mz_logo

Alles was recht ist - Nachrichten
Sonntag, 23. September 2018 23° 8

MZ-Serie

Kritisch sein beim Einkauf im Netz

In unserer Rechtsserie erklärt Nicole Bräu, wie Verbraucher „Fake Shops“ im Netz nicht auf den Leim gehen.
Von Nicole Bräu

Unsere Expertin rät mit Blick auf Internet-Einkäufe: „Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Bezahlmöglichkeiten!“ Foto: Carsten Rehder/dpa
Unsere Expertin rät mit Blick auf Internet-Einkäufe: „Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Bezahlmöglichkeiten!“ Foto: Carsten Rehder/dpa

Cham.Der Online-Handel boomt – nicht nur zur Weihnachtszeit. Die Vorteile der Plattformen: Ein breites Angebot und die Möglichkeit, von überall aus und rund um die Uhr bestellen zu können. Gerade in hektischen Zeiten geht es vielen Verbrauchern letztlich nur um die Ware, egal über welchen Shop die Bestellung abgewickelt wird. Durch Vergleichsportale lässt sich schnell der günstigste Anbieter finden, nur um per Mausklick direkt zur Homepage weitergeleitet zu werden. Allerdings gibt es mittlerweile vielfältige Betrugsmaschen mit „Fake Shops“. Solche gefälschten Internet-Verkaufsplattformen sind nur schwer von den seriösen Shopbetreibern zu differenzieren. Unser Tipp: Prüfen Sie vor dem Kauf die Seriosität des Anbieters!

Wenn die Schnäppchen locken

– Seien Sie kritisch gegenüber viel zu günstig angebotener Ware, Betrüger locken hier mit Schnäppchenpreisen.

– Recherchieren Sie in Suchmaschinen und Bewertungsportalen die bisherigen Erfahrungsberichte anderer Kunden. Häufen sich Beschwerden oder werden diverse Probleme aufgelistet, lassen Sie die Finger davon!

– Testen Sie eine Kontaktmöglichkeit, ob der Anbieter erreichbar ist und für Fragen zur Verfügung steht.

– Sie können auch den Betreiber der Website ermitteln, indem Sie die Internetadresse des Shops beispielsweise unter https://denic.de eingeben.

– Ein Blick ins Impressum lohnt sich ebenfalls, ob alle Pflichtangaben enthalten sind. Vollständige Unternehmensangaben mit Namen, Geschäftsform, Unternehmensregister samt Registernummer, Anschrift, Erreichbarkeit (Telefon, E-Mail etc.) und gegebenenfalls USt-IdNr.

– Sind AGBs und eine Datenschutzerklärung vorhanden sowie klar und verständlich formuliert?

– Kontrollieren Sie, ob die Datenübertragung verschlüsselt erfolgt! Erkennbar ist dies in der Browserzeile am Vorhängeschloss und „https“.

– Wird auf der Website mit Gütesiegel wie „Trusted Shops“ oder „Safer Shopping“ (TÜV) geworben? Dann prüfen Sie zusätzlich auf der Internetseite des Siegelvergebers, ob Sie den Shop dort auch finden. Denn auch Siegel werden gefälscht oder kopiert.

Den Warenkorb kontrollieren

– Kontrollieren Sie im Warenkorb nochmals alle Angaben und sämtliche Kosten auf Vollständigkeit!

– Verpflichtend für alle Shopbetreiber ist die Buttonlösung. Ein Vertrag kommt nur zustande, wenn der Bestellbutton richtig beschriftet ist: „Jetzt zahlungspflichtig bestellen“.

Verbraucherberaterin Nicole Bräu. Foto: Bräu
Verbraucherberaterin Nicole Bräu. Foto: Bräu

– Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Bezahlmöglichkeiten. Vielmals stehen bei Abzockversuchen nur Vorauskasse oder Sofortüberweisung zur Verfügung. Bei Nachnahme ist das Problem, dass der Inhalt des Pakets unbekannt ist. Eine Übersicht über die Bezahlsysteme findet sich auf der Homepage des Verbraucherschutzverbandes VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. mit dem Suchbegriff: „So bezahlt man heute“.

Ist man in die Falle getappt:

– Fragen Sie bei Ihrer Bank oder dem Zahlungsdienstleister nach, ob Ihre Zahlung storniert oder rückgängig gemacht werden kann.

– Bewahren Sie alle Unterlagen und den Schriftverkehr auf.

– Erstatten Sie bei der Polizei Anzeige wegen Betrugs.

Das EU-Parlament hat im November beschlossen, Behörden mehr Befugnisse einzuräumen, um den Verbraucherschutz für solche Betrugsfälle zu erhöhen. Durch Testkäufe sollen Rechtswidrigkeiten aufgedeckt, Bußgelder verhängt und Sperren der entsprechenden Webseiten erlassen werden.

Unsere Expertin

  • Nicole Bräu:

    Unsere Autorin ist Betriebswirtin und als Verbraucherberaterin beim VerbraucherService Bayern im KDFB e. V. in Cham tätig.

  • Kontakt:

    Beratungsstelle Cham, Obere Regenstraße 15, Telefon (0 99 71) 67 53, Fax (0 99 71) 7 68 20 47, E-Mail n.braeu@verbraucherservice-bayern.de .

  • Öffnungszeiten:

    Der Verbraucherservice ist am Montag von 13 bis 17 Uhr, am Dienstag von 9 bis 13, am Donnerstag von 9 bis 13 und am Freitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Alle Serienteile finden Sie hier

Weitere Nachrichten aus Cham und der Region lesen Sie hier.

Aktuelle Meldungen gibt es jetzt über Whatsapp direkt aufs Handy.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht