die Musik runter, sie stellen auch oft unwissentlich diese Musik wieder für den weiteren Download zur Verfügung. Vielen ist das gar nicht bewusst. Übrigens: Musikvideos per Link in Youtube oder Facebook einbauen oder teilen ist wiederum erlaubt….

Auch Noten von Musikstücken einfach aus dem Netz zu kopieren ist nicht erlaubt. Auch hier gilt, besser kaufen statt klauen!

Die Computermäuse

  • Serie

    Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Internet aufmerksam. Sie schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Birgit Zwicknagel (46) hat selbst drei Kinder, die mittlerweile 19, 22 und 23 Jahre alt sind.

  • Technik

    Die Stamsriederin beschreibt sich selbst als stark technikaffin. „Ich hab mich schon immer für Technik begeistert und kenne alle gängigen Betriebssysteme seit dem C64.“ Wenn es um Handys oder die Anwendung von mp3 oder DAB ginge, sei sie immer bei den ersten Nutzern in der Region gewesen. Sie sei auch diejenige, die in der Familie die neuen Geräte in Betrieb nehme.

  • Erfahrung

    Ihre erste Anregung für die Gefahren mit neuen Medien erhielt Birgit Zwicknagel durch ihre Tochter, die damals die 5. Klasse besuchte. Ein Lehrer hatte damals Internetadressen für alle Schülerinnen angelegt. Das Muster lautete „Vorname.Name-Klasse @ gmx.de“.

  • Gefahr

    Dem Lehrer sei damals nicht bewusst gewesen, dass er so Geschlecht und Alter seiner Schülerinnen schon mit der Adresse preisgab und die Kinder selbstverständlich ihre neue Adresse nutzten, um sich auf allen möglichen Plattformen anzumelden.

  • Verein

    Aus dieser Anregung entstand später der Verein „Computermäuse“ und die Homepage „www.clever-ins-netz.de “.Hier werden Beratung und Vorträge angeboten, aber auch schon viele erste Vorschläge und Tipps gegeben.

  • Motivation

    „Meine Motivation ist es, Menschen mit meinem Wissen helfen zu können, die selber wenig oder keine Ahnung haben!“ (ik)

Wer hier nicht aufpasst, für den kann es teuer werden. Es flattern kostenpflichtige Abmahnungen ins Haus, und es kann sein, dass man sogar vors Gericht muss. Und bis die Kids 18 sind, haften hier die Eltern! Es gibt zwar Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren, aber hier ist man in der Beweispflicht: z.B. haben wir als Eltern unser Kind völlig aufgeklärt, was es darf und was nicht und welche Strafen drohen? (Mediennutzungsverträge sind hier eine gute Sache). Hier noch mein Rat: nicht sofort zahlen, sondern erst mal prüfen (auch auf Echtheit) und ggf. sogar verhandeln.

Wirklich ab geht’s dann bei Filmen. So darf man z.B. im TV ausgestrahlte Filme aufzeichnen für den privaten Gebrauch. Auch nicht kopiergeschützte DVDs dürfen für den privaten Bereich vervielfältigt werden. Ist die DVD jedoch kopiergeschützt, ist das Umgehen dieses Schutzes wiederum verboten. Auch Tauschen, Weitergeben oder gar verkaufen ist natürlich verboten. Und dass aktuelle Filme, die grad im Kino laufen, NIEMALS irgendwo legal runtergeladen werden können, sollte jedem klar sein, oder nicht? Das gilt auch für DVDs, die grad im Handel gekauft werden können.

Hier lesen Sie weitere Teile unserer Serie „Probleme im Netz“

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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