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Konzert

Regen bei Songs an einem Sommerabend

Der Musikverein Willmering musste seinen Musikabend in die Schulturnhalle verlegen. Alle Abteilungen waren im Einsatz.
Von Hans Schmelber

Die Willmeringer Saitenmusik Foto: Hans Schmelber
Die Willmeringer Saitenmusik Foto: Hans Schmelber

Willmering.Es war wieder einmal ein besonderer musikalischer Abend, den der Musikverein Willmering bieten konnte und der mehr als die hundert Besucher verdient gehabt hätte. Wegen des Wetters war das Event in der Schulturnhalle der Grundschule.

Mit dem Blasorchester (BLO) unter der Leitung von Eduard Ablyakimov-Maier, dem Chor unter der Leitung von Hubert Bauer und der Saitenmusik Willmering (SMW) unter der Leitung von Claudia Bauer, waren alle drei Abteilungen des Musikvereins Willmering an diesem Abend im Einsatz und boten dem Publikum einen wunderbar abwechslungsreichen Musikgenuss, der eröffnet wurde mit dem Fürstenberg-Marsch gespielt vom BLO, dem nach der Begrüßung noch die Polka „Wir Musikanten“ folgte.

Eintauchen in die Welt der Lieder

Sanna, Sannanina – übersetzt in etwa Heilig, Heiligster Herr, mit einem aus Südafrika stammenden Lied von Geoff Weaver hatte der Chor seinen großen Auftritt mit drei Arrangements. Aus dem französischen Kino-Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, einen französischen Kinofilm, dessen großer Erfolg nicht zuletzt auf der anrührenden Musik basiert, folgte der Song „Papierflieger“ von Bruno Coulais. Unversehens taucht man voller Empathie in die Welt der Kinder ein und fühlt mit ihnen Sorgen und Hoffnung, Nachdenklichkeit und Lebensfreude. Hubert Bauer vermittelte den Besuchern vor jedem Stück ein bisschen von der Persönlichkeit des Komponisten und dem Liederinhalt.

Es gibt Lieder, die fesseln dich von der ersten Sekunde an und lassen dich einfach nicht mehr los. Genauso ein Lied ist Gabriellas Song aus dem Film „Wie im Himmel“, von Stefan Nilsson. Wenn Gabriella ihr Lied singt, versprüht das viel Kraft und vermittelt ihren Mut und ihre zurückkehrende Lebensfreude. Der Chor sang dieses Lied in schwedischer Sprache.

Die Willmeringer Saitenmusik führte die Besucher anschließend mit dem traditionellen Stück „Anglaise“ wieder zurück auf die Erde und mit dem romantischen und schwungvollen Stück „Böhmische Liebe“, gelang das auch dem BLO, der gleich darauf noch den Walzer „Fast Himmelblau“ von Kurt Gäble spielte. Als man den einmal fragte, warum er für den Titel seines schönen, romantischen Walzers „Fast Himmelblau“ das Wörtchen „fast?“ verwendete, anstatt den Himmel komplett himmelblau erstrahlen zu lassen, meinte er: „Weil die Wolken am Himmel das Blau noch mehr zur Geltung bringen. Und weil im wahren Leben selten alles einfach glattgeht.“

Wissenswertes zu den Stücken

Der Chor folgte dann wieder mit einer Trilogie. „Viele verachten die edele Musik“ von Gottfried Wolters, „Preist diesen Tag“ von Claudio Monteverdi und „Come Again“ von John Dowland. Gottfried Wolters komponierte auch „Maria durch ein Dornwald ging“. Claudio Zuan Antonio Monteverdi, wie er vollständig hieß, war ein italienischer Komponist, Gambist, Sänger und katholischer Priester und last but not least John Dowland. Der war ein berühmter englischer Madrigalist und einer der besten Lautenisten seiner Zeit im elisabethanischen Zeitalter.

Schwung und Stimmung für die Pause, brachte dann noch die Saitenmusik mit dem „Rauchfangkehrer-Walzer“, bei dem Claudia Bauer und Christiane Ramisch-Gürke auch gesanglich glänzten. Die Saitenmusik begann auch Teil zwei des Abends mit dem Stück „Burg Falkenstein“ von Hals Vilsmeier und das BLO präsentierte danach den Marsch „Schönes Prag, Zlatá Praha - Goldenes Prag“, von Frantisek Kmoch und der Polka „Auf der Vogelwiese“, Cecilka-Polka von Josef Poncar. Beide Komponisten zählen neben vielen anderen zu den „Großen“ Komponisten der böhmischen Unterhaltungsmusik.

Mit dem Lied „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern“ setzte der Chor einen besonderen Akzent in Klangfülle und Empathie. Das letzte Lied vom Chor „May the road rise“ stammte aus Irland und die Lieder von dort sind immer etwas schwermütig. Diese Stimmung aber war aber schnell verflogen, als die Willmeringer Saitenmusik mit dem aus Mexiko stammenden Musik „Ciapanecas“ Schwung und Rhythmus in das Publikum brachte und fast jeder mit Händen oder Füßen mitspielte.

Mit der Polka „Fuchsgraben von Karel Vacek (Komponist auch von „Du schwarzer Zigeuner) endete fast der offizielle Teil des Abends, der mit einem gemeinsam gesungenen „Kimmt schee hoamli die Nacht“, abschloss. Das Publikum aber forderte mit lautem Klatschen und Bravo-Rufen noch eine Zugabe, die dann vom BLO kam. Erst dann gingen die Besucher äußerst zufrieden nach Hause. (fsh)

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